Juliane Wurm Muenchen-WM Finale 2014 (c) Marco Kos
18 Juli 2015

Boulder-Weltmeisterin Juliane Wurm beendet Karriere

Die erfolgreichste deutsche Kletterin aller Zeiten tritt zurück und holt sich zum Abschluss ihrer Wettkampfkarriere den 19. Meistertitel

Ich habe jetzt zwei große Titel gewonnen. Das ist für mich der ideale Zeitpunkt zum Aufhören“, sagt die amtierende Welt- und Europameisterin. „Ich möchte mich mehr auf das Felsklettern und mein Medizinstudium konzentrieren.“ Dem DAV bleibt Juliane Wurm in vielerlei Hinsicht verbunden: Unter anderem kann sie es sich sehr gut vorstellen, als Jugendtrainerin aktiv zu werden. 

Eine großartige Karriere
Ihren ersten großen Erfolg feierte die gebürtige Dortmunderin mit 15 Jahren in Wuppertal: Dort wurde sie 2006 die jüngste Deutsche Meisterin im Klettern. Mittlerweile hat die heute 24-Jährige 18 Deutsche Meistertitel erklettert – und zwar nicht nur im Bouldern, sondern auch im Leadklettern und im Speed.
Überaus erfolgreich war Juliane Wurm auch in den internationalen Wettkämpfen: Während ihrer Zeit in der DAV Jugend-Nationalmannschaft holte sie zwei JugendEuropameistertitel und einen Jugend-Vize-Weltmeistertitel im Lead. Nachdem sie es zuerst noch in beiden Disziplinen in den Senioren-Weltcups versuchte, spezialisierte sich Wurm bald auf das Bouldern. Hier gelangen ihr immer bessere Resultate, und seit ihrem 3. Platz beim Weltcup in Vail/USA 2010 konnte sie sich in der Weltspitze etablieren. Es folgten zahlreiche Finaleinzüge und Podien, und nachdem sie in den Jahren 2013 und 2014 je einen Boulder-Weltcup für sich entscheiden konnte, schaffte sie im August 2014 den ganz großen Wurf: In München holte sie bei der BoulderWeltmeisterschaft den Titel. Dass sie diesen verdient gewonnen hatte, bestätigte sie im Mai dieses Jahres in Innsbruck. In unglaublich souveräner Manier wurde sie dort auch Europameisterin.

Zu diesem Zeitpunkt hatte sie sich allerdings bereits entschieden, in Zukunft ihr Studium mit vollem Engagement zu betreiben. Zwei Weltcuptermine im Juni in Fernost hatte sie deshalb bereits abgesagt und sich damit auch gegen die Konkurrenz um den Gesamtweltcup im Bouldern entschieden. Beim Finale des Weltcups in München wird sie nicht mehr aktiv mitklettern, aber anwesend sein. Für das Münchner Publikum wird es eine Gelegenheit geben, sich von ihr zu verabschieden.

Großer Respekt für ihre Entscheidung
So viele nationale und internationale Titel konnte bislang kein deutscher Kletterer und keine deutsche Kletterin jemals zuvor gewinnen. Und doch sind es nicht nur die herausragenden Leistungen, die Juliane Wurm zu einer großen Sportlerin gemacht haben. „Es ist vor allem auch ihre offene und positive Art, die ihr beim Publikum, bei den Konkurrentinnen und in der gesamten Kletterszene viele Sympathien eingebracht hat“, sagt Matthias Keller, der beim DAV für den Leistungssport verantwortlich zeichnet und ihre Karriere von Beginn an begleitet hat. „Julianes Rücktritt ist für das deutsche Team ein herber Schlag und für mich persönlich ausgesprochen traurig. Trotzdem: Ich habe großen Respekt davor, dass sie diesen Schritt auf der Höhe ihrer Karriere macht.“ Ähnlich äußert sich auch der für den Leistungssport zuständige DAV-Vizepräsident Dr. Guido Köstermeyer: „Ihr Rücktritt wirft den Verband sportlich zurück, das ist ganz klar. Aber diese Entscheidung verdient allen Respekt. Wir wünschen ihr für ihren Weiterweg alles Gute und freuen uns, wenn sie an der einen oder anderen Stelle auch weiterhin mit uns zusammenarbeitet.“

Eine Goldmedaille zum Abschied
Heute holte sich Juliane in Friedrichshafen den letzten Titel. Schon nach dem Halbfinale war der 18-fachen deutschen Meisterin die Spitzenposition sicher. Nachdem ihr in der Qualifikation alle fünf Boulder im ersten Versuch gelangen, bereiteten ihr auch die Halbfinalboulder keinerlei Schwierigkeiten. Im Finale lief es nicht ganz so reibungslos für sie, dennoch reichte es für den Tagessieg und einen absolut verdienten 19. Deutsche Meister-Titel.

Quelle: DAV

Juliane Wurm Muenchen-WM Finale 2014 (c) Marco Kos
Juliane Wurm Muenchen-WM Finale 2014 (c) Marco Kos


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