10 Januar 2017

2. Versuch am Lunag Ri

David Lama und Conrad Anker brachen im Herbst 2016 erneut nach Nepal auf, um den Lunag Ri, den höchsten unbestiegenen Gipfel des Himalayas, zu besteigen...

Im November 2015 versuchten sich David Lama (26) und Conrad Anker (54) zum ersten Mal am Lunag Ri (6895 Meter) - mussten jedoch 300 Meter unterhalb des Gipfels umkehren. Die Bedingungen waren für die technisch sehr anspruchsvolle Kletterei leider nicht gut genug: starker Wind, Temperaturen von -25 °C und kaum Sicherungsmöglichkeiten im lockeren Schnee zwangen die Ausnahme-Alpinisten schweren Herzens zum Abbruch der Expedition. Doch mit dem Scheitern wächst man und so stand der Entschluss zurückzukehren, schnell fest.

Die Neuauflage der Lunag Ri Expedition im Herbst 2016 sollte nun den lang ersehnten Gipfelerfolg bringen. Das Wetter sah gut aus, das Bergsteiger-Duo Lama und Anker war bestens vorbereitet. Alles verlief nach Plan, bis Conrad Anker auf ca. 6000 Metern über starke Schmerzen in der Brust klagte. Eine Höhenkrankheit konnte zwar ausgeschlossen werden, aber sein Zustand verbesserte sich auch nach dem Abstieg nicht. Der sehr erfahrene Bergsteiger aus den USA musste nach Katmandu geflogen werden. Dort wurde ein Herzinfarkt festgestellt, der operativ behandelt werden musste.

Für Anker war klar, dass ein weiterer Versuch am Lunag Ri nicht in Frage kommen werde. Daher blieb David Lama mit einem kleinen Team im Basecamp am Fuß des Berges zurück und wagte den Alleingang am Lunag Ri. Nach drei Tagen ausgesetzter Kletterei musste er jedoch auf ca. 6700 Metern abbrechen – zu groß wäre das Risiko gewesen, zu weit über die körperliche Grenze zu gehen.

 Bild: Mammut / Stefan Voitl
 Bild: Mammut / Stefan Voitl
 Bild: Mammut / Stefan Voitl
 Bild: Mammut / Stefan Voitl

Für David Lama war es jedoch nicht nur die erhoffte Besteigung des Lunag Ri, sondern auch das Wiedersehen mit der nepalesischen Familie seines Vaters, was ihn zu seinen Expeditionen inspirierte. Zusammen mit seinen Eltern besuchte David Lama als Kind seine Verwandten in Nepal regelmäßig. Als er jedoch die Leidenschaft für das Klettern entdeckte und daraufhin als Kletterwunderkind die internationale Wettkampfszene aufmischte, zog es ihn weniger in die Heimat seines Vaters. Mittlerweile gehört David Lama zu den besten und vielseitigsten Profi-Alpinisten weltweit, doch seine Projekte die letzten Jahre konzentrierten sich meist auf Pakistan oder Patagonien. Die Expeditionen zum Lunag Ri waren somit nicht nur ein Bergsteiger-Projekt, sondern auch eine Reise zu seinen Wurzeln.

Tipp: ServusTV zeigt am Mittwoch, den 11.1. um 21:15 Uhr eine Dokumentation über Davids Expedition zum Lunag Ri und seine Reise in das Heimatdorf seines Vaters.

Webtipp:Mammut, David Lama, Conrad Anker



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