01 November 2004

Kilimandscharo (5895m), der "König der Afrikanischen Berge" - Besteigung

Sehr gute Informationen über Besteigung und Ausfstiegesrouten des höchsten Berges Afrikas.

Uhuru Peak - Freiheitsspitze

Der Kilimandscharo ist mit fast 6000 Metern nicht nur der höchste Berg Afrikas sondern auch einer der höchsten, freistehenden Berge der Welt. Das riesige Massiv besteht aus drei miteinander verwachsenen, und erloschenen Vulkanen. Der "Uhuru Peak - Freiheitsspitze", auch Kibo, ist mit 5895 Metern (nach neuesten Messungen 5891,7 Meter) die höchste Erhebung und Ziel der meisten Bergsteiger. Gefolgt vom Mawenzi, 5149 Meter und der Shira, 3962 Meter.

Die Besteigung des Kilimandscharo hat einen einzigartigen Reiz. Beim Aufstieg von den Tropen bis zum Gletscher werden Höhen bedingt sechs Vegetationstypen durchlaufen. Der Artenreichtum in der Regenwald- und Moorzone ist umwerfend. Im Kontrast dazu steht die karge Landschaft der Steinwüste des Hochlandes. Die begleitende Aussicht auf den schneebedeckten Gipfel und die trockenen Ebenen der weiten Umgebung lassen das Herz jedes Wanderers schlagen und die Glückshormone jedes Naturliebhabers steigen.

Bei den Bergbewohnern, den Chagga, gilt der Kilimandscharo als heilig, sie vermuten auf ihm das Haus Gottes. In früheren Zeiten wagten sie nicht, seinen Gipfel zu besteigen. Erst 1871 gelangte der englische Missionar Charles New zur Schneegrenze des Kibo. Am 6. Oktober 1889 erreichte der Leipziger Geograph Dr. Hans Meyer zusammen mit dem Österreicher Alpinisten Ludwig Purtscheller den höchsten Punkt des Kraterrandes. Die damalige "Kaiser-Wilhelm-Spitze" wurde 1961 aus Anlass der Unabhängigkeit Tansanias in "Uhuru Peak" umbenannt.

Aufstiegs - Routen auf den Kilimandscharo:

Marangu Route:

Die populäre Marangu- oder auch Coca-Cola-Route ist die einfachste und eignet sich sehr gut für Erstbesteiger. Zur Besteigung müssen mindestens fünf Tage eingeplant werden. Ein zusätzlicher Akklimatisationstag auf der Horombo Hütte steigert den Gipfelerfolg, ist aber nicht unbedingt notwendig. Nur auf dieser Route wird in Hütten übernachtet.

Machame Route:

Nach unserer Meinung ist die Machame Route die "Schönste". Der Tourenverlauf führt durch abwechslungsreiche Landschaften und die Höhenakklimatisation ist aufgrund der sechstägigen Dauer besser gegeben. Die Übernachtung in Zelten ist mit weniger "Komfort" verbunden aber doch authentischer als die Hüttenübernachtung der stärker frequentierten Marangu Route. Genauer Tourenverlauf auf Afromaxx

Rongai Route:

Diese Route bietet die Möglichkeit den Kilimandscharo zu überschreiten. Aufgrund der niedrigeren Niederschlagsmengen im Norden und der dadurch geringeren Vegetation, wird sie auch die Wüstenroute genannt. Die kargen Landschaften haben ihren besonderen Reiz. Der Abstieg erfolgt auf der Marangu Route. Die Übernachtung erfolgt in Zelten und Hütten.

Shira Route:

Einmalige Blicke in Richtung Norden Westen zur keniatischen Seite, den Amboseli Nationalpark sowie Mount Meru kennzeichnen diese Route. Diese Route beginnt auf relativ großer Höhe und sollte deshalb nur in Angriff genommen werden, wenn man bereits gut akklimatisiert ist. Zum Bespiel den Mount Meru zuvor bestiegen hat. Die Übernachtung erfolgt in Zelten.

Umbwe Route:

Die Profiroute entspricht einer verkürzten Machame Route. Die Wegstrecken sind relativ steil und schwierig. Diese Route eignet sich daher besonders für geübten und erfahren Bergwanderer. Die Übernachtung erfolgt in Zelten.

Anforderungen:

Die Besteigung des Kilimandscharo stellt hinsichtlich des bergsteigerischen und technischen Könnens keine hohen Anforderungen. Dafür aber ein großes Maß an Ausdauer und Höhenverträglichkeit. Die Gehzeiten der fünf bzw. sechs einzelnen Tagesetappen betragen ca. 5 - 7 Stunden (am Gipfeltag meist zwischen 12 und 14 Stunden) in äußerst unterschiedlichem Gelände. Morast, Dickicht, Fels und Geröll sind zu überwinden. Die immer dünner werdende Luft, Kälte und der steil ansteigende Weg der letzten Etappe bis zum Gipfel fordern eine gute Kondition und körperliche Fitness.

Reisebericht Gipfelbesteigung:

"Wir verkrochen uns recht zeitig in unsere Zelte und versuchten bis Mitternacht etwas zu schlafen. Kurz vor Mitternacht schälten wir uns aus unseren Schlafsäcken und krochen aus dem Zelt in die Kälte. Es gab warmen Tee und Kekse, welche von allen verschmäht wurden. Kurz vor eins starteten wir zusammen mit Msafiri und James in die Wand des Western Breach. 1000 Höhenmeter über uns lag der Gipfel. Von Anfang an ging es steil aufwärts. Bis zum point of no return ging es dabei über einen schneebedeckten steilen Schotterhang. Die Temperatur lag bei unter minus 10 Grad. Ab ca. 5.100 Meter begannen die Kletterpassagen. Der Schnee wurde dabei immer tiefer. Msafiri ging vorne weg und spurte den Weg bzw. schlug Stufen in das Eis. Glücklicherweise war es stockfinster, so dass wir nicht sahen, in welcher exponierten Lage wir uns befanden. Wir mussten immer öfter Felsbänder überwinden, teilweise haben wir uns gegenseitig die Felsstufen hoch gezogen. Langsam kroch uns die Kälte in den Körper. Wir kämpften uns Meter für Meter nach oben. Ein zurück gab es nicht, für den Abstieg wäre die Felswand zu gefährlich. Die Felswand schien endlos zu sein und unsere Kräfte schwanden. Nach ca. 5 Stunden in der Felswand erreichten wir ganz plötzlich kurz vor Sonnenaufgang den Kraterrand und waren erleichtert, die Wand ohne Schaden durchklettert zu haben. Das schlimmste Stück hatten wir hinter uns. Gegenüber lag der Furtwangler-Gletscher, einer der Gletscher auf dem Gipfelplateau. Obwohl er zu den kleineren Kiligletschern gehört, war er riesig. Auch das Plateau war viel größer als ich mir vorgestellt habe. Wir machten ca. 30 Minuten Pause, um den Sonnenaufgang zu genießen und uns etwas zu erholen. Danach ging es quer über das Kiliplateau weiter, bis wir vor einer weiteren Bergwand standen. Der Kraterrand ragte vor uns ca. 150 Meter aus dem Kraterplateau. Eigentlich waren wir mit den Kräften am Ende und mussten noch einmal eine steile Flanke überwinden. Für die letzten 150 Höhenmeter haben wir fast eine Stunde gebraucht, wir krochen förmlich den Berg hoch. Endlich überwanden wir den Anstieg, mussten auf dem Kraterrand noch ca. 500 Meter laufen (ein Spaziergang!) und standen um 7.30 Uhr am UHURU PEAK, dem mit 5.896 Metern höchsten Punkt von Afrika. Es war ein bewegender Augenblick. Wir haben uns bis hier her geschleppt, es gelang uns allen, für das Gipfelfoto zu lächeln und selbständig zu stehen. Die Aussicht war traumhaft, die Strapazen der letzten Stunden waren fast vergessen. Unter uns lag ein riesiges Wolkenmeer, aus dem in der Ferne der Mt. Meru herausragte. Die Gletscher glitzerten in der Sonne, dagegen hob sich die schwarze Vulkanasche der gletscherfreien Zonen ab." (Auszug aus dem Reisebericht von Thomas - Besteigung im August 2004)

Empfehlung:

Es empfiehlt sich zuerst den Mount Meru zu besteigen, um eine bessere Akklimatisation auf der Kilimandscharo Besteigung zu erreichen. Der Mount Meru (4566m) befindet sich im Arusha Nationalpark. Auf dem Weg zum Momela Gate, dem Startpunkt der Besteigung, bleibt Zeit für die Beobachtung von Giraffen, Antilopen, Büffel und Affen.

Reisezeit:

Nach unserer Erfahrung ist die günstigste Zeit für Bergbesteigungen während der trockensten Monate von Dezember bis Februar. Während der "großen Regenzeit" von März bis Juni raten wir von einer Besteigung ab. Im "Afrikanischen Winter", Juli bis September, herrschen ebenfalls sehr gute Bedingungen, nur ist es etwas kühler. Im Oktober und November kann die "kleine Regenzeit" noch spürbar sein.

Der Profi vor Ort - Afromaxx:

Afromaxx, ist ein deutsch geführtes Unternehmen am Fuße des Kilimandscharo. Die Inhaber, Madeleine und Alexander, haben sich auf die Betreuung und Organisation des Kilimandscharo spezialisiert und arbeiten mit erfahrenen Bergführern und einem ausgewählten Team zusammen. Die beiden Deutschen organisieren ihre Kilimandscharo Besteigung und betreuen Sie auf Ihren Entdeckungstouren durch die afrikanische Welt. Während der Touren geben Sie Ihr Insider-Wissen weiter.

Warum gerade Afromaxx?

Sie leben und arbeiten am Fuße des Kilimandscharo, sind also mit den Gegebenheiten vor Ort bestens vertraut. Das heißt Sie können Bergsteiger/Afrika Reisende optimal im Vorfeld informieren und bei der Vorbereitung unterstützen. Vor Ort werden Besucher dann ebenfalls von Ihnen persönlich betreut. Wenn die Nervosität steigt sind Madeleine und Alexander da, um Ihre Fragen in deutscher Sprache zu beantworten.

Ein weiter Punkt, ist das Preis Leistung Verhältnis. Sie buchen direkt bei Afromaxx, werden also nicht vom deutschen Reisebüro bzw. Veranstalter zum tansanischen Tour Operator weitergeleitet. Dadurch entstehen Kosten die nicht sein müssen. Der Service lässt sich aus der Entfernung schwer kontrollieren. Afromaxx ist vor Ort und gibt vor jeder Besteigung individuelle Anweisungen, achtet auf optimalen Service und Umgang mit den Gästen.

Hinweis: Um den Kilimandscharo mit seiner Pflanzenvielfalt in den sechs verschiedenen Klimazonen zu schützen, wurde der Nationalpark 1993 vergrößert und ein Riegel vor die selbst organisierte Besteigung geschoben. Auf allen Routen im Nationalpark, muss man von einem offiziellen Führer mit Lizenz begleitet werden! Bester Ausgangspunkt für die Besteigung ist Moshi.

Preis: Machame Route (6T/5N) ab 750 Euro , Marangu (5T/4N) ab 650 Euro. Sondertarife für Studenten und größere Gruppen

Kontakt:

BC AFROMAXX LDT.

P. O. Box 1962

Moshi / Tansania

THB Building / Boma Road

Third Floor, Room 316

Tel: 00255 745 879915

www.afromaxx.com

mail@afromaxx.com

Text: Madeleine

Bericht über eine Besteigung über die Marangu Route: Kilimandscharo (5895m), zwei Schweizer besteigen den Gipfel

Im Machame Camp, 3100 m, das man nach 5 Stunden Anmarsch erreicht
Unterwegs zum Shira Camp
Blick vom Shira Camp (3840m) auf den Kili
Sonnenaufgang mit Blick auf den Mount Meru
Start zum Baranco Camp (3900 m)
Träger
Arrow Gletscher
Auf dem Uhuru Peak (5895 m), den höchste Punkt Afrikas
Unendliche Weite
Abstieg durch unbekannte Vegetationszonen
Karte mit Aufstiegsrouten und Hütten
Der Topprofi vor Ort
Kilimandscharo (5895 m)
Regenwaldzone - die dritte von sechs Vegetationszonen.
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