01 März 2010

ABS Lawinen-Airbag rettete zwei Leben

Dank seines Lawinen-Airbags blieb ein 34-Jähriger nach einem Lawinenabgang an der Oberfläche und konnte sich und seine gänzlich verschüttete Begleiterin so vor dem weißen Tod retten.

„Wir wollten von der Resterhöhe im Kitzbueheler Skigebiet (Mittersill, Salzburg, A) aus über das Stangenjoch nach Aschau bei Kirchberg in Tirol abfahren. Wegen der schlechten Sicht verirrten wir uns aber.

Bei der Suche nach der richtigen Abfahrt querten wir einen nicht allzu steilen, in westliche Richtung ausgerichteten Hang, den ich faelschlicherweise als nicht lawinengefaehrdet einschaetzte und lösten ein grosses Schneebrett aus. “ berichtet Daniel B. aus München, der am 6. Februar mit seiner schwedischen Begleiterin Stina S. (29) ein Lawinenunglück überlebte.

„Der ganze Hang kam ins Rutschen und riss meine Begleiterin und mich rund 110 Höhenmeter in die Tiefe. Glücklicherweise habe ich sofort meinen Airbag-Rucksack aktiviert,“ schildert der Münchner. „Ich wurde bis zum Brustkorb verschüttet, konnte mich aber mit meiner Schaufel schnell ausgraben. Dabei spürte ich gluecklicherweise am Schienbein einen Ski meiner Begleiterin, die keinen Airbag dabei hatte und grub auch sie aus ohne dass ich LVS und Sonde benutzen musste. Sie war insgesamt ungefähr sechs Minuten verschüttet, hat anfangs schwer geatmet und war nicht ansprechbar, aber nach kurzer Zeit ging es ihr wieder gut. Währenddessen hatte ich auch bereits über Handy die Bergrettung alarmiert.“

Lawinenairbag als Schutzengel

Da der Notarzthubschrauber wegen der extremen Witterungsbedingungen nicht landen konnte, musste die Bergrettung auf Skiern zu den beiden unverletzten Urlaubern vorstoßen und brachte sie in Sicherheit.

„Wir sind sehr dankbar, dass wir von der sehr professionell agierenden Bergwacht aus unserer misslichen Lage befreit wurden. Bezüglich des Lawinenairbags kann man nicht sagen, ob ich ohne den Lawinenairbag sicher verschüttet worden wäre. Aber angesichts der Tatsache, dass ich in keinem Moment unter der Lawine war, Stina schon relativ früh und ich im Auslaufbereich nur teilverschüttet war und Stina ganze 1,50 m unter dem Schnee lag, gehe ich davon aus, dass auch ich verschüttet gewesen und nicht in der Lage gewesen wäre, mich selbst zu befreien. Angesichts der Wetterlage und der von uns gewählten Abfahrt denke ich, dass die Bergrettung mindestens mehr als eine Stunde gebraucht hätte, um uns zu finden. Daher bin ich der Meinung, dass weder Stina noch ich diesen Lawinenabgang ohne meinen Airbag überlebt hätten.“

InfosABS-Lawinen-Airbag

223 von 226 Lawinenopfern mit ausgelöstem Airbag haben überlebt

Von 226 vom Schweizer Lawineninstitut dokumentierten und bekannten Lawinenunfällen mit dem ABS Airbag waren 106 Personen nicht verschüttet. 81 teilverschüttet, 21 ganz verschüttet, der Airbag allerdings noch sichtbar und 3 samt Airbag ganz verschüttet. In 15 Prozent der Fälle ist der Verschüttungsgrad unbekannt. 223 Personen haben überlebt, 3 nicht.*

„Jeder erfahrene Lawinenretter weiß, wie gering die Chancen für eine Lebendbergung sind, wenn ein Lawinenopfer einen Meter oder mehr verschüttet ist. Ich kann deshalb nur eindringlich raten, sich so auszurüsten, dass man die eigene Verschüttung möglichst verhindert,“ ist Hans-Jürg Etter, Präsident der Kommission Lawinenrettung der IKAR, überzeugt.

*Quelle: SLF, Bekannte und dokumentierte Lawinenunfälle mit ABS Lawinenairbag, August 2009

Da der Notarzthubschrauber wegen der extremen Witterungsbedingungen nicht landen konnte, musste die Bergrettung auf Skiern zu den beiden unverletzten Urlaubern vorstoßen und brachte sie in Sicherheit.
Der ABS Lawinenairbag von Daniel B. war in diesem Fall wohl der entscheidende Faktor für das Überleben der beiden.
Bis die Bergrettung nach dem Lawinenunglück eintraf, bauten sich Daniel B. und Stina S. eine Schneehöhle.


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