Material und Einsatzzweck beim (Alpin-)Klettern

22.04.2016 - 10:59

Material und Einsatzzweck beim (Alpin-)Klettern

Hi an alle,

mich beschäftigen momentan ein paar Fragen, bei denen ich nach langen recherchen immer noch keine Lösung habe.

Ich fang mal mit folgendem Artikel der Sicherheitsforschung des DAVs an:

www.alpenverein.de/chameleon/public/e318ce0e-2562-d028-d728-5284258c85ac/Panorama-5-2014-Sicherheitsforschung-Bandscho%CC%88ingen-Schnu%CC%88re_24264.pdf

Frage 1: Wenn Dyneema-Reebschnüre materialbedingt, aufgrund der glattten Oberfläche, zu Mantelverschiebungen neigt, wieso wird es dann für Flaschenzüge empfohlen

Frage 2: Es wird zwar überall erwähnt, dass Polyamid-Reepschnüre nicht für den Standbau geeignet sind, den Grund konnte ich bisher allerdings nicht feststellen! Gleichzeitig werden allerdings Polyamid-Bandschlingen genau für diesen Einsatzzweck empfohlen. An der Mantelverschiebung dürfte es ja nicht liegen, dann wären ja Dyneema-Reepschnüre noch gefährlicher !? Diese werden allerdings als Standplatzkrake wiederum bevorzugt zu behandeln

Ich freue mich auf eure Antworten, eventuell lernt auch der Eine oder Andere von euch etwas dazu.

Lg, Jürgen

22.04.2016 - 19:50

AW: Material und Einsatzzweck beim (Alpin-)Klettern

Zu 1. Wichtig wäre hier in welcher Größenordnung die Mantelverschiebung liegt. Bezweifle aber das diese so groß ist das es für die "Behelfsbergrettung" d.h. im Fall der Fälle stört. Und bei Empfehlung dafür liegt sie mit Sicherheit niedriger als die Dehnung von Polyamid. Habe bei meinen Kevlar Reepschnüren bisher zumindest nichts derartiges festgestellt.

Zu 2. Wenn du zum Standplatzbau mit Polyamid Material ein Seilstück verwendest, also irgendwas mit ausreichend Querschnitt und Bruchlasten wird sich da wohl niemand beschweren. Bei dem Üblichen Reepschnurdurchmessern (höchstens 8 mm) und Polyamid kommst du aber geknotet niemals auch nur nahe der genormten 22 KN der Bandschlingen. Die dynamischen Eigenschaften des Materials sind hier ansich durchaus vorteilhaft.

23.04.2016 - 11:51

AW: Material und Einsatzzweck beim (Alpin-)Klettern

Hi, danke für deine Antwort!

 

zum 1. Punkt: die Matelvetschiebung ist bei Polyamid-Reepschnüren geringer als bei Dyneema-Reepschnüren. Siehe dir mal die Tabelle im PDF oben an. Und genau das verstehe ich dabei nicht. Das mit der Dehnung klingt logisch, Dyneema hat eine Dehnung ähnlich eines Stahlseils! Allerdings auch eine größere Mantelverschiebung, materialbedingt weil die Oberfläche von Dyneema so glatt ist. Wieso spielt also gerade bei Flaschenzügen, wo ja viel Zug auf die Oberfläche der Reepschnüre kommt, keine Rolle?

 

zum 2. Punkt: ich denke in dem Punkt wird dich gleich ein Artikel überraschen, es gibt sehr wohl Knoten welche Polyamid-Reepschnüre so gut wie gar nicht schwächen! Und genau hier verstehe ich nicht wieso Polyamid-Reepschnüre nicht für den Standplatzbau geeignet sind, Polyamid-Schlingen sowie Dyneema-Reepschnüre andererseits empfohlen werden. Gerade beim Alpinklettern könnte ich mir (unter der Voraussetzung, dass die Polyamid-Reepschnüre in Karabinern eingehängt sind und nicht durch Haken gefädelt werden) vorstellen, dass die Dehnung, welche ja einen positiven Einfluss auf den Fangstoss hätten, hier einen Vorteil gegenüber Dyneema hätte.

 

zum Thema Knotenfestigkeit: vdbs.de/wp-content/uploads/2015/03/Panorama-2007-4-Knotenfestigkeiten.pdf

dyneema verliert zB. fast 50% der Festigkeit bei einem doppelten Spierenstich, Polyamid so gut wie nichts

26.04.2016 - 18:34

AW: Material und Einsatzzweck beim (Alpin-)Klettern

Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich noch keiner genau damit auseinandergesetzt hat.

Los, traut auch *dance4*

19.12.2018 - 18:26

AW: Material und Einsatzzweck beim (Alpin-)Klettern

"Zu 1. Wichtig wäre hier in welcher Größenordnung die Mantelverschiebung liegt. Bezweifle aber das diese so groß ist das es für die "Behelfsbergrettung" d.h. im Fall der Fälle stört. Und bei Empfehlung dafür liegt sie mit Sicherheit niedriger als die Dehnung von Polyamid. Habe bei meinen Kevlar Reepschnüren bisher zumindest nichts derartiges festgestellt. Vor allem, wenn Sie verwenden - der preis für viagra (sildenafil) in den online-apotheken. 

Zu 2. Wenn du zum Standplatzbau mit Polyamid Material ein Seilstück verwendest, also irgendwas mit ausreichend Querschnitt und Bruchlasten wird sich da wohl niemand beschweren. Bei dem Üblichen Reepschnurdurchmessern (höchstens 8 mm) und Polyamid kommst du aber geknotet niemals auch nur nahe der genormten 22 KN der Bandschlingen. Die dynamischen Eigenschaften des Materials sind hier ansich durchaus vorteilhaft."

Vielen Dank für die interessante Diskussion, als Neuling habe ich mich sehr gefreut!

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