Felsblock fliegt per Hubschrauber auf den Gipfel
23 Juni 2010

Felsblock von China auf den Dachstein

Im Rahme des Kulturfestivals „Regionale X“ soll ein 4 Tonnen schwerer Felsblock auf den Gipfel...

Take off für Donnerstag geplant

Am Donnerstag soll es so weit sein, per Lastenhubschrauber (der angeblich extra aus dem Ausland kommt) wird der 4 Tonnen schwere Felsblock, den der chinesische Künstler Ai Weiwei irgendwo in China gefunden hat auf den Dachsteingipfel geflogen.

Diese Aktion hat einiges an Aufsehen, und wie könnte es anders sein auch heftig für Diskussionsstoff gesorgt. Die einen freuen sich, dass der Dachstein vielleicht dadurch zum 3000er werden könnte (die Freude ist aber unbegründet, da der Felsblock wohl keine 5 Meter hoch ist) die anderen wettern gegen die „hochalpine Gipfelinszenierung“.

Eines haben die Projektverantwortlichen aber mit Sicherheit erreicht, der derzeitige Medienrummel ist unbezahlte Werbung für ihr aktuelles Projekt und hebt den Bekanntheitsgrad der „Regionale X“ (wer hat davon schon mal gehört….) in schwindelerregende Höhen – in diesem Fall aber nur knapp unter die 3000er Marke.

Alpenverein: Lasst den Dachsteingipfel in Ruh‘!

Die Aussendung vom Alpenverein im genauen Wortlaut…

Der Österreichische Alpenverein fordert die für den Schutz des Dachsteingipfels zuständigen Politiker und Behörden auf, keine Genehmigung für die Installierung des vier Tonnen schweren Steinbrockens auf dem Gipfel zu erteilen.

Beim OeAV sind eine Fülle von Schreiben, Beschwerden und Kritiken zu diesem Projekt eingelangt. Übereinstimmend wird nicht „Kunst“ und „Kultur“ an sich kritisiert, sondern der Standort des zum Naturdenkmal erklärten Dachsteingipfels.

Diese Inszenierung reiht sich nahtlos ein in die vor Jahren versuchte Vergoldung des Großglockners, Projektideen wie in den Fels gehauene Steintreppen in Gipfelnähe und technische Erhöhungen von Gipfeln, damit sie eine gewisse Höhenangabe überschreiten, usw..

In diesem Zusammenhang warnt der Alpenverein vor der rasanten Zunahme derartiger hochalpiner Gipfelinszenierungen und dem Einsatz des Helikopters zum Steinbrockentransport. So können die Helikopterbewegungen Auswirkungen auf das in Oberösterreich angrenzende Natura 2000-Gebiet haben.

Die aus dem Transport resultierende negative CO2-Bilanz des Gipfels können die Gipfelgeher in den nächsten 1000 Jahren nicht mehr wettmachen. Ansonsten wird bei jeder Genehmigung eines Kleinkraftwerks auf die Klimarelevanz verwiesen. Im Zuge dieser Projektrealisierung scheint das keine Rolle zu spielen?

Webtipp:www.regionale10.at

Felsblock fliegt per Hubschrauber auf den Gipfel
Der 2995 m hohe Dachsteingipfel


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