Großer Eisvorhang unter dem Zapfen
08 Januar 2010

Gamsstubenfall – erste Komplettbegehung.

Eine der letzten großen Eiskletterlinien im Gasteinertal wurde geklettert…

Gasteiner Tal / Böckstein-Anlauftal „Gamsstubenfall“

Über ein Jahrzehnt warteten namhafte Kletterer darauf, dass sich dieser spektakuläre Wasserfall ausbildet. Teile der Route wurden in den Wintermonaten von 2003 und 2009 einzeln frei begangen.

Inhöger, Bubendorfer versuchten die Linie

Sepp Inhöger und Seilpartner kletterten das Einstiegscouloir 2003 und Thomas Bubendorfer mit Gefährte konnte im Januar 2009 die Schlüsselpassage der begehrten Linie klettern. Bis heute, konnte aber die Route nicht vollständig geklettert werden, weil sie meist schon Anfang Jänner, sehr stark der Sonne ausgesetzt ist und sehr viele objektive Komponenten für eine Durchsteigung stimmen müssen.

Bei -15 Grad stieg die Seilschaft ein

Die Lokals Hauser Rudolf, Holleis Alexander und der Pfarrwerfner Huber Rupert, stiegen am 4.Jänner 2010 in die 600m lange Route ein. Die Verhältnisse waren gut, so stieg die Seilschaft nach einem einstündigen Zustieg in den 1400m hoch gelegenen Wasserfall bei minus 15 Grad und der Ortszeit 8.30 ein. Die ersten Längen waren kalt, das Eis spröde, Röhrig und schwierig zum absichern.

Ein 7 m freihängender Eiszapfen

Nach den ersten 140 m erreichten sie ein Plateau von wo aus die Schlüsselpassage in Angriff genommen wird. Eine dünne Glasur gespickt mit Eispilzen, führt zu einem durchsichtigen Eisvorhang, wo am Ende ein 15m langer, 7 m freihängender Eiszapfen in die Tiefe wächst. Diese Passage wurde wie alle anderen Seillängen in freier Kletterei und ohne Zuhilfenahme technischer Mittel überwunden. Nach der psychisch anspruchsvollen Seillänge geht es im dritten Eisgrad weiter, bevor sich dann der Wasserfall erneut aufstellt.

Steiles Eis, kombiniertes Gelände und Schnee führten sie dann zum 2100m hoch gelegenen Ausstieg. Eine halbstündige Querung durch gefährlich geladene Hänge on Top der Eisarena führt sie zum Höhkarsteig, wo sie nach weiteren 50min Abstieg die Rucksäcke erreichten.

Zurück beim Auto wurde dann Bilanz gezogen.

11 Stunden non stop 800 Höhenmeter mit Schwierigkeiten bis WI7.

Auf diesem Weg, vielen Dank an die Freunde für einen weiteres unvergessliches Abenteuer.

Vielen Dank auch an LOWA und HAGLÖFS und Grivel für eine erstklassige Ausrüstung.

Text: Hauser Rudolf

Großer Eisvorhang unter dem Zapfen
Shlüsselstelle, der große Zapfen
Im Gamsstubenfall
Die Schlüsselseillänge
Hauser Rudolf am Anfang der Schlüssellänge Huber Rupert beim Sichern


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