Luft unter den Sohlen - eines der 3 BiwaksLuft unter den Sohlen - eines der 3 Biwaks
20 Januar 2007

Riesenwand in der Antarktis durchstiegen

Fast 13 Jahre nach der Erstbesteigung des Ulvetanna, einer 1000 m hohen Granitnadel, konnte ein Norwegisches Team die Nordwand durchsteigen.

Im Februar 1994 stiegen Robert Caspersen, Sjur Nesheim und Ivar Tollefsen erstmals durch die NW-Wand des Ulvetanna (Wolfszahn)auf dem Königin Maud Land in der Antarktis. Im November 2006 kehrten Caspersen, Tollefsen an den Berg zurück und durchstiegen mit Stein-Ivar Gravdal und Trond Hilde in 16 Tagen die knapp 1000 m hohe Nordwand.

Temperatur im Schnitt immer bei -20° C

“Insgesamt verbrachten wir 40 Tage (2. Nov. – 10. Dez.) mit Klettern und Erkunden. Wir hatten großteils gutes Wetter und auch gute Kletterbedingungen, mit Ausnahme eines 48 Stunden Schneesturmes, den wir in halber Wandhöhe in unseren Portaledges aussitzen mussten. Die Temperatur lag im Schnitt immer bei -20° C. Wir kletterten im Semi-Alpinstil und fixierten die ersten 4 Seillängen von unserem Zeltlager am Fuße der Wand, bevor wir ganz in die Wand einsteigen und mit drei Biwaks bis zum Gipfel gelangten".

Ein künftiger Klassiker

Die Tour folgt einer dünnen Linie knapp links der Wandmitte (ca. 100-150 der logischeren Linie, die 1994 von Thomas Cosgriff und Trond Hilde angefangen und nach 4 Längen oder 150 m jedoch abgebrochen wurde). "Wir trafen auf besseren Fels als erwartet, für die Gegend sogar sehr guten Fels, so dass uns die Kletterei recht viel Spaß machte". Es sind einige sehr harte Technolängen (3 Längen A4, 6 Längen A3/3+, 4 Längen A2/A2+ und 8 Freikletterlängen im Mittelteil zwischen 5 und 7). Die schwersten Längen waren in der ersten Wandhälfte.

Die Wand ist 960 m hoch und reicht von 2000 m bis 2960 m. "Wir setzten 45 Bolts (natürlich ohne Bohrmaschine), 40 an den Ständen und 5 als Zwischensicherung".

Alles in allem eine großartige Kletterei, eine sehr ästhetische Linie und die Wand und der Berg sind ja eine eigene Klasse für sich - insgesamt die richtigen Zutaten um die Tour zu einem Klassiker zu machen.

Weitere sechs Erstbegehungen

Nach dieser Tour ging es mit Skiern, Pulkas und leichter Kletterausrüstung ca. 30 km nach Osten zu den Holtedahl Bergen. Dort gelangen dem Team noch sechs Erstbegehungen. "Wir konnten keine Begehungspuren finden und ich weiß nur, dass Mike Liebeki letzte Saison hier zwei Berge bestiegen hat. Wir erstiegen sechs hohe (2200 m) und markante Berge, die Kletterei war leicht und wir brauchten nur manchmal das Seil". Gipfel: Store Gruvletind, 2254m; Kubbestolen, 2079m und viele unbenannte Gipfel ca. 2200m.

Danach ging es 30 km nach Osten, wo sie den freistehenden Sandneshatten (2200m) bestiegen. "Nach unserer Rückkehr ins Fenrisskjeften und Ulvetanna Gebiet gelangen uns dort noch einige kürzere Touren wie die Westwand des Stetind, der 2003 erstmals von Alain Huber und Andre Georges über die Südwand erstbestiegen wurde."

Robert Caspersen

Das Team

Ivar Tollefsen 44 Jahre aus Bærum

Robert Caspersen 34 Jahre aus Oslo

Trond Hilde 44 Jahre aus Oslo

Stein-Ivar Gravdal 32 Jahre aus Bergen

Webtipp.:

Expeditionsseite mit norwegischem Bericht und vielen tollen Fotos www.ulvetanna.no

Luft unter den Sohlen - eines der 3 Biwaks
Harte Technolängen
48 Stunden Schneesturm in der Wand
Beim Nachstieg
Dimensionen- ein Portaledge Lager in der Wand
Geschafft - nach 16 Tagen erreichen die Norweger den Gipfel
Die Route
Auf dem Weg nach Osten
Rückflug nach 40 Tagen
Das Ziel - die 960 m hohe Nordwand des Ulvetanna


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