23 November 2005

Drei 6000er in Peru

Einen Monat mit leichten 6.000ern in Peru - eine kleine Gruppe aus Österreich berichtet über ihre Erlebnisse in Südamerika.

War es das wert?

Weiße Zehen mit rot-violett-schwarzen Flecken, und das auf beiden Füssen, Erfrierungen 1sten- 2ten Grades... War es das wert? Ja, ja das war es sicher, besonders jetzt ein knappes Monat später da diese Zehen ihren Besitzer durch die Triglav Nordwand getragen haben, und wir wissen, dass keine bleibenden Schäden zurück bleiben.

Ein Monat Peru um dort neben einem ausgeglichenen Kulturprogramm (beginnend in Lima, dass im Winter im dauernden Dunst liegt, über Cuzco, der alten Inkahauptstadt, Machu Picchu, wo wir einen tollen Sonnenaufgang erleben durften, einem Ausflug in den Urwald von Tambo Pata, einem Ausflug an den Titicaca See mit seinen schwimmenden Inseln und vielem anderen) auch einige 6000er zu besteigen.

Der erste 6000er war eigentlich nur etwas über 5800 m, doch seine Form und Farben waren dafür umso beeindruckender. „El Misti“ ein Vulkan wie im Bilderbuch mit schwarzem Sand und Schwefelgestank und nebenbei ein idealer Berg zur Akklimatisierung, die durch unsere Reise ohnehin schon sehr gut war, da bereits Orte wie Cuzco auf 3400m oder der Titicacasee gar auf 3900m liegen.

Technisch ist der „El Misti“ nicht aufwendig da er zumindest im niederschlagsarmen Winter fast völlig schneefrei ist, und man weder Steigeisen noch Pickel benötigt. Die einzige Herausforderung sind die Höhe, und der sandige Untergrund, der deine Ausdauer vor eine harte Prüfung stellt.

Erster echter 6000er - der Chanchani

Unser nächstes Ziel war der „Chanchani“ mit seinem 6075m ein echter 6000er. Hochlager war diesmal noch höher als am „El Misti“ nämlich auf 5250m, was nicht jedem in unserem Team zu einem guten Schlaf verhalf.

Der Aufstieg war eine Schinderei, da man zuerst in einer Traverse einen ersten Gipfel umgehen musste, und dann erst über einen 2ten mit Namen „Fatima“ musste, um dann noch in einem letzten kraftraubenden Anstieg den eigentlichen Gipfel zu erreichen.

Technisch etwas anspruchsvoller, da man hier auf der Nordseite ganzjährig harte Schneefelder findet, die eine gewisse Erfahrung am Eis unerlässlich machen. Das Gefühl des Gipfelsieges ein Gemisch aus Freude nicht mehr höher steigen zu müssen und das Erfüllen eines Traumes.

Der Chopicalqui - ein riesiger Eisklotz mit fast 6500 m

Der nächste 6000er, diesmal aber in der Cordillera Blanca im Norden von Peru gelegen. Der „Chopicalqui“ mit fast 6500 m. Der Berg, ein riesiger Eisklotz, der 2 Lager am Berg verlangt, wobei diesmal das Hochlager auf 5450 m liegt.

Der Gipfeltag ist ein Traum und das Wetter hält was es verspricht und wir haben beim Aufstieg einen traumhaften Sonnenaufgang während wir Gletscherspalten und bis zu 60° steile Wände überwinden.

Start ist, wie auch auf den anderen Bergen zwischen 1 und 2 Uhr in der Früh, um noch vor Mittag den Gipfel zu erreichen, da der Schnee dann sehr schnell weich wird und den Aufstieg unnötig erschweren würde. Am Gipfel empfangen uns zu unserer aller Überraschung deutsche Stimmen (Nachbarn aus Bayern) die uns zu unserem Gipfelsieg gratulieren.

Dann am Abend die Entdeckung, die Zehen, die meiste Zeit bei Temperaturen um die minus 20 Grad ohnehin gefühllos waren, hatten sich bei einem von uns in oben beschriebener Form verändert, womit der letzte geplante Berg der Huascaran ins Wasser fiel. Aber bereits beim Abschied steht für uns eines fest der Gipfelsieg ist nur verschoben - Peru wir kommen wieder!!

Die letzten Tage verbringen wir trampend in der Gegend um Huaraz, der Bergsteigerhochburg 8 Stunden nördlich von Lima, wobei wir uns meist auf Höhen von ca. 4000 m bewegen.

Reisezeit: 10 Juli bis 10 August 2005

Teammitglieder: Teammitglieder Zechmann Stefan, Elisabeth Meissl und 2 weitere Paare aus Kärnten

Für genauere Informationen zum Aufstieg, Zufahrt, Organisation vor Ort, oder andere Informationen bitte an steve1982 @ gmx.at wenden.

Infos:

Sektion Schwaben Reisebericht

Berführeragentur vor Ort in Huaraz

Reiseagentur mit Berichten

Auf dem Gipfel des "El Misti" - sogar mit Kreuz
Abstieg vom "El Misti" - Sand, Sand und noch einmal Sand
Die lange Traverse beim Aufstieg zum Chachani (6075 m)
Chachani - bei einer wohlverdiente Pause unter dem Gipfel
Gipfelsieg - auf dem Gipfel des Chachani
Im Basecamp des Chopicalqui
Mühsamer Aufstieg zum Chopicalqui auf hartgepresstem Schnee
Auf dem Gipfel des Chopicalqui (6354 m)
Chopicalqui - beim Abstieg durch eine Seraczone
Sacsaywaman - ein altes Inkaheiligtum in der direkten Umgebung von Cuzco
Machupicchu - Inkastadt bei Cuzco
Beim Lianentraining in der Cayman-Lodge
Der Vulkan "El Misti" - knapp über 5800 m hoch.


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