Vom Gipfelstürmer bis zum Trödler, das Firmenranking
05 Oktober 2010

Discover Fairness! Outdoor-Branche auf dem Prüfstand

Welche Maßnahmen ergreifen Outdoor-Unternehmen, wie The Mammut, Salewa oder Jack Wolfskin, für die Einhaltung der Arbeits- und Menschenrechte in ihren Zulieferbetrieben? - Eine neue Studie zeigt es auf….

Outdoor-Sportarten und die dazu passende Funktionskleidung erleben einen neuen Boom. Dieser Trend war Anlass für die Clean Clothes Kampagne (CCK) genauer hinzusehen und zu erheben, wer die Gipfelstürmer sind, die zu ihrer sozialen Unternehmensverantwortung im Produktionsland stehen, und wer in der Outdoorbrache noch damit trödelt.

ArbeiterInnen in Produktionsländern

Während die Outdoor-Unternehmen ihre Produkte gerne mit Nachhaltigkeit und dem Gefühl von grenzenloser Freiheit bewerben, müssen die ArbeiterInnen in den Produktionsländern tagtäglich an ihre Grenzen und darüber hinausgehen. ArbeiterInnen in Produktionsstätten von Outdoor-Unternehmen geben an, dass der Monatslohn nicht zum Leben reicht. „Es reicht nur für einige Schüsseln Fleisch oder Gemüse“, berichtet ein Arbeiter, der in einem vietnamesischen Zulieferbetrieb von Vaude und Columbia beschäftigt ist. Eine andere junge Arbeiterin führt aus: „Was wir hart verdienen, reicht gerade so. In ein Restaurant gehen oder etwas für Unterhaltung ausgeben, ist nicht drin.“ Um überhaupt zu überleben, arbeiten sie in Spitzenzeiten durchschnittlich 16 Stunden am Tag.

Unternehmensbefragung: Gipfelstürmer oder Trödler?

Im Rahmen des neuen CCK-Schwerpunkts „Discover Fairness! Aktiv für Menschenrechte.“ wurden 14 internationale Outdoor-Unternehmen nach ihren Maßnahmen für faire Arbeitsbedingungen in ihren Zulieferbetrieben gefragt und Unternehmensprofile erstellt. Die Firmen wurden in fünf Kategorien eingeteilt: Gipfelstürmer, Spaziergänger, Einsteiger, Trödler und Verweigerer. Zwei der befragten Unternehmen schafften es in die Kategorie Gipfelstürmer, die Schweizer Unternehmen Odlo und Mammut. Informations-Verweigerer gab es keine. Alle Unternehmen zeigten sich mehr oder weniger transparent und stellten Informationen zur Verfügung.

„Der Gipfel ist noch für viele Firmen in weiter Ferne. Besonders das Bekenntnis zur Zahlung eines existenzsichernden Lohns fehlt beim Großteil der Unternehmen, und der ist ein Menschenrecht“, zeigt sich Michaela Königshofer, Koordinatorin der österreichischen Clean Clothes Kampagne, kämpferisch.

Das in Deutschland ansässige Unternehmen Tatonka trifft, wie auch andere VertreterInnen der Branche, keine Vorkehrungen für eine Mitbestimmung von ArbeiterInnen in Produktionsländern - und erhält somit Trödler-Status. Beim schwedischen Hersteller Fjällräven, beispielsweise, fehlen Obergrenzen für Überstunden, wodurch exzessiver Mehrarbeit in den Fertigungsstätten Tür und Tor geöffnet ist. Dafür gibt es nur den Einsteiger-Status.

Auch das deutsche Unternehmen Vaude befindet sich noch in dieser Kategorie. Das könnte sich aber bald ändern. Vaude und das noch schlechter eingestufte Unternehmen Schöffel haben in Aussicht gestellt, der Multi-Stakeholder-Initiative Fair Wear Foundation beizutreten. Damit würden sich die Unternehmen einem der weitest reichenden Verhaltenskodizes verpflichten.

Die Studie zum Download findet ihr hier

Zur Online Unterschriften Aktion "Discover Fairness! Aktiv für Menschenrechte"

Webtipp:

www.cleanclothes.at

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