Marmolada d'Ombretta, 3247m, S-Wand "Don Quixote", 6/A0, 23SL (5.9.17)

09.09.2017 - 14:04

Marmolada d'Ombretta, 3247m, S-Wand "Don Quixote", 6/A0, 23SL (5.9.17)

Servus,

das etwas bessere Wetter südlich des Alpenhauptkamms genutzt, um erstmals der Marmolada Südwand einen Besuch abzustatten. Leider tun sich die Wetterfrösche zur Zeit scheinbar schwer auch nur für den nächsten Tag eine verlässliche Prognose zu erstellen. Eigentlich waren für den Klettertag 10 Sonnenstunden und kein Niederschlag vorhergesagt.

Start dann um 4:30 Uhr rum bei Wolken in Malga Ciapella auf 1435m, am Einstieg (ca. 2450m) dann ein paar Sonnenflecken in der Landschaft. Am 4. Stand dann 2 Stunden Regen und Schneefall. Knapp vor dem selbstgesetzten Zeitlimit, an dem wir den Rückzug starten wollten, riss es dann doch auf. Also weiter durch die nun gut nasse Wand und hinauf zum Band, das wir nach 10 SL gegen Mittag erreichten. Bis hierher sind alle Stände zum Abseilen eingerichtet. Nun wurden die Verhältnisse "dank" des Wettersturzes von letzter Woche trotz der südseitigen Exposition teilweise winterlich. Auf dem großen Band lagen noch etwa 30 cm von der weien Pracht. Auch im oberen Wandteil trafen wir immer wieder auf verschneite/vereiste Passagen, sobald sich die Route etwas nach Westen richtete. Dank meines souveränen Seilpartners kein Problem, es dauert halt alles länger bei diesen Verhältnissen. Auch weil wir Goretexjacken, Softshells, Fleece etc. den ganzen Tag nicht los wurden. Pünktlich zum Sonnenuntergang nahmen wir die letzte SL in Angriff und seilten dann mit Stirnlampen über die gut eingeschneite N-Flanke ab zum Marmoladagletscher.

Hier war der Schnee ein Vorteil, denn im blanken Zustand wäre dieser Abstieg ohne Steigeisen kaum möglich. Der Bergschrund ist extrem breit und verlangt Querabseilen. Die mitgetragene Eisschraube blieb so im Rucksack. Der abschließende Fußmarsch bei Mondschein zum Fedaiasee zog sich und Schluss war dort auch nicht. Mit den am Vortag dort deponierten MTB gings noch gut 9 km hinunter zum Auto, das wir um 01.30 wieder erreichten. Somit konnte auch das Biwakzeug im Rucksack bleiben.

Insgesamt eine sehr eindrucksvolle Tour. Absicherung in den schweren SL sehr gut mit NH und SU und natürlich mobil. In den leichteren SL ist Eigeninitiative gefragt. Aufgrund der logischen Linie relativ gut zu finden. Hammer und Haken hatten wir vorsichtshalber dabei, kamen aber nicht zum Einsatz. Gut 1800hm rauf und runter, 800m Wandhöhe und aufgrund der feuchten Felsen gut durchgekletterte Finger: eine Tour, die im Gedächtnis bleibt.

Unterwegs mit Martin, der mir diesen seit Jahrzehnten gehegten Tourenwunsch erfüllte!

Bilder und weitere Details auf www.geiselstein.weebly.com

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