Wanja in Psychokiller
03 November 2004

Grönland Clean - neue Routen und Gipfel

Dem Team um Toni Lamprecht gelangen in sechs Wochen insgesamt neun neue Routen bis zum 9. Schwierigkeitsgrad und sieben Gipfel-Erstbesteigungen.

Ein Expeditionsbericht

Die abgelegenen Berge am Kap Farvel im Süden Grönlands bieten mit ihren bizarren, bis zu 1200m hohen Granit-Formationen einen hervorragenden Spielplatz für die abenteuerlustigere Fraktion unter den Kletterern. Die Wände fallen teilweise sogar direkt bis in das Eismeer ab, der Zugang war teilweise sogar nur mit einem eigens mitgebrachten Schlauch-Boot möglich. Das Team betrat bei dieser Unternehmung absolutes Neuland, denn die Inselgruppe im äußersten Süden Grönlands stellt ein noch völlig unerschlossenes Kletter-Eldorado dar.

Es wird vorwiegend im Alpin-Stil geklettert

Dem Urner Brüderpaar Iwan und Michi Tresch, Michi "Wiesel" Wyser (begleitet von dessen Lebensgefährtin Caro Morel), Tom Holzhauser, Wanja Reichel und "Allrounderschließer" Toni Lamprecht gelangen insgesamt neun neue Routen bis zum 9. Schwierigkeitsgrad und sieben Gipfel-Erstbesteigungen. Die Routen "Grön", 8 und "Angagok", 8 (Toni meint: "Eine meiner anstrengendsten Routen überhaupt!"), durch eine 700m hohe, fast durchgehend senkrechte Wandflucht mit mehreren Off-Width-Seillängen, bildeten den erfolgreichen Auftakt für das Team Tresch/ Reichel /Lamprecht. Es folgten, begünstigt durch die anfangs sehr stabile Wetterlage, eine Handvoll "fast klassischer" Erstbegehungen, darunter auch die bis zu 900m lange "Tupilak", 7+ und "Asiaq", 8, welche vorwiegend im Alpin-Stil geklettert wurden.

Highlights ist eine 600m-Route

Eines der Highlights dürfte dann die 600m-Route "Ghetto-Boys", 9, des 4er-Teams Tresch/ Reichel/ Lamprecht gewesen sein, eine absolut "clean" gekletterte Freikletterroute auf den Gipfel des Angagoq's mit 15 Seillängen zwischen dem oberen 7. und 9. Grad. Hier war die ganze Bandbreite der Klettertechnik gefordert, denn die durchgehend senkrechte Route bietet alles von Wandkletterei über Finger-, Hand-, Faust-, Schulter-, Körper- und Off-Width-Riss bis hin zu harten Boulderstellen und einer 120m-Verschneidung mit einem "Geburtssimulator" à la "Harding-Slot" am Ausstieg.

Routen in "One-Day-Pushs" geklettert

Bei allen Anstiegen verzichtete das Team auf die Verwendung von Bohrhaken und versuchte die Routen weitgehend in "One-Day-Pushs" zu klettern. Höhepunkt dieser Vorgehensweise war schließlich die 2-Gipfel-Überschreitungs-Route "Immanaq", 8 (das Inuit-Wort für "Vielleicht"): für die mit über 1000 Klettermetern längste Route benötigten Wanja Reichel und Toni Lamprecht genau 24 Stunden inkl. Abseilen, Zu- und Abstieg.

Einen netten, nach den alpinen Unternehmungen fast sportklettermäßigen Abschluss bildete die 600m-Route "Dos Canones", 7+, am gleichnamig benannten Doppel-Turm. Begünstigt wurde die erfolgreiche Bilanz durch das gute Wetter. In fünf Wochen auf der Insel Quvernit gab es nur drei Regentage und an zwei Tagen herrschten stürmische Bedingungen.

Unterstützt wurde die Expedition neben FiveTen von den Sponsoren Arc'teryxund Black Diamond.

Sponsoren:

FiveTen

Black Diamond

Arc'teryx

Wanja in Psychokiller
AngagoqFotos: Archiv T. Lamprecht
FiveTen
Black Diamond
Arc'teryx
Toni Lamprecht


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