28 Oktober 2004

Vor 50 Jahren bezwangen zwei Österreicher den Cho Oyu

Vor 50 Jahren gelang zwei Österreichern die Cho Oyu Erstbesteigung - Herbert Tichy, Sepp Jöchler und Sherpa Pasang Dawa Lama erreichten den Gipfel.

Vor fünzig Jahren bestieg Herbert Tichy gemeinsam mit seinem Tiroler Partner Sepp Jöchler und dem Sherpa Pasang Dawa Lama als erster Mensch die "Göttin in Türkis" - den Cho Oyu.

Am 19. Oktober 1954 erreichte das Österreichische Team den Gipfel des sechsthöchsten Berges der Welt, mit diesem Erfolg schrieb Tichy Alpingeschichte.

Mit Kleinstexpedition zum Cho Oyu

Herbert Tichy wählte erstmals den „alpinen Stil“ und startete – auch aus Geldmangel – eine Kleinexpedition zum Cho Oyu. Als Begleiter konnte er den Tiroler Sepp Jöchler gewinnen – dieser war zuvor Hermann Buhls Partner in der Eiger Nordwand. Mit nur 800 Kilogramm Ausrüstung startete das Tichy-Team am 2. September 1954 in Richtung Basislager.

Bis 7000m läuft alles nach Plan

Sie stiegen auf 6200 m, wo das Team Camp 2 errichtete, am nächsten Tag stießen sie bis zum Eisbruch vor, dieser stellte bis dato das größte Problem am Berg dar und lies zuvor schon die Engländer scheitern. Doch Tichy ließ auch diese Hürde hinter sich und erreichte schlussendlich die 7000m Marke. Hier zwang ihn aber ein Sturm zum Umkehren und sie stiegen wieder ab, um neue Kräfte zu sammeln und die leichten Erfrierungen zu kurieren.

Schweizer Expedition setzt zum Überholmanöver an

Als aber eine Schweizer Expedition, die auch am Berg unterwegs ist, in Richtung Gipfel vorstoßen will, beschließt Tichy zu handeln. Trotz leicht lädierter Finger, die vom ersten Versucht leichte Erfrierungserscheinungen aufwiesen, steigt Tichy zum Camp III auf, um den Schweizern zuvor zu kommen.

Gipfelsturm in zwei Anläufen

Zunächst wird Sepp Jöchler mit dem Sherpa Adjiba losgeschickt um den Gipfel zu versuchen, sie erreichen Camp 4, müssen aber am nächsten Tag wegen eines Höhensturms den Gipfelversuch abbrechen. Sie steigen wieder ab und warten einen Tag Schlechtwetter ab um dann wieder – jetzt mit Tichy – zum Lager 4 aufzusteigen.

Am 19. Oktober ist es dann soweit, Tichy, Jöchler und Sherpa Pasang Dawa Lama brechen zum alles entscheidenden Gipfelversuch auf – und es gelingt! Um ca. 15.00 Uhr stehen die drei überglücklich auf dem höchsten Punkt 8201 m und setzen als erste ihren Fuß auf den sechsthöchsten Berg der Welt.

Abenteuer bedeutet Ankunft

Herbert Tichy: "Bei einem richtig bestandenen Abenteuer ist man angekommen bei sich selbst. Das Gefühl, das wir am Gipfel hatten, war vollkommene Ausgeglichenheit, eins mit dem All. Das ist das Gefühl, das man überhaupt haben sollte, dem Leben gegenüber: Diese Ausgeglichenheit wie am Gipfel."

Webtipp:

Cho Oyu - Die Göttin des Türkis – Bericht über eine aktuelle Österreichische Cho Oyu Besteigung in diesem Frühjahr.

Festveranstaltung Cho Oyu - anlässlich der Erstbesteigung vor 50 Jahren findet am Freitag, dem 29. Oktober 2004, um 19.00 Uhr in der Wiener Urania eine Festveranstaltung statt.

Auf dem Weg ins Basecamp
Die Gipfelmannschaft zwischen Lager II und III
19. Oktober 1954, drei Uhr nachmittags. Von Pasangs Pickel wehen die Flaggen Nepals, Österreichs und Indiens.
Die Göttin des Türkis, auf dem Bild Abendstimmung am Berg. Foto: Bernhard Teischl
Die Gipfelmannschaft: Pasang, Tichy und Jöchler.
Der Cho Oyu mit seinen 8.201 m war das Ziel der Expedition Foto: Bernhard Teischl
Herbert Tichy


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