Der AVABag 40 Lawinenrucksack von Ortovox
17 Dezember 2018

Test AVABag 40 von Ortovox

Der AVABag 40 ist ein großer Lawinen-Rucksack, der nur 2,28 Kg auf die Waage bringt

Vor etwas mehr als einem Jahr hat Ortovox mit seinem AVABag ein neues Kapitel in Sachen Lawinenrucksäcke aufgeschlagen. Der formschöne 30 Liter Rucksack wurde bald zum Klassiker und ist bei vielen Skitourengehern äußerst beliebt. Einziger Wermutstropfen war die Größe, welche zwar mit 30 Litern angegeben wurde, das Volumen kommt einem gefühlsmäßig aber detulich kleiner vor. So hat Ortovox dieses Jahr nachgelegt und einen AVABag 40 Liter auf den Markt gebracht - wir haben auch gleich einen Blick darauf geworfen.

Gleich wie beim AVABag 30 ist auch beim AVABag 40 die Verarbeitung wirklich top – da ist im Grunde alles so wie es sein soll. Es gibt zwei größere Fächer – eines für die Sicherheitsausrüstung (Schaufel, Sonde) und eines für das Material - die aber noch zusätzlich zahlreiche Verstaueinschübe haben. Der Rucksack macht jetzt einen großen, fast schon sehr großen Eindruck und spricht vermutlich eher die Tourengeher an, die gerne eine großen Rucksack haben, in den auch alles hinein geht. Bei längeren Durchquerungen mit Hüttenübernachtung spielt der AVABag 40 natürlich seine Stärken voll aus und punktet besser wegen dem größeren Volumen.

Wir konnten bei unseren Testtouren – bei denen wir, um besseren Vergleich zu haben, oft zwischen dem 30 Liter und 40 Liter Modell hin- und hergewechselt haben, eigentlich fast keine Unterschiede feststellen. Der AVABag 40 ist aber eher für Personen mit einem etwas längeren Rücken geeignet – ab einer Körpergröße von 178 cm hatten alle ihre Freude mit dem neuen Teil (für kleinere Personen gibt es das Modell Ascent AVABag 38 S). Vom Tragekomfort her war eigentlich kein Unterschied zu spüren, der 40 Liter Rucksack liegt perfekt am Rücken an und ist von der Bedienung her gleich wie der kleinere 30 Liter-Bruder.

Das AVABag System ist im oberen Teil des Rucksacks untergebracht und wird mit einer Carbonkartusche betrieben. Hervorzuheben ist der rundliche Auslösegriff, der es ermöglicht, das System auch mit Fäustlingen (oder dicken Handschuhen) zu bedienen. Bei abgeschraubter Kartusche lassen sich mit dem System auch Auslösungen trainieren, damit man seinen Lawinen-Airbag auch besser kennen lernt. In wenigen Handgriffen ist das System aber wieder scharf und kann uneingeschränkt im Notfall verwendet werden.

Unterwegs mit dem AVABag 40 am Sonntagsköpfl in Hochfügen.
Der Rundzipp ermöglicht guten und schnellen Zugang zum Hauptfach.
Der AVABag 40 Lawinenrucksack von Ortovox
Die Ski werden diagonal am Rucksack befestigt.
Rechts der AVABag 40, links der AVABag 30.
Mit den Skiern auf dem AVABag 40, gut zu sehen, wie der orange Auslösegriff etwas absteht.
Der AVABag 40 bringt einsatzfertig (inkl. Carbonkartusche) 2,28 Kg auf die Waage.
Das Innenleben im großen Hauptfach, dort gibt es z.B. ein Zusatzfach (Felle).
Links der AVABag 40 und rechts der AVABag 30.
AVABag 40 Liter: Ein sehr guter und großer Lawinenrucksack - daran gibt es nichts auszusetzen.
Das Netz für den Skihelm ist genial in einem kleinen Fach am unteren Ende versteckt.
Für die Sicherheitsausrüstung (Schaufel und Lawinensonde) gibt es ein eigenes Fach mit rotem Reißverschluss.

Sowohl der AVABag 30 (den wir schon über ein Jahr intensiv in Verwendung haben), als auch der große AVABag 40 haben eine „normale“, schmale Rucksackform. Wenn der Griff im Schulterträger versteckt wird (ein Fach mit Reißverschluss ist vorhanden), merkt man den Rucksäcken ihren hohen Sicherheitsstandard gar nicht an. Den großen Rucksack muss man aber bei nicht kompletter Füllung mit den Seitgurten etwas komprimieren, dann liegt er genau so schnittig wie das 30er Modell am Rücken an.

Skibefestigung geschieht im Diagonal-Stil. Unten werden die Skier in eine Schlaufe (die bei Nichtverwendung verstaut werden kann) gesteckt. Oben wird gegenüber aus einem Fach ein kleines Band geholt mit dem die Skier dann gut fixiert werden können. Vorteil an der Diagonalbefestigung ist, dass die Skier am Rucksack nicht so beim Gehen stören (da sie nicht an den Beinen anschlagen). Natürlich können auch Schneeschuhe, Snowboards, Pickel und – das ist eine kleine Verbesserung gegenüber dem 30 Liter Modell (das Helmnetz ist fix, aber ähnlich einer Rucksackregenhülle in einem kleinen Fach verborgen) - der Helm außen befestigt werden.

Man könnte jetzt noch länger über diesen Rucksack philosophieren oder es einfach auf den Punkt bringen: Solider und leichter hätte man einen Airbag-Rucksack vermutlich nicht konstruieren können. Die Staufächer und Öffnungen sind gut durchdacht, beim 40 Liter-Modell bekommt die Ausrüstung jetzt auch keine Platzangst mehr. Bei einem Gewichtsunterschied von 120 Gramm (zwischen 30- und 40 Liter Modell) kann man getrost zum größeren Modell greifen, da auch der Preisunterschied von 20 Euro vernachlässigbar ist.

Fazit bergsteigen.com: Für das Überleben trägt man gerne auch einmal ein bisschen mehr. Lawinen-Rucksäcke gehören mittlerweile fast schon zur Standard-Sicherheitsausrüstung beim Skitourengehen. Wer ein gutes Gewichts-/Platzverhältnis sucht, ist beim AVABag 40 genau richtig!

AVABag 40 Liter Lawinenrucksack

  • Alu Sicherheitsschnalle (Hüftgurt)
  • Sicherheitsbeinschlaufe
  • Brustgurt mit Signalpfeife
  • Snowboard und Schneeschuhhalterung
  • Bright Inside
  • Wasserabweisende Reißverschlüsse
  • Separates Sicherheitsfach
  • Materialschlaufen
  • Hauptfachzugang: Front
  • D-Skifix
  • Seilfixierung
  • Kompressionsriemen
  • Trinksystemvorbereitung
  • Umlaufender Reißverschluss
  • Pickel-/Stockbefestigung
  • Schlüsselhaken
  • Fixiertes Helmnetz
  • Auslösegriff höhenverstellbar
  • 3 Innentaschen
  • Hüfttasche
  • Notfallkarte
  • Halterung für Sicherheitsequipment

Preis: UVP: 720 Euro (ohne Kartusche)

Webtipp: Ortovox



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