13 September 2005

Cerro Torre im Winter - nichts zu holen, zu viel Schnee

Simone Moro versuchte eine Winterbesteigung des Cerro Torre - leider war dafür zu viel Schnee....

Nichts zu holen - zu viel Schnee

Unsere Expedition ist zu Ende, wir stecken 2 Meter tief unter dem Schnee. Wir probierten alles und warteten auf gutes Wetter. Karl Gabl (mein Freund in Innsbruck, von dem ich bei meinen Expeditionen immer die Wetterinfos bekomme) sagte uns, dass das Wetter besser wird und so starteten wir erneut in Richtung Cerro Torre.

Samstag Nacht um 3:30 stiegen wir zum Wandfuß, die Schneemassen waren aber gewaltig. Es war das erste Mal, dass wir nicht über den gefrorenen See gingen - wir hörten Knackgeräusche und wählten einen anderen Weg (no suicide mission).

Wir waren schon 11 Stunden unterwegs, zuerst mit Ski, dann kletternd, das Wetter war perfekt, nur der Neuschnee machte uns zu schaffen. Als wir die Tourenski abschnallten und im Bereich unter der Cerro Torre Schulter zu klettern begannen wurde der Schnee noch tiefer. Das Seil, welches wir in der Vorwoche gespannt hatten, konnten wir nicht mehr freilegen, zahlreiche große Lawinen machten uns das Leben schwer und so wurde die Kletterei sehr mühsam.

Wir träumten davon unser Material auf 2450m zu erreichen. Dieser Plan erstickte schlußendlich im wahrsten Sinne des Wortes im Schnee. Nach einer weiteren Stunde des "Grabens" realisierten wir, dass wir keine Ausrüstung für ein Biwak hatten. Jetzt begriffen wir - es ist Winter hier in Patagonien und was für einer.

Am Nachmittag entschieden wir die Aktion abzubrechen. Der Cerro Torre - ein aussergewöhnlicher Berg, wird wahrscheinlich unbestiegen bleiben in diesem patagonischen Winter, wir werden aber zurückkommen um uns diesen Traum zu erfüllen. In unserem "Final Push" verbrachten wir sechzehn Stunden am Berg ohne zu essen und zu trinken.

Erfolgreiche Saison 2005

Meine 2005 Saison war von drei Expeditionen geprägt. Shisha Pangma im Winter, Batura II in Pakistan und Cerro Torre im Winter. Jetzt ist es an der Zeit zu rasten, Zeit mit meiner Familie zu verbringen und neue Pläne für das Jahr 2006 zu machen. Ich habe viele Vortragstermine zu absolvieren, Artikel zu schreiben und an meinem zweiten Buch zu arbeiten. Ich muss Sponsoren treffen, Produkte verbessern und Fotos für diverse Kataloge machen, auch ein Filmprojekt ist in Planung. Natürlich muß ich auch weiter trainieren und so halte ich mich beim Klettern und Eisklettern für mein nächstes Abenteuer fit.

Ich wünsche euch allen eine schöne Herbstsaison mit glücklichen Tagen und erfüllten Träumen.

Simone Moro

ps: Wegen des vielen Schnees war es uns nicht möglich unsere Ausrüstung zu erreichen. Unsere Depo war 5 Meter unterhalb der großen Spalte am Fuß der Route, hier findet man genug Material um den Berg zu bezwingen. Wenn es jemand findet könnt ihr es verwenden, aber wir hoffen, dass ihr es dort lasst, da wir auch wieder zurückkehren wollen um die Route zu klettern.

Webtipp:

Simone Moro - die Page von Simone mit vielen Infos zu seinen Expeditionen.

Text & Fotos: Simone Moro

Bis zum Bauch im Schnee
Simone und Camos beim Abmarsch
Stimmungsbild am Abend
Der Cerro Torre
Schneewühlen bis zum Abwinken...
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