F-Ferrata in der Postalmklamm
27 Juni 2011

F wie Ferrata

Auf der Postalm im Salzkammergut wurde einer der schwersten Klettersteige Europas mit der Schwierigkeit F erbaut.

 

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F-Ferrata auf der Postalm

Nach dem viel diskutierten Bau des ersten Klettersteiges mit der Höchstschwierigkeit F auf der Bürgeralm (Steiermark) gibt es seit gut 14 Tagen auf der Postalm eine neue Variante, mit der hinsichtlich Kühnheit und Schwierigkeit eine der schwersten Steiganlagen Europas entstanden ist.

Die neue F-Ferrata in der sog. Gamsleckenwand ist ca. 15 m hoch, stark überhängend und hat keinerlei Steig- oder Tritthilfen. Es wurde lediglich ein Seil locker über den großen Überhang gespannt, an dem man sich athletisch hinaufhangeln muss. Stürzen ist absolut tabu und die Erbauer wünschen sogar eine bei Klettersteigen grundsätzlich unübliche Zusatzseilsicherung.

Wir haben uns diese F-Ferrata genau angeschaut und den extremen Eisenweg hinsichtlich Schwierigkeit und Sicherheit analysiert. Nach mehreren Begehungen zieht Andreas Jentzsch ein durchaus positives Resümee: „Alles in allem wirklich gelungen - man wird sehen, was die anderen dazu sagen“.

Diskussion über F-Klettersteige

Nach einigen Gesprächen mit Klettersteiggehern - von denen sehr viele auch Klettern (meist im 7ten Grad), denken wir, dass es vielleicht an der Zeit ist, auch im Klettersteigsport zu neuen Schwierigkeiten vorzustossen. Ähnlich wie beim Klettern (damals der 6te Grad) war auch im Klettersteigsport D bzw. E immer die Obergrenze in der Schwierigkeitsskala.

Geklettert werden sollten diese F-Ferratas - wie eben auch auf Klettersteigen üblich - ohne zusätzliche Seilsicherung. Die neue F-Ferrata an der Postalm zeigt, dass dies möglich ist. Offen bleiben aber die Folgen eines Sturzes ins Klettersteigset.

Viele Klettersteigerrichter scheuen derzeit noch den Schritt zum neuen F-Schwierigkeitsgrad und lassen die Schwierigkeit ihrer Steiganlagen bei der Stufe E in der Bewertungsskala enden.

Man will den Klettersteiggeher offenbar nicht an neue Leistungsgrenzen heranführen, da die Folgen eines Sturzes nicht absehbar sind und die Haftung des Klettersteigerhalters deutlich schärfer ist als z.B. bei alpinen Kletterouten.

Trotz der bekannt hohen Gefahren bei einem Sturz ins Klettersteigset, erscheint uns die verpflichtende Seilsicherung bei F-Steigen nicht nachvollziehbar, da die Folgen eines Sturzes auf einem E- und D-Steig die gleichen sind.

Industrie entwickelt neue Sicherheitssysteme

Der derzeitige Klettersteigboom lässt aber auch die Industrie nachdenken, wie man diesen Sport sicherer gestalten kann. Mit neuartigen Blockiersystemen (Skyturn) oder einer neuen Kurzfixierung (Ferrata.bloc, derzeit in Entwicklung von AustriAlpin) wird einiges an Entwicklungsarbeit geleistet.

Auch in Sachen Bandfalldämpfer wird fieberhaft an einer Lösung gesucht, die auch sehr leichten und sehr schweren Klettersteiggehern bzw. Kindern gerecht wird. In vielen Gebrauchsanweisungen für Klettersteigsets ist derzeit z.B. eine 80 kg-Obergrenze beim Körpergewicht vermerkt und bei extremen Leichtgewichten löst der Bandfalldämpfer vielleicht gar nicht aus!

F-Klettersteigbau

Gebaut wurden die derzeit einzigen F-Klettersteige von keinem Unbekannten. Stefan Gatt, erfahrener Alpinist und Höhenbergsteiger (erste Snowboard-Abfahrt vom Mount Everest), errichtete sowohl die F-Variante auf der Bürgeralm als auch die F-Ferrata auf der Postalm.

Infos zu den F-Klettersteigen

Eine genaue Beschreibung dieser F-Ferrata findet ihr in der neuen, druckfrischen 4ten Auflage des Klettersteigführers Österreich mit DVD-ROM - Informationen zum Buch unter www.alpinverlag.at

$Video: Ferrata Extreme 2 - die F-Ferrata in der Postalmklamm

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Blättern im neuen Klettersteigführer Österreich + DVD-Rom

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F-Ferrata in der Postalmklamm
F-Ferrata in der Postalmklamm
Der Ferrata.bloc von Austrialpin (noch in Entwicklung)
Die F-Variante auf der Bürgeralm (Steiermark)
Die F-Variante auf der Bürgeralm (Steiermark
Zum Vergleich - die E-Stelle am Einstiegsüberhang - "Der Johann" Klettersteig (Dachstein)
F-Ferrata in der Postalmklamm


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