Beim Flug vom K2, alle Fotos © Max Berger
19 Juli 2019

Climb to Fly K2 – Flug von 8000 bis ins Basecamp

Max Berger – die K2 Expedition wurde mit einem spektakulärem Flug von 8000 m beendet

Das Ziel von Max Berger war den K2 zu besteigen und vom Gipfel in das Basislager zu fliegen. Manche würden jetzt sagen, er ist an diesem Ziel gescheitert, aber im Grunde war es ein Erfolg. Er ist beim Aufstieg an seine Grenzen gegangen, wegen der großen Schneemassen waren die Bedingungen aber über dem Limit. In diesem Fall war die Entscheidung umzukehren richtig. Auch ein Flug von der 8000 Meter Marke ist eine außergewöhnliche Leistung.

Sehr viele Lawinen am K2 haben die Bergsteiger gezwungen, ihren letzten Vorstoß zum Gipfel abzubrechen. In dieser Saison gelang es noch keinem Bergsteiger, den Gipfel des K2 zu erreichen. Max hat in den letzten Tagen folgendes erlebt:

„Ich bin vom Basislager am 14. Juli um 5 Uhr aufgebrochen. Schlussendlich habe ich die Cesen-Route für meinen Aufstieg gewählt, da diese schneller, steiler und kürzer ist. Camp 1 habe ich ausgelassen und bin gleich zu Camp 2 auf 6300 m aufgestiegen. Die Wettervorhersage war gut, trotzdem hatten wir ca. 20 cm Neuschnee und ungefähr 50 km/h Windgeschwindigkeit in der Nacht - keine guten Voraussetzungen in Zusammenhang mit der Lawinengefahr.

Am nächsten Morgen war das Wetter wieder besser und so brachen wir zu Camp 3 auf, welches wir schon zu Mittag erreichten. Auf ungefähr 7000 war die Spurarbeit sehr anstrengend, aber glücklicherweise half mir ein amerikanischer Bergsteiger auf den letzten Metern vor Camp 3 auf 7100 m. In Camp 3 war ich mir sicher, dass meine Entscheidung die Cesen-Route gewählt zu haben falsch war. Denn die meisten Bergsteiger stiegen auf der Abruzzi-Route auf und konnten sich so natürlich beim Spuren abwechseln – natürlich war das für mich etwas ärgerlich.

Beim Flug vom K2, alle Fotos © Max Berger
Im K2 Basislager.
Beim Aufstieg war das Wetter nicht immer gut.
Beim Packen des Paragleiters im Basislager.
Beim Flug vom K2 (Schulter 8000 m).
Der gewaltige Gletscher.
Max Berger - wir von bergsteigen.com können da nur Gratulieren - Chapeau!

Die folgende Nacht in Camp 3 brachte wieder viel Wind und viel Schneefall, so war am nächsten Tag wieder sehr viel Spurarbeit angesagt, trotzdem schafften wir es bis zum Camp 4 auf 8000 Meter, das Lager steht auf der Schulter des K2. Wegen der großen Lawinengefahr musste ich zwei Nächte in Camp 4 auf 8000 Meter ausharren, was nicht sehr angenehm war – man kann sich im Grunde nicht erholen - dann gingen mir auch noch die Nahrungsmittel aus.

Trotzdem startete ich mit anderen Teams gemeinsam in der Nacht auf 17/18 Juli. Ich fühlte mich sehr gut, meine Füße waren aber sehr schwer wegen der Spurarbeit der vergangenen Tage. Das Problem war der viele Schnee am sogenannten Flaschenhals, das ist der große Serac auf 8300 Meter oberhalb der Schulter. Einige Lawinen gingen ab, wir gingen ein sehr hohes Risiko ein, bis wir alle beschlossen umzukehren. Leider kein Gipfelerfolg bei diesem Vorstoß.

Trotzdem war es für mich ein Erfolg, denn die Wetterverhältnisse ließen es zu, dass ich von der Schulter auf 8000 Meter mit dem Paragleiter in nur 15 Minuten bis ins Basecamp fliegen konnte. Perfekter hätte es nicht laufen können – ich bin überglücklich, dass dieser nicht ganz einfache Flug geklappt hat.

Dieser Flug war einfach atemberaubend, der beste Flug meines Lebens, natürlich auch der Flug von Camp 3 am Broad Peak (ein paar Tage davor, nach meiner Gipfelbeisteigung des Broad Peaks).“

Max befindet sich auf dem Heimweg, um in der Heimat den Rest des Sommer zu genießen. Weitere Expeditionen? Max ist immer offen für alles, schauen wir einfach was die Zukunft so bringt.

Max Berger ist beinahe eine Legende in der österreichischen Eiskletter- und Bergführerszene. Zahlreiche Erstbegehungen im Eis und Fels gehen auf sein Konto. Auf etliche Expeditionen und Reisen in den Himalaya, das Karakorum und Patagonien kann er zurückblicken und dabei konnte er einige der bekanntesten Berge besteigen. Man kann also eines sicher sagen, der Mann hat Erfahrung. Max lebt mit seiner Familie in der Grünau im Almental und ist der Chef der Firma Petzl in Österreich. Wenn er nicht klettert, fliegt oder in den Bergen unterwegs ist, findet man ihn meist in seinem Pferdestall. Max führt für die Alpinschule Rock ’n Roll.

Webtipps:

Petzl

Boa

Alpinschule Rock ’n Roll



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