05 November 2005

Alpinclub Sachsen hilft in Pakistan

Alpinclub Sachsen engagiert sich in Pakistan

Bergsteiger helfen schnell, effizient und unbürokratisch

Am 8. Oktober 2005 erschüttert ein Erdbeben der Stärke 7,5 auf der Richterskala die südlichen Ausläufer des pakistanischen Himalaya. Das Epizentrum liegt etwa 100 Kilometer nördlich der Hauptstadt Islamabad. Seine Folgen sind verheerend: Über 70.000 Menschen kommen ums Leben. Mindestens ebenso viele tragen schwere Verletzungen davon. Drei Millionen Menschen sind obdachlos geworden. Der hereinbrechende Winter macht die Hilfsaktionen in den betroffenen Gebieten zu einem Wettlauf gegen die Zeit.

Knapp eine Woche nach dem Erdbeben sind Jens Sommerfeldt und Christian Walter vom Alpinclub Sachsen e.V. vor Ort. Die beiden Bergwachthelfer konzentrieren ihre Arbeit auf das Tal von Sakargah, einem der vielen, kaum zugänglichen Seitentäler des Industals. Sie versorgen Kinder, Frauen und Männer, koordinieren die Verteilung von Hilfsgütern, organisieren den Abtransport von Schwerverletzten. Sie leisten erste, schnelle und effektive Notfallhilfe: dort, wo die großen Organisationen kaum hinkommen. Dort, wo neben medizinischem Wissen bergsteigerische Fähigkeiten gefordert sind. Dort, wo die Menschen am schlimmsten leiden.

Drei Wochen bleiben Sommerfeldt und Walter in Pakistan. Inzwischen wurden sie von Rettungssanitäter Thomas Mecklenburg und Arzt Rutker Stellke abgelöst. Die beiden setzen die akute Versorgung fort: Sie kümmern sich vor allem um Kinder, von denen viele schlimmste, seit Wochen unbehandelte Verletzungen haben.

Die kontinuierliche Hilfsarbeit ist dringend nötig. Nach Angaben des UN-Koordinators für humanitäre Hilfe Jan Egeland nimmt die Lage im pakistanischen Erdbebengebiet schlimmere Ausmaße an als die nach der Tsunami-Katastrophe in Südasien. „Wir haben noch nie solch einen logistischen Alptraum erlebt“, sagte Egeland. „Wir dachten, der Tsunami war das schlimmste, was passieren konnte. Das hier ist schlimmer.“ Die internationale Gemeinschaft müsse eine „zweite Berliner Luftbrücke“ einrichten.

Das Problem: Noch fließen die internationalen Spendengelder extrem spärlich. Inzwischen sind die zur Verfügung stehenden Mittel so knapp, dass dringend benötigte Hubschrauberflüge kaum noch finanziert werden können. Am 26. Oktober 2005 hatten sich 60 UN-Mitgliedsländer in Genf auf die Bereitstellung von 580 Millionen Dollar geeinigt. Von den zugesagten Geldern wurden bis heute gerade einmal 20 Prozent zur Verfügung gestellt. Während dem Internationalen Roten Kreuz 1,2 Milliarden Dollar für die Folgen des Wirbelsturms Katrina und 500 Millionen Dollar für die Tsunami-Katastrophe gespendet wurden, waren es für Pakistan bisher knappe 2 Millionen Dollar. Das Erdbeben im Himalaya droht ein vergessenes Desaster zu werden.

Für seine weitere Arbeit vor Ort ist auch der Alpinclub Sachsen e.V. auf Spenden angewiesen. Diese werden zunächst für die medizinische Notfallhilfe eingesetzt. Mittelfristig sollen sie für den Wiederaufbau von Straßen und Brücken, Schulen und weiterer wichtiger Infrastruktur verwendet werden. Die Spenden fließen laut Markus Walter vom Alpinclub Sachsen e.V. zu 100 Prozent nach Pakistan.

Spendenkonto

Alpinclub Sachsen e.V.

Dresdner Bank

BLZ 850 80 000

Konto 030 866 28 02

Aktuelle Informationen gibt es unter www.alpinclub.com und www.k2climb.net.

Verschütte Straßen
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