Gerlinde Kaltenbrunner
03 September 2010

Goldmedaille für Kaltenbrunner und Precht

Segantini-Museum in St. Moritz wurden Gerlinde Kaltenbrunner und Albert Precht mit dem Mountain Award geehrt...

Die King Albert I Memorial Foundation hat am 28. August 2010 im Segantini-Museum in St. Moritz den goldenen King Albert Mountain Award folgenden Personen übergeben:

Gerlinde Kaltenbrunner, gebürtige Österreicherin und heute in Bühl (D) wohnhaft, hat als erste Frau dreizehn Achttausender ohne Hilfe von künstlichem Sauerstoff und mit nur minimaler Unterstützung bestiegen. Ihr kühner Stil "by fair means" und ihre phänomenale Leistungsfähigkeit machen sie zu einer der hervorragendsten Exponentinnen des Frauenbergsteigens.

Dr. med. Bruno Durrer, Lauterbrunnen (CH), hat als Bergrettungsarzt die moderne Technik der Flugrettung mitentwickelt und eingesetzt. Er hat tausende von Bergsteigern in teilweise schwierigsten Situationen gerettet.

Prof. Dr. Christian Körner, geboren in Salzburg und heute in Binningen (CH) wohnhaft, Direktor des Botanischen Institutes der Universität Basel, ist ein international anerkannter Spezialist für Fragen der Vegetation und Ökosysteme in der Hochgebirgen der Welt und seit 10 Jahren Präsident des globalen Forschungsprogrammes für Gebirgsbiodiversität. Er vertritt die Gebirge im Internationalen Jahr der Biodiversität 2010.

Albert Precht, Bischofshofen (A), ist seit Jahrzehnten einer der besten und kühnsten Freikletterer der Welt. Er hat über tausend Erstbegehungen in Felswänden bis zum achten Schwierigkeitsgrad unter Minimaleinsatz von Sicherungsmitteln gemacht.

Dr. Andreas Schild, gebürtig aus dem Berner Oberland und heute Kathmandu (Nepal) lebend, Generaldirekter des Internationalen Zentrums für integrierte Gebirgsentwicklung (ICIMOD) in Kathmandu, ist verantwortlich für die Zusammenarbeit der acht Hindukusch-Himalaya-Staaten im Blick auf Klimawandel und Wasserressourcen, aber auch auf die sozio-ökonomischen Globalisierungsprozesse und ihre Auswirkungen auf die Bergbevölkerung und ihre Landnutzung.

Emil Zopfi, Zürich (CH), ist derjenige Autor, der mit seinen alpinen Erzählungen, Romanen, Hörspielen, Essays, Kinderbüchern und Monografien nicht nur die Bergsteiger erreicht, sondern auch das grosse Publikum. Und ihnen die Faszination des Alpinismus, des Kletterns und der Berge überhaupt näher bringt.

Frühere Preisträger

Vor zwei Jahren verlieh die Stiftung zu Ehren des belgischen Königs und Alpinisten Albert I. ihre Auszeichnung der Französin Catherine Destivelle als eine weltbesten Bergsteigerinnen sowie dem Deutschen Kurt Albert, der in frühen 1970er Jahren die Rotpunkt-Idee entwickelt hat und so zum Pionier des heutigen Sportkletterns geworden ist. Ebenfalls mit der königlichen Verdienstmedaille geehrt wurde 2008 der Deutsche Gerhard Baur für der in seinen über 70 Dokumentarfilmen zu den Bergen und zum Bergsteigen, der Kanadier Hanspeter Schreier für seine Forschungen und Publikationen zu den natur- und sozialwissenschaftlichen Aspekten der Wasserressourcen im Himalaya, in den Anden und in den Rocky Mountains. Sowie der Schweizer Geschichtsprofessor Jon Mathieu für seine Studien zu Kultur und Geschichte der Alpen.

Vor vier Jahren hat die King Albert I Memorial Foundation im Segantini-Museum von St. Moritz den goldenen King Albert Mountain Award an die Schweizer Autoren Ursula Bauer und Jürg Frischknecht für ihre exzeptionellen Wanderbücher verliehen. Den gleichen Preis erhielten der Deutsche Werner Bätzing als „führender Experte für die Probleme des Alpenraumes“ sowie der vorarlbergisch-schweizerische Alpinist, Autor und Höhenmediziner Oswald Oelz für „sein jederzeit von den Bergen inspiriertes Leben“. Mit der königlichen Verdienstmedaille wurden zudem der indische Himalaya-Erforscher Harish Kapadia sowie das Führungsduo Bernadette McDonald und Leslie Taylor von Mountain Culture am Banff Centre in Kanada geehrt.

Vor sechs Jahren ging die Verdienstmedaille an das Schweizerische Alpine Museum Bern, an den Agrarökonomen Peter Rieder von der ETH Zürich, den französischen Bergbuchverleger Michel Guérin, den britischen Bergsteiger und Schriftsteller Stephen Venables sowie den Gebirgsschützer Lawrence Hamilton aus Vermont (USA).

Im Jahre 2002, dem Internationalen Jahr der Berge, hat die Stiftung den King Albert Mountain Award fünf Persönlichkeiten und Organisationen überreicht, die sich durch ihre ausserordentlichen Verdienste für Schutz und Entwicklung in den Alpen und in den Bergen der Welt hervorgetan haben. Im Jahre 2000 wurden die fünf Bergphotographen ausgezeichnet. In früheren Award Ceremonies wurden Lord Hunt, Grossbritannien, Wanda Rutkiewicz, Polen, aus den USA Dr. Bradford Washburn und Dr. Charles Houston, und aus der Schweiz Au­gusto Gansser, Silvia Metzeltin Buscaini und Erhard Loretan geehrt. Weitere Verdienstmedaillen gingen an Elisabeth Hawley, Ka­thmandu, Pit Schubert, Deutschland, an das Team der Fernseh-Dokumenta­tionsreihe „Land der Berge“ des Österreichischen Rundfunks ORF sowie an die gemeinnützige belgische Organisation Intersoc, die seit 1949 unzähligen Kindern und Erwachsenen aus Belgien einen Aufenthalt in den Alpen ermöglicht hat.

Webseite der Stiftung:www.king-albert.ch

Gerlinde Kaltenbrunner
Albert Precht
Die Gewinner 2010 (v. l.n.r.): Bruno Durrer, Andreas Schild, Christian Körner, Gerlinde Kaltenbrunner, Albert Precht und Emil Zopfi


Kommentare

Neuer Kommentar
Zum Verfassen von Kommentaren bitte anmelden oder registrieren.