Foto: Hubert Hager
02 April 2007

Dachstein Xtreme - der Rennbericht

Ein extrem starkes Starterfeld, widrige Bedingungen und das erste Weltcuprennen in Österreich...

Alpine Passagen wurden gestrichen

„Wenn das Wetter schlecht ist, dann bedeutet das harte Arbeit für die Organisatoren. Das Team muss rasch entscheiden. Der Ablauf war sehr gut“, so kommentierte Lluis Gomez, Vizepräsident des ISMC (International Skimountaineering Committee), die Entscheidung der Organisatoren des „FRITSCHI Dachstein Xtreme“, angesichts der widrigen Witterungsverhältnisse (schlechte Sicht, Schneefall) die Strecke zu verkürzen. Die Dachstein-Steinerscharte und somit auch alpine Passagen wurden gestrichen, der Kurse auf 18 km und 1600 Höhenmeter verkürzt.

Einem Teil der Sportler kam das durchaus entgegen, so etwa dem Team aus Frankreich. „Ich wäre froh, wenn der Dachstein aus der Strecke gestrichen werden würde“, so Patrick Rassat, Coach vom Team Frankreich, einem der Favoriten für dieses Weltcuprennen. Ein anderer Favorit für den Titel des Österreichischen Meisters, Alexander Lugger aus Kärnten, der bekannt für seine sehr guten technischen Fähigkeiten ist, war nicht eben glücklich über die Entscheidung und kämpfte zudem mit den Nachwirkungen einer Erkrankung.

Bei einem Mitfavoriten auf den Titel, Martin Hornegger aus Annaberg, Salzburg, war die Motivation nach einem Sterbefall in der Familie nicht eben hoch, ganz im Gegensatz zu Andi Ringhofer aus Schladming. Er hoffte auf seine starke Form, ebenso wie Markus Stock aus Bischofshofen, der vor allem auf seine gute Form im technischen Bereich hoffte.

Das Rennen

Die rund 170 Teilnehmer (kurze und lange Strecke) gingen trotz des schlechten Wetters mit vollem Elan zur Sache. Lugger setzte sich bald nach dem Start an die Spitze und erarbeitete sich einen Vorsprung von einer Minute. Er wäre der erste Österreicher gewesen, der ein Weltcuprennen für sich entschieden hätte, und genau danach sah es auch lange aus. Doch dann passierte das, was der zweifache Österreichische Meister befürchtet hatte: „Für mich war es ein Riesen-Nachteil, dass der Dachstein nicht dabei war. In den technisch schwierigen Abschnitten erarbeitete ich mir einen Vorsprung, danach fiel ich zurück“.

Lugger wurde von dem Schweizer Florent Troillet überholt, der die Führung bis ins Ziel nicht mehr abgab und mit 1:59 das Weltcuprennen auf der langen Strecke für sich entschied. „Ein super Rennen, mein erster Weltcupsieg“, so der Schweizer strahlend. Nur 23 Sekunden nach ihm kam der Franzose William Bonnardion ins Ziel, Dritter wurde Dennis Brunod aus Italien mit einer Zeit von 2:00.

Trotz des hochkarätigen Starterfeldes aus 12 Nationen gingen die Österreicher voller Optimismus ins Rennen. Ein Mann konnte vor allem gegen Ende des Rennens noch einmal kräftig zulegen. Andi Ringhofer gab alles und holte sich als Gesamt-Vierter in einer Zeit von 2:00:15 erstmals den Titel des Österreichischen Meisters und löst damit Lugger ab. „Ein wunderschönes Rennen und ein wunderschöner Tag für mich. Die Österreicher haben sich im Vergleich mit den weltbesten Athleten topp geschlagen“, so das Resümee des frischgebackenen Österreichischen Meisters. Als Fünfter und einer Zeit von 2:01 wurde Langzeitführender Alexander Lugger Vizemeister in der ÖM, der Annaberger Martin Hornegger als 18. und einer Zeit von 2:09 Dritter. Unglaubliches Pech hatte Markus Stock, er wurde in einen Sturz am Start verwickelt, verlor dabei einen Schi und musste aufgeben. „Ich bin maßlos enttäuscht, denn die Form hätte gepasst“, so der enttäuschte Bischofshofner. Ebenfalls nicht ins Ziel gekommen ist Tom Wallner aus Bischofshofen. Der Italiener Lorenzo Holzknecht siegte als Gesamtzehnter mit einer Zeit von 2:07 in der Juniorenwertung.

Mit der unglaublichen Zeit von 2:20 holte sich die Französin Laetitia Roux als beste Schibergsteigerin den Sieg bei den Juniorinnen, vor der Italienerin Gloriana Pellissier (2:21), die sich den Sieg bei den Seniorinnen sicherte. Mit einem Abstand von 31 Minuten landete die beste Österreicherin Simone Hornegger auf dem gesamt achten Rang, Rang zwei bei den Damen (2:51). Sie ist damit Österreichische Meisterin im Schibergsteigen. Die Wertung Damen konnte die Deutsche Judith Grassl in 2:35 für sich entscheiden.

Organisation

„Das Wetter war zwar nicht so strahlend wie im vergangenen Jahr, dafür haben wir aber bewiesen, dass wir uns als Organisatoren auf die veränderten Verhältnisse auch kurzfristig einstellen können. Ein besonderer Dank gebührt unseren Partnern Planai-Bahnen und Schladming“, so Karl Posch, Veranstalter des Dachstein Xtreme, Chef des ASTC (Österreichische Meisterschaft im Schibergsteigen) und Präsident des ASKIMO (Austrian Skimountaineering Organisation of Competitions) sichtlich erleichtert nach der perfekten Abwicklung des Events. Begeistert zeigten sich auch Vertreterinnen der Olympiabewerbung Salzburg. Mag. Lucie Rothauer war beeindruckt von den Leistungen der Athleten: „Bewundernswert ist die Kombination aus Leistungssport und Gefahr“. Und auch Ernst Trummer von den Planai-Bahnen war erfreut über die große Zahl an Sportlern aus den unterschiedlichsten Nationen, und das „trotz der unwirtlichen Bedingungen – umso erstaunlicher die Leistung der Athleten“.

Webtipp:

FRITSCHI Dachstein Xtreme - Starter- und Ergebnisliste

Dachstein Gletscher

Schladming - Infos über den Ort

Foto: Hubert Hager
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