25 Februar 2015

Höhenabenteuer made in Austria

Österreich hat einen neuen Expeditionsanbieter, sogar mit Everest und K2 im Programm

Österreich hat einen neuen Expeditionsanbieter, sogar mit Everest und K2 im Programm

Furtenbach Adventures nennt sich das neue Unternehmen, welches von Tirol aus exklusive Expeditionen und vororganisierte Bergbesteigungen anbietet. Schon länger war Lukas Furtenbach an den hohen Bergen der Welt unterwegs, als privater Bergsteiger organisierte er 15 Jahre lang Expeditionen und neben vielen auch unbekannten Sieben- und Sechstausendern gelangen ihm u.a. der Broad Peak, eine Skibefahrung vom Cho Oyu beim Nanga Parbat hat nicht viel zum Gipfelerfolg gefehlt. Die Erfahrungen, die er bei den vielen Reisen sammelte, gibt er jetzt zusammen mit Harald Fichtinger als Unternehmer weiter. Ausgestattet mit einer Reisebüro-Lizenz bietet Lukas Furtenbach seit Mitte 2014 das 8000er Abenteuer an. Man staunt nicht schlecht beim Durchlesen des Angebotes, finden sich doch bekannte und auch höchst anspruchsvolle Bergnamen im Programm. Everst Nord und Süd, K2 mit Broad Peak aber auch Annapurna 1, Cho Oyu und Shishapangma stehen im Programm.

Everest Nord und K2 haben uns da hellhörig gemacht. Nachdem sich der DAV-Summit aus dem 8000er Anbieterkreis zurückgezogen hat, findet man diese selektiven Bergriesen nur mehr bei wenigen im Programm. Da stellt sich gleich mal die Frage nach Kompetenz und Sicherheit, welche uns von Lukas Furtenbach wie folgt beantwortet wurde: "Mit Furtenbach Adventures und Kobler & Partner gibt es nur zwei Anbieter, die diesen Berg im kommerziellen Programm haben. Für den K2 haben wir z.B. schon Buchungen, überzeugt hat unser Angebot mit den an diesem Berg sehr erfahrenen nepalesischen Sherpas (statt denen aus Pakistan), Hubschrauber zum Berg und das beste Sauerstoff-System". Laut Furtenbach muss der Traum, z.B. den Everest zu besteigen respektiert werden und es soll auch niemand negative Wertungen über die Bergerlebnisse anderer abgeben (gemeint war da wohl die Messner Kritik an kommerziellen Expeditionen zu den Weltbergen).

Neben den 8000ern findet sich aber auch die Eiger Nordwand im Programm, das ist ja bekanntlich auch nicht gerade eine Route, in der man einfach so hinaufspaziert. Was im Paket Eiger Intensiv um 11.000 Euro denn enthalten sei, wollten wir wissen: " Man kann das nicht vergleichen, wenige Schweizer Bergführer führen die Eigerwand um 3000 - 5000 Euro pro Führung, vor allem bei Briten steht die Eigerwand extrem hoch im Kurs. Wir versuchen mit dem Gast in einem längeren Prozess auf das Ziel Eigerwand hinzuarbeiten und sind froh, mit Harald Fichtinger einen richten Eigerwand-Spezialisten zu haben. Dieser Prozess kann durchaus zwei Jahre dauern, an 3-5 langen alpinen Touren wird man für die Eigerwand vorbereitet, dann lässt sich diese auch optimal und sicherer realisieren." so Furtenbach.

Hinterfragt haben wir auch den Begriff "Tailor Made", dabei bestimmt der Gast das Ziel und Furtenbach Adventures kümmert sich um die Abwicklung vor Ort. Dieser Service wird gerne und auch immer stärker von privaten Kleingruppen und Vereinsexpeditionen angenommen. Die Organisation vor Ort ist eine nicht zu unterschätzende und tlw. mühsame Arbeit, wer weiß schon welche Agentur in Pakistan, Tibet oder Nepal wirklich gut ist. Meist nicht gerade geringe Vorauszahlungen an unbekannt Partner und flaues Gefühl ob z.B. der benötigte Hubschrauber auch wirklich kommt und das Permit auch seine Gültigkeit hat - das sind Organisationsarbeiten, welche  Furtenbach übernimmt und so hilft, dass die geplante Auslandsreise zum stressfreien Abenteuer wird.

Pioneer Circle, ist auch so ein Punkt. Da werden neue Tourenziele geführt und organisiert erforscht. Da das Ziel auch für Furtenbach Adventures Neuland ist, wird die erste Reise/Expedition für den Gast günstiger angeboten. Das Angebot dürfte aufgehen, so führt Lukas Furtenbach aus: "Wir haben eine starke Entwicklung und unser Angebot wird extrem gut am Markt angenommen - erfreulicher Weise liegen unsere Zahlen deutlich über dem Businessplan." 

Webtipp: Furtenbach Adventures

3 Fragen an Lukas Furtenbach

1. Neu auf dem Markt - wo kommt die nötige Erfahrung für die 8000er her?

Ich selbst organisere seit mittlerweile 15 Jahren Expeditionen in der ganzen Welt.  Da weiss man dann sehr genau, was für das Gelingen einer Expedition wichtig ist und worauf man besonders achten muss. Diesen Erfahrungsschatz kann man nicht „zukaufen“, man muss ihn selbst einbringen. Wir arbeiten auf unseren geführten Expeditionen nur mit expeditionserfahrenen UIAGM Bergführern aus Österreich und Deutschland, sowie sehr erfahrenen nepalesischen Sherpas, die wir persönlich schon seit vielen jahren kennen. Auch nach Pakistan bringen wir unsere Sherpas mit, weil sie deutlich besser ausgebildet sind als pakistanische Hochträger. Die Kombination aus langjähriger Erfahrung, höchstem Ausbildungsgrad der Bergführer und der Mannschaft und der besten verfügbaren Ausrüstung ist unser Erfolgsrezept.  

2. Sicherheit an 8000ern - in wie weit darf man von Sicherheit überhaupt sprechen?

Sicherheit ist unser größtes Anliegen. Es liegt in der Natur der Sache, dass Expeditionen und Abenteuerreisen auch ein gewisses Risiko bergen. Insbesondere beim Achttausenderbergsteigen kann nie 100% Sicherheit versprochen werden. Wir tun aber alles derzeit Mögliche und von Behörden erlaubte, die Sicherheit weiter zu erhöhen und hören mit diesem Sicherheitsstreben nie auf. Dazu gehören u.a. ein Maximum an Sauerstoff (bei Everest und K2) und Sherpasupport, lizensierte Bergführer und erfahrene Expeditionsleiter, der derzeit zuverlässigste Wetterbericht für die Himalayaregion sowie die beste am Markt erhältliche Ausrüstung. Wir rüsten unsere Gästen am Everst nur mit dem modernsten (und teuersten) Sauerstoffsystem aus und differenzieren uns hier von vielen Mitbewerbern.

Der Nimbus, den das Höhenbergsteigen und seine Gefährlichkeit umgibt, rührt aus der Vergangenheit. Das statistische Verhältnis von erfolgreichen Gipfelbesteigungen zu Todesfällen in den vergangenen 60 Jahren bestimmt, wie „gefährlich“ ein bestimmter Berg ist. Letztendlich ist dies alleine aber nicht aussagekräftig. Alleine schon, weil sich eine Expedition von heute vollkommen von einer der vergangenen Jahrzehnte unterscheidet.

Unbestritten bleibt die Besteigung eines Achttausenders aber auch heute noch eines der größten  Abenteuer, das auch mit entsprechenden Risiken verbunden ist.

3. Der wichtigste Unterschied zu anderen Expeditionsanbietern?

Zum einen differenzieren wir uns allein schon über unser Angebot. Viel wichtiger aber - wir stellen den Gast in den Vordergrund und wollen das verstaubte Image der Alpinschule und des Bergreiseveranstalters abschütteln. Wir sind der Überzeugung, dass sich der Gast in den letzten Jahrzehnten weiterentwickelt, ja emanzipiert hat. Er weiss heute sehr genau, was er will und vor allem auch, wie er es will. Wir sehen uns dann als Dienstleister, diese Wünsche mit professionellem Know How, Sicherheits- und Qualitätsanspruch umzusetzen. Ohne dabei aber eine moralische, oder erzieherische Instanz einzunehmen, die dem Gast vorgeben möchte, was nach „alpinmoralischen“ Gesichtspunkten gut oder schlecht ist. Das muss und darf jeder für sich entscheiden. Diese Freiheit muss uns der Freiraum Berg noch bieten in unserer überreglementierten Gesellschaft. In einem Satz kann man es vielleicht so ausdrücken: Weg von der friss oder stirb Mentalität der klassischen Alpinschule hin zu einem zeitgemäßen, kundenorientierten, hochemotionalen und vor allem aber personalisierten Erlebnisangebot.
 



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