Gaspard Petiot (FRA2) races during the Red Bull X-Alps at the Triglav massiv, Slovenia on July 4, 2017 (c) Sebastian Marko/Red Bull Content Pool
14 Juli 2017

Red Bull X-Alps 2017

Christian Meurer erreicht den letzten Turnpoint in Peille als Erster - Paul Guschlbauer (AUT) kam auf Rang drei.

Der Schweizer beendet seine bisher schwierigsten Red Bull X-Alps. Rookie Outters sichert sich hinter ihm den zweiten Platz. Paul Guschlbauer (AUT) belegte den dritten Gesamtrang.

Am 13.07.2017 um 10:53 Uhr erreichte Christian Maurer (SUI1) den finalen Turnpoint der Red Bull X-Alps 2017 in Peille als Erster. Jubelnd lief er die letzten Meter bis zur Turnpoint-Tafel, bei der die Zeit offiziell gestoppt wird. Maurer erreichte sie 10 Tage, 23 Stunden und 23 Minuten nachdem er in Salzburg gestartet war. Der Schweizer musste härter kämpfen als je zuvor: Er begann das Rennen mit einer Erkältung und beendete es mit einer Knieverletzung.

Auf dem Weg nach Monaco hatte der Spitzenpilot mit schlechtem Wetter zu kämpfen. Zu Beginn des Rennens fand er sich sogar nur an 21. Stelle wieder. Er sagte: „Dieses Mal hat das Rennen schlecht für mich begonnen und ich habe großen Druck gespürt. All der Wind, der Regen und die Unwetter – es waren die schlechtesten Wetterbedingungen, die ich bisher bei den Red Bull X-Alps erlebt habe. In erster Linie ist es nun einmal ein Abenteuer und kein Wettkampf.“

„Aber ich bin sehr glücklich darüber, nun hier zu sein. Für meine Knie ist es gut, dass es vorbei ist. Solchen Anstrengungen waren sie noch nie ausgesetzt. Es ist das erste Mal, dass ich mehr als 500km zu Fuß zurücklegen musste – für gewöhnlich sind es um die 300km. Im Moment freue ich mich einfach darauf, entspannen zu können.“

Renndirektor Christoph Weber sagt: „Maurer hat eine unglaubliche Leistung geboten. Ich kenne keinen anderen Athleten, der diesen Sport in den letzten acht Jahren so dominiert hat. Heuer hatte er auch noch mit schlechten Wetterbedingungen und einer härteren Route als je zuvor zu kämpfen. In der Luft ist er herausragend, doch auf den letzten 200km musste er sehr viele Kilometer zu Fuß zurücklegen. Es war alles andere als einfach für ihn.“

Benoit Outters (FRA4) erreichte Turnpoint 7 als Zweiter in 11 Tagen, einer Stunde und 12 Minuten. Der Rookie landete um 12:42 Uhr in Peille, nachdem er den letzten Abschnitt mit dem Paragleiter bewältigte. Die Fans vor Ort bereiteten ihm einen heldenhaften Empfang, bevor sie zu Zeugen emotionaler Szenen wurden: Outters kämpfte mit den Tränen, als er seine Mutter und seine Supporter nacheinander in die Arme schloss. Kurz darauf floss der Champagner.

„Ich bin so glücklich, es ist unglaublich“, sagte Outters. „Ich wusste, ich würde sehr viele Meter am Boden zurücklegen müssen, wenn ich Monaco erreichen will – vor allem in den letzten beiden Tagen. Ich bin erschöpft, aber überglücklich, dass ich es hierher geschafft habe.“

Um Monaco zu erreichen, musste Outters seine überragende Ausdauer unter Beweis stellen: In einem wahren Kraftakt überwand er 192 km in zwei Tagen nur zu Fuß.

Benoit Outters (FRA4) landet bei Turnpoint 7, Peille, Frankreich © zooom / Sebastian Marko
Gaspard Petiot (FRA2) races during the Red Bull X-Alps at the Triglav massiv, Slovenia on July 4, 2017 (c) Sebastian Marko/Red Bull Content Pool
 Benoit Outters (FRA4) und Christian Maurer (SUI1) © zooom / Ulrich Grill
Christian Maurers (SUI1) Abendflug in Itallien  © zooom / Sebastian Marko
Paul Guschlbauer (AUT1) © zooom / Honza Zak
Jesse Williams (USA2) zog letzte Nacht seinen Ledlenser Night Pass © zooom / Harald Tauderer

Das waren die X-Alps 2017

Die X-Alps 2017 waren mit 1138 km Strecke die längsten der X-Alps-Geschichte, beinhalteten die meisten Querungen des Alpenhauptkammes und waren dafür nur selten mit wirklich guten Flugbedingungen gesegnet. Doch am Ende lautete Chrigels Urteil: "Es waren eigentlich ganz durchschnittliche X-Alps." Diese Aussage bezog er auf seine Rechnung, dass die guten Piloten bei allen früheren X-Alps typischerweise 100 km pro Tag zurücklegten (bezogen auf die direkte Linie über die Turnpoints), was so auch 2017 in etwa aufging. Allerdings ist Chrigel nicht einfach nur ein "guter" Pilot. Mit seinem 5. Triumph hat er einmal mehr sein Ausnahmetalent bewiesen und seinen Platz in den Annalen der Gleitschirmgeschichte gesichert.

Dennoch zeigte der Verlauf und der Ausgang des Rennens auch: Unantastbar oder uneinholbar ist der Adler vom Adelboden nicht (mehr). Sein Vorsprung war nie wirklich komfortabel, zwischenzeitlich lag sogar der Franzose Gaspard Petiot kurze Zeit vorn. Dass dieser bei einer Landung von einer Böe erfasst und gegen eine Mauer geschleudert wurde, wobei er sich das Handgelenk brach und ausschied, war nicht nur für Petiot selbst, sondern für den Rennverlauf allgemein tragisch. Denn einen so furios fliegenden Verfolger, der für Spannung sorgte, hatte Chrigel in den Vorjahren nie so dicht im Nacken.

Vielleicht gehört die Zukunft der X-Alps ja auch Nachwuchstalenten wie dem Zweitplatzierten Benoit Outters. Der Franzose ging als Rookie und mit erst fünf Jahren Flugerfahrung ins Rennen. Aber als erfolgreicher Triathlet, Ultramarathonläufer, Bergführer und Südalpen-Streckenflieger vereinigt er alles, was ein guter X-Alps-Athlet braucht.

Was bleibt sonst von den X-Alps 2017 in Erinnerung? Bilder von sagenhaften Landemanövern von Paul Guschlbauer oder Benoit Outters zum Beispiel (die Links führen zu den Videos). Verpixelte Bilder der Facebook-Live-Videos, welche viele Piloten und Supporter immer wieder einspielten, sogar aus der Luft. Sie sorgten für große Nähe zu den und viel Sympathie für die Athleten und ermöglichten Einblicke in die jeweiligen Taktiken.

Beeindruckend die stets eigenwillige und solitäre, aber im Rückblick dennoch sehr effiziente Linienwahl des Neuseeländers Nick Neynens (bestes Verhältnis von Flug- zu Laufstrecke aller Teilnehmer). Auf der anderen Seite war die häufige Pulkfliegerei des Verfolgerfeldes um Pal Takats, Manuel Nübel, Pascal Purin, Stanislav Mayer und Ferdi van Schelven ein Augenschmaus im Livetracking.

Nicht zu übersehen: Die Supporterteams werden immer professioneller. Viele Teams reisten mit größerem Gefolge, hatten externe Berater für Wetter- und Routing-Fragen und brachten für die Piloten auf manchen Strecken sogar einen zweiten, erfahrenen Flügelmann als Vor- und Begleitflieger an den Start.

Die ersten 10 im Ranking:

1. Christian Maurer (SUI1) – 10 Tage, 23 Stunden
2. Benoit Outters (FRA4) – 11 Tage, 1 Stunde
3. Paul Guschlbauer (AUT1) – 5km zum Ziel
4. Ferdinand van Schelven (NLD) – 49km zum Ziel
5. Simon Oberrauner (AUT4) – 51km zum Ziel
6. Pascal Purin (AUT3) – 86km zum Ziel
7. Pal Takats (HUN) – 89km zum Ziel
8. Sebastian Huber (GER1) - 95km zum Ziel
9. Nick Neynens (NZL) – 130km zum Ziel
10. Stanislav Mayer (CZE) – 172km zum Ziel

Text: Red Bull X-Alps und lu-glidz

Webtipp:Red Bull X-Alps

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