Von außen alles andere als erhaben - so ist der erste Eindruck, wenn man zur Pfarrkirche Petrus Canisius in Innsbruck kommt. Noch stehen zahlreiche Handwerker-Fahrzeuge vor der Pfarrkirche und rechts vom Haus ist ein Bagger eifrig dabei, das Rundherum zu verschönern. Mitten um den Altar der Pfarrkirche ist eine Boulderhalle entstanden, deren fast schwebend wirkende Wandelemente den runden Altar umschließen, auf den nur noch das darüber hängende Kreuz auf sein Altar-Dasein hinweist.
Die auf Boulderhallen spezialisierte Firma Steinblock hat 2,8 Millionen Euro investiert, um ein Boulder- & Gastro-Erlebnis in der denkmalgeschützten Pfarrkirche zu ermöglichen. Die Halle gehört ab November primär den Boulderern, an 2 Stunden am Sonntag soll aber - angedacht ist mitten in der Boulderhalle - eine Messe abgehalten werden (so zumindest die Planung der Erzdiözese Innsbruck).
Der runde Altar steht mitten in der Boulderhalle und sollte (darf) nicht als Ablagefläche oder dergleichen verwendet werden. Wie das im Realbetrieb dann gehandhabt wird, ist noch unklar. Elektronischer Sensor, der bei Berührung einen Alarmton abgibt, oder eine komplette, bei Messen wieder zu entfernende Abgrenzung ist nur eine der Möglichkeiten, den denkmalgeschützten Altar vor unbefugter Verwendung zu schützen. Laut Bischof Hermann Glettler ist geplant, jeden Sonntagabend an diesem Altar inmitten der Boulderanlage zu feiern. Der genaue Zeitpunkt (rund 2 Stunden) wird dann vom Betreiber Steinblock vorab bekanntgegeben.
Einer der größten Posten bei der Umwandlung zur Boulderhalle war die nötige Lüftungsanlage. In zwei Räumen im Keller sind die Luftfilter untergebracht. Aber auch das Eingangssystem, der Treppen- und Emporerundgang und der neue Gastrozubau waren große Punkte, die in enger Abstimmung mit dem Denkmalamt und der Stadt Innsbruck umgesetzt wurden.
Ein großes Plus ist der Gastrobereich, der im Anschluss an die Boulderhalle (in Teilen der ehemaligen Pfarrerwohnung) optisch ansprechend realisiert wird. Vor dem Gastrobereich befinden sich ein gerade neu gestalteter Park und ein Radweg direkt am Inn - diese Kombination lässt vermutlich auf eine hohe Frequenz schließen, weshalb an diesem Steinblock-Boulder-Standort auch fast doppelt so viele Mitarbeiter wie an den anderen Steinblock-Boulderhallen gebraucht werden.
Die Steinblock-Boulderhalle Innsbruck öffnet - so Gott es will – am 7. November ihre Pforten, die Gastronomie mit gesamt 100 Sitzplätzen im Innen- und Außenbereich geht ein paar Wochen später in den Vollbetrieb. Kleine Gottesdienste der Pfarrkirche Petrus Canisius werden weiterhin stattfinden, dafür gibt es eine kleine Kapelle und einen Pfarrsaal im Erdgeschoss. Für Frühaufsteher unter den Boulderern wird es ein automatisches Zugangssystem geben.
Daten Steinblock-Innsbruck Boulderhalle:
- Ort: Pfarrkirche Petrus Canisius; Santifallerstraße 5, 6020 Innsbruck
- Boulderfläche: 619 m² + 39 m² Kilterboards
- Boulderboards: 2 Kilterboards und 1 fixes Bord
- Boulder-Gastro: 50 Innenplätze und 50 Außenplätze
- Öffnungszeiten mit Abo von 06:00 bis 00:00 Uhr
Webinfo:

Die Boulderwände mitten in der Pfarrkirche Petrus Canisius - das Runde ist der Altar.


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