Auch heuer blicken die Nachwuchsathleten im Skibergsteigen in eine ungewisse Zukunft; Bild: Hans Guggenberger
19 November 2010

Renn-Tourengehen nicht in der BSO

Bereits zum 4. Jahr in Folge wurde die Sportart nicht in den Kreis der Österreichschen Bundessportorganisation (BSO) aufgenommen...

Schwarzer Tag für die Österreichischen Renn-Tourengeher: Wettkampf-Skibergsteigen ist erneut an der offiziellen Anerkennung gescheitert Das Ziel war heute, am 19.11.2010, wieder einmal zum Greifen nahe. Alle Anforderungen waren vom ASKIMO (Österreichischer Bundesfachverband für Wettkampf-Skibergsteigen) erfüllt, man glaubte sich auf sicherem Weg zur lang ersehnten offiziellen Anerkennung durch die BSO (Bundes- Sportorganisation) zu befinden.

Die Vorsitzenden der Fachverbände entschieden aber erneut gegen die Aufnahme des Wettkampf-Skibergsteigens in ihren Kreis, ein negativer Tag in der österreichischen Wintersportszene. Rund 700.000 Aktive im Breitensport und 2.000 im Rennsport, zweistellige Prozentzahlen im Wirtschaftswachstum der Skitourenszene und drei WM-Medaillen, darunter sogar eine Goldmedaille, konnten die Entscheidung nicht positiv beeinflussen. Trotz rechtlich eindeutiger Situation wurden BSO- interne organisatorische Gründe für die Nicht-Aufnahme angeführt.

„Ein schwarzer Tag für uns. Nachdem in den letzten Monaten alle Bedingungen lückenlos erfüllt worden sind, ist es unbegreiflich, warum heuer erneut eine – sachlich völlig unbegründete - Ablehnung kommen konnte. Wir werden nun kurzfristig die Möglichkeiten für eine rechtliche Intervention prüfen.“, so der sichtlich enttäuschte Präsident des ASKIMO, Dr. Konrad Meindl.

Trotz ständiger struktureller und finanzieller Probleme entwickelt sich das Skibergsteigen in Österreich rasant. Die Erfolge im Weltcup und in der Weltmeisterschaft 2010 durch die Athleten des Nationalteams sind beste Zeichen dafür. Es gibt mit der Salzburgerin Michaela Essl eine Weltmeisterin aus Österreich, aus dem Land, wo Skibergsteigen aber noch immer kein Sport ist!

Trotz der laufenden Erfolge ist aber noch lange nicht das ganze Potential im Rennsport ausgeschöpft, im Vergleich zu den anderen europäischen Ländern hinkt Österreich stark hinterher, die heutige Ablehnung der staatlichen Anerkennung ist ein zusätzlicher schwerer Schlag. Ohne Gleichstellung mit anderen Sportarten ist es praktisch unmöglich, Nachwuchsarbeit zu leisten, ein Trainerwesen zu betreiben und die nötigen Strukturen aufrecht zu erhalten. Den Anschluss an die internationale Spitze zu wahren wird damit sehr schwierig.

Weltweit gibt es im seit rund 110 Jahren existierenden Wettkampfsport Skibergsteigen etablierte Weltcup Rennen, Europameisterschaften und Weltmeisterschaften, ambitioniert wird vom Internationalen Verband auch die Wiederaufnahme in das olympische Programm angestrebt. In 30 Nationen ist das Wettkampf- Skibergsteigen als Sportart anerkannt, im Bergland Österreich weiterhin nicht.

Für die kommende Saison werden die Sportler und die Funktionäre aber wieder ihre knappen Ressourcen mobilisieren. Vielleicht öffnen weitere internationale Erfolge irgendwann die Türen in Richtung offizielle Anerkennung und es wird erkannt, welches Potential an sportlichen Leistungen hier noch schlummert. Die Athleten werden aber auch heuer wieder trotzdem mit Stolz und ein bisschen Wehmut nach ihren internationalen Erfolgen die rot-weiß-rote Fahne tragen.

Webtipp: www.askimo.at

Auch heuer blicken die Nachwuchsathleten im Skibergsteigen in eine ungewisse Zukunft; Bild: Hans Guggenberger
Michaela Essl, Weltmeisterin in einer Sportart, die es in Österreich offiziell nicht gibt; Bild: Alfred Ruff
Das Abschneiden als 5.beste Nation bei der WM zählt im Wintersportland Österreich erneut nicht; Bild: Karl Posch
Die ASKIMO Delegation kurz nach dem negativen Bescheid vor dem Haus des Sports in Wien. V.l.n.r. Geschäftsführer Karl Posch, Präsident Dr. Konrad Meindl, Vizepräsident Werner Brugger, Generalsekretärin Mag. Anna Spielbüchler. Bild: Rudi Kaupe


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