Am Gipfel des Turret mit Ausblick auf den Sam Ford Fjord. (Foto: Klaus Fengler)
14 Juli 2016

Erfolgreicher Abschluss der Turret-Expedition

Stefan Glowacz, Robert Jasper und der Fotograf Klaus Fengler kehrten am 3. Juli 2016

erfolgreich von ihrer fair means Expedition nach Buffin Island zurück.

Stefan Glowacz, Robert Jasper und der Fotograf Klaus Fengler kehrten am 3. Juli 2016, nach 340 zu Fuß zurück gelegten Kilometern und einer 15 Seillängen Tour im Schwierigkeitsgrad 9-/A1, erfolgreich von ihrer Baffin Island Expedition zurück.

Am 31.05.2016 starteten die drei in Clyde River, um mit einem speziell für diese Expedition entwickelten Multifunktionsschlitten aus Carbon die Big Walls im Sam Ford Fjord “by fair means”, d.h. aus eigener Kraft zu erreichen. Ziel war die Turret Westwand, die vom Sam Ford Fjord aus 800 Meter in die Höhe ragt. Dem Team gelang es bei dieser einzigartigen Expedition alles bis auf die Ausstiegsrisse frei zu klettern - wobei die Schwierigkeiten in den 15 Seillängen bis 9-/A1 reichten.

Am 31. Mai 2016 starteten Glowacz, Jasper und Fengler beim letzten Zivilisationspunkt in Clyde River, von wo aus die über den Landweg und aus eigener Kraft den 170 Kilometer entfernten Sam Ford Fjord erreichen wollten. Dabei handelte es sich um ein nicht ungefährliches Experiment, denn aufgrund der lebensfeindlichen Bedingungen in dieser Gegend der Erde mit bis zu -25° Celsius und der ständigen Gefahr durch Eisbären ließen sich bisherige Expeditionen meist im Frühjahr mit dem Skidoo über das gefrorene Meer fahren oder im Sommer mit dem Schiff absetzten.

In nur 9 Tagen erreichte das Team den Fuß des Turret, was nur aufgrund der Zuhilfenahme eines von Glowacz konstruierten Schlittens zu schaffen war. Dieser 12 kg leichte Schlitten, der in Zusammenarbeit mit „Carbotech“ entstand, kann sowohl als normaler Schlitten, als auch als Gefährt mit Rädern, Raft oder Portaledge für zwei Personen verwendet werden.

Im Vorfeld der Expedition informierte sich die Gruppe über bereits erfolgte Begehungsversuche auf der bis dato noch unbestiegenen Westseite des Turrets und fand heraus, dass sich zwei Jahre zuvor eine kanadische Expedition in der Wand versuchte, jedoch aufgrund des schlechten Wetters den Begehungsversuch abbrechen musste.

Erst während der Kletterei in der Wand stellten Glowacz, Jasper und Fengler fest, dass sich neben der bekannten Route der Kanadier noch eine alte Technoroute befand. Dadurch unbeirrt kletterte das Team alles bis auf die Ausstiegsrisse - zum Teil auf komplett neuen Seillängen - frei. Obwohl das Vorhaben kurzzeitig durch Verletzungen - Glowacz verletzte sich durch einen Steinschlag an beiden Händen - und das aufkommende schlechte Wetter vor dem Scheitern stand, gelang es den Abenteurern dennoch, die Wand in 20 Stunden zu begehen. Dabei musste Jasper im oberen Bereich die Führungsarbeit alleine übernehmen und die teils vereisten Ausstiegsrisse im Schneetreiben klettern.

Für den Rückmarsch über Fjorde, Pässe, Seen und Land, benötigten die drei insgesamt 13 Tage, bevor sie wieder in Clyde River ankamen, wo sie sich über ihre gelungene fair means Expedition freuen konnten, obwohl die Besteigung des Turret auf einer nicht wie geplant völlig neuen Route erfolgte.

Die drei Expeditionsteilnehmer mit ihren speziell angefertigten Schlitten. (Foto: Klaus Fengler)
Am Gipfel des Turret mit Ausblick auf den Sam Ford Fjord. (Foto: Klaus Fengler)
(Foto: Klaus Fengler)
Der Turret. (Foto: Klaus Fengler)
Bei den Vorbereitungen zum Klettern. (Foto: Klaus Fengler)


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