Simon Gietl in der Route "Sorejina" - Sennesspitze
19 Januar 2021

Sorejina - die Sonnentochter

Simon und Manuel Gietl gelingt eine lange kombinierte Erstbegehung in der Fanes

Eigentlich wollten sich Simon und Manuel nur einen steilen Kamin, den Manuel vor einigen Jahren bei einer Erstbegehung einer alpinen Sportkletterroute erblickte, genauer begutachten. Dieser war damals noch im April mit großen imposanten Eiszapfen bestückt. Doch Simon und Manuel wurden am 10.1. enttäuscht. Kaum Eis und links davon gab es nur eine extrem dünne Eisauflage. Nun musste ein Plan B her. Simon entdeckte knappe hundert Höhenmeter weiter westlich ein steiles eisiges Couloir. Dieser Plan B sollte uns mehr als entschädigen. Wir entschieden uns einzusteigen und einfach "mal zu schauen". Die Kletterei gestaltete sich anspruchsvoll aber sehr genussreich. In der dritten Länge erwartete sie eine steile ziemlich heikle Eislänge, die je nach Eisbeschaffenheit sicherlich nicht zu unterschätzen ist. Nach knappen 150 Metern sanken die Schwierigkeiten. Nach anstrengendem Gestapfe im steilen Schneefeld kletterten sie immer logisch einen steilen Eisschlauch hoch. Dieser bot sehr genussvolle Eiskletterei. Doch sollte beachtet werden, dass diese Eisslängen bereits zur Mittagszeit Sonne bekommen und ihre Konsistenz darunter stark leidet. Von dort seilten sich die zwei vorerst zurück zum Wandfuß und entschieden sich am nächsten Tag zu sehr frühen Stunde zurückzukehren und die gesamte Wand "durchzudrücken".

Simon Gietl in der Route "Sorejina" - Sennesspitze
Manuel Gietl in der Route "Sorejina" - Sennesspitze
Am Gipfelplateau der Sennesspitze
Manuel und Simon Gietl nach der Tour

Am zweiten Tag waren sie bereits um 10 Uhr vormittags am Umkehrpunkt des Vortages. Nach weiteren anstrengenden 100 bis 150 Meter im steilen Schnee kletterten sie über zwei gemischte Seillängen zum Wandfuß der imposanten Abschlusswand der Sennespitze. Am Fuße dieses imposanten Felsriegeles querten sie logisch nach rechts. Zum Schluss warteten nochmals drei tolle kombinierte Seillängen auf die zwei Brüder. Nach knappen 7,5 h erreichten sie die Hochebene von Sennes. Der Kontrast hätte nicht größer sein können. Nach steilen, eisigen und schattigen Stunden waren sie auf dem sonnigen flachen Hochplateau. Erfreut fielen sie sich in die Arme, wünschten sich ein herzhaftes Berg-Heil und genossen den überwältigenden Weitblick. Über die Senneshütte stapften sie nach Pederü und schlussendlich zurück zum Auto. Um 17.30 Beim Auto angelangt zeigte das Thermometer exakt dieselbe Temperatur wie beim Start um 5.15 Uhr - 23,5°. "Ein Strahl ist viel Sonne.....".

Routeninfos + Topo auf bergsteigen.com: Sorejina - Sennesspitze



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