21 Juli 2009

Broad Peak – Speed Begehung - Vorgipfel erreicht

Beni und Basti erreichen bei viel Schnee und schlechtem Wetter in 17 Stunden vom BC den Vorgipfel des Broad Peaks....

Am vergangenen Freitagabend starteten Benedikt Böhm und Sebastian Haag vom Basislager (5.000 Meter) aus bestens vorbereitet auf den 8.047 Meter hohen Broad Peak in Pakistan. Schnell war klar, dass aufgrund der ergiebigen Schneefälle in den letzten Tagen keine Speedbegehung möglich war. Den Gipfel hatten die beiden Alpinisten dennoch ständig vor Augen.

''Die Verhältnisse waren während der ganzen Zeit hier am Broad Peak schwierig. Wir waren die einzigen, gemeinsam mit Teilnehmern der deutschen Summit-Club-Expedition und zwei Italienern, die das Glück und die Ausdauer hatten bis zum Vorgipfel zu kommen (8.027 Meter)'', berichtete Sebastian Haag am Sonntag. ''Beni und ich schafften es vom Basislager zum höchsten Punkt in 17 Stunden zu gelangen. Leider konnten wir den Hauptgipfel nicht mehr erreichen, da es sowohl die fortgeschrittene Zeit (15.00 Uhr) als auch das schlechter werdende Wetter nicht mehr zuließen. Dieser Vorgipfel ist für uns dennoch wie der Gipfel und damit ein voller Erfolg. Nun sind wir erschöpft aber glücklich im Basislager und freuen uns auf die baldige Rückkehr in die Heimat.''

Das Broad Peak Spee Projekt

Speedbergsteigen - für die beiden Extrembergsteiger Benedikt Böhm und Sebastian Haag aus München kommt keine andere alpine Disziplin in Frage. Schnell hoch und auch schnell wieder runter - auf Ski! Im Juni 2009 brechen sie zur ihrer nächsten Expedition auf: das Ziel - der Broad Peak (8.051m).

Der Broad Peak ist einer der wenigen Achttausender, die man überhaupt mit Skiern abfahren kann. Sofern man sich auf Ski in einem 50-Grad-Steilhang noch sicher fühlt... Dass die beiden Extrembergsteiger auf ihre Ski nicht verzichten wollen, rührt nicht nur von ihrer Vorliebe für steile Abfahrten her. Für die Beiden sind die Ski ein ganz klarer Sicherheitsaspekt. Denn auf Ski können sie die gefürchtete Todeszone über 7.000m schneller als jeder andere Bergsteiger hinter sich lassen.

BC und Akklimatisationstour

Sind bereits im Broad Peak Basecamp angekommen und stiegen als erst Akklimatisationstour durch die Hermann-Buhl-Rinne auf, eine steile Rinne benannt nach den Erstbesteigern des Broad Peak. Anschließen fahren fuhren Sie mit den Skiern wieder ins BC ab. Die Verhältnisse waren gut. Benni und Basti werden noch einige Akklimatisationstouren machen und in wenigen Tagen den ersten Speedversuch beginnen.

Nach Gasherbrum II wartet der Broad Peak

Sebastian und Benedikt verbindet seit ihrer gemeinsamen Schulzeit in München eine außergewöhnliche Freundschaft, die zu einer langjährigen Seilschaft geführt hat. Benedikt kommt ursprünglich vom Skilanglauf und war von 2003 bis 2006 Mitglied der deutschen Nationalmannschaft im Skibergsteigen. Sebastians Stärken liegen im alpinen Bereich, seit Kindertagen steht er jede freie Minute auf Skiern. „Wir ergänzen uns perfekt und kennen die Stärken und Schwächen des anderen ganz genau. Ich habe meine Stärken im Aufstieg und Sebastian hilft mir dabei, wieder heil runterzu- kommen“, erklärt Benedikt. Von ihrem präzisen Zusammenspiel wollen die beiden auch am Broad Peak profitieren.

400.000 Höhenmeter im Jahr – 1.200 Höhenmeter in der Stunde

Um sich die Größe dieses Vorhabens bewusst zu machen, genügen ein paar Zahlen: Für 1.000 Höhenmeter benötigen Sebastian und Benedikt in den Alpen weniger als eine Stunde, in den größten Höhen des Himalayas aber brauchen die beiden während der Akklimatisationsphase eine ganze Stunde für nur 100 Höhenmeter. Die Extremsportler müssen permanent ein riesiges Trainingspensum absolvieren, um sich solch große Ziele wie die Speedbegehung am Broad Peak stecken zu können. Pro Jahr kommen dabei rund 400.000 Höhenmeter zusammen, in der Endphase der Vorbereitung legen sie schon einmal 12.000 Höhenmeter in 24 Stunden zurück. Ihre Motivation schöpfen sie dabei auch aus ihrer Liebe zu den heimischen Bergen: „Ich finde die Alpspitze bei Garmisch faszinierend, den ersten Berg mit alpinem Touch südlich von München. Hier habe ich die ersten Skitouren- Erfahrungen gesammelt und gelernt, wie sich eigene Grenzen und Ziele verschieben lassen“, begeistert sich Benedikt Böhm und fährt fort: „Es ist ein unglaubliches Gefühl, um fünf Uhr morgens auf dem Gipfel zu stehen und vor der Arbeit einen unberührten Tiefschneehang zu befahren, während alle anderen noch schlafen.“

Im Karwendel-Gebirge, eines der spärlich besiedelten Gebiete Europas, sind Sebastian und Benedikt gerne unterwegs. Hier holen sie sich ihre Kondition und perfektionieren an steilen Hängen ihre skifahrerischen Fertigkeiten, um die Speedbe- gehungen in den für Menschen lebensfeindlichen Höhen überhaupt bewältigen zu können: „Wenn ich meine tägliche Trainingsarbeit vor der eigenen Haustür nicht diszipliniert verrichte, habe ich auf einem Achttausender nichts verloren“, sagt Sebastian Haag. Was die beiden in den Alpen aber nicht trainieren können, ist ihre körperliche Toleranz gegenüber der Höhe in den größten Bergen der Welt. Unbedingt notwendig ist eine geduldige Akklima- tisation in den Wochen vor dem Rekordversuch. Aber jenseits von 5.000 Metern kann sich ein Mensch nicht vollständig und dauerhaft anpassen.

„Natürlich sind Speedbegehungen ein ganz besonderer sportlicher Reiz. Genauso wichtig für uns ist aber, nur kurze Zeit in der so genannten Todeszone über 7.000 Meter zu verbringen. Je kürzer man auf großer Höhe ist, desto sicherer ist die Expedition. Also machen wir Speedbegehungen auch wegen des Sicherheitsaspekts“, erklärt Sebastian.

Sebastian Haag und Benedikt Böhm gehören dem Dynafit GORE-TEX® Team an

Neben akribischer Vorbereitung, herausragender Kondition und skifahrerischem Können ist das hundertprozentige Vertrauen in die eigene Ausrüstung entscheidend. Ihre Ausstatter Dynafit und Gore rüsten die beiden Extremsportler mit bester Funktionskleidung und Hartware aus, denn sie benötigen ein sehr leichtes, robustes und absolut zuverlässiges Equipment. Bei ihrem Speed-Abenteuer wiegen die Rucksäcke nur etwa 15 Kilogramm, zwei bis drei Liter Wasser müssen genügen und 20 Powerbar-Gels sind die einzige Nahrung beim Rekordversuch.

Der Summit Club des Deutschen Alpenvereins (DAV) übernimmt die komplette logistische Organisation des Projekts, das auch vom Förderprogramm des DAV für deutsche Spitzenexpeditionen unterstützt wird. Die Extremsportler zahlen das Vertrauen mit einer lokalpatriotischen Liebeserklärung zurück:„Die größte Freude nach einer langen Expedition ist es, vor der eigenen Haustüre wieder Bergsteigen zu gehen. Denn die schönsten Berge sind immer noch bei uns zuhause“, so Sebastian und Benedikt einstimmig.

Auf der Online-Plattform www.sueddeutsche.de kann der Verlauf der Expedition verfolgt werden. Alle drei bis vier Tage werden dort aktuelles Film- material sowie Informationen zu den täglichen Erlebnissen online gestellt.

Benedikt Böhm Geboren 1977 in München,

Sebastian Haag Geboren 1979 in München, Tierarzt

Speedbegehung Broad Peak

Broad Peak Karakorum Gebirge in Pakistan

Höhe 8051 m

Expeditionszeitraum 10.06.2009 - 28.07.2009

Geplante Speedbegehung 11.07.2209 - 17.07.2009

Ziel Speedrekord mit anschließender Skiabfahrt unter 18 Std.

Aktueller Expeditionsverlauf mit tollen FilmenSueddeutsche.de bzw. auf 4-seasons.tv

Packliste:

- Dynafit Rucksack Manaslu 32l

- Dynafit Race Helmet SR Race Pro

- Dynafit Daunenjacke Eruption

- Dynafit Snowdrift GORE-TEX® Proshell Jacket 3-lagig

- Dynafit Handschuh Manaslu Glove

- Dynafit Stock Dy.N.A. Race Carbon

- Dynafit Ski Touring Se7en Summits

- Dynafit Schuh Dy.N.A. (Race Boot)

- 20 Powergels von Powerbar

- 10 Powerbar Ride Bars

- 10 Powerbar Ride Shots Wasser mit Performance Sports Trinkpulver

- Sonnen- und Schneebrille von Oakley

- Salewa Eisschraube Shorty

Video: Dynafit Speedup mit Beni u. Basti - 1:05 Min.

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Träger auf dem Weg ins BC
Das Team auf dem Konkordia Platz
Zustieg zum BC
Basti im BC, im Hintergrund der K2
Benni, Basti und Huber beim Aufstieg in der Buhlrinner am Broad Peak
Beni auf 6100 m
Basti beim Aufstieg auf 6200 m
Basti bei der Abfahrt auf 5700 m
Beni bei der Abfahrt auf 5300 m
Beni und Basti im BC, im Hintergrund der Broad Peak
Sebastian Haag und Benedikt Böhm
Beni und Basti auf dem Vorgipfel des Broad Peaks
Ankunft in Skardu


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