15 Dezember 2014

Rissklettern am Bozener Quarzporphyr

Rissklettern wie in Utah - Vittorio Messini und Johannes Steidl eröffnen Neutour im Bozener Quarzporphyr.

Als Jojo und ich das erste Mal übers Internet auf den roten mit Rissen durchzogenen Bozener Quarzporphyr der Riegler-Tour “Coyote” aufmerksam wurden, dachten wir uns: Nichts wie hin! Der Zustieg war allerdings alles andere als gut beschrieben und so verliefen wir uns anständig. Als wir endlich den Abseilstand erreichen konnten, fiel uns der gegenüberliegende, äußerst ausgesetzte Pfeiler sofort auf. Aber wir seilten uns erstmal ab. Die vier Seillängen der “Coyote” sind richtig geil! Risse fast wie in Utah, nur mit ein paar “Schwindel-Tritte und Griffe” mehr. Die Kletterei machte uns richtig Spaß und auch Lust auf mehr…

Doch es dauerte fast ein Jahr bis wir zu diesen Wänden zurückkommen sollten. Diesmal aber mit Fixseilen, Bohrmaschine und Stahlbürsten ausgestattet. Wir gingen direkt zum Pfeiler hin. Zuerst über besch… Dornenbüsche, kamen wir endlich zum Pfeiler runter. Allerdings waren schon ein paar Bohrhaken da… Wie wir dann später erfahren konnten, hatten sich hier bereits die Riegler Brüder abgeseilt, wegen Problemen mit den Anrainer hatten sie es aber wieder gut sein lassen. Unsere Linie sollte sowieso etwas weiter rechts verlaufen, also ließen wir uns nicht abbringen.

Wir seilten uns ab und konnten ein paar grobe Blöcke entfernen und… geil! es war kletterbar! Wir konnten eine Linie bis zum Wandfuß runter erkunden und von Moos und Flechten befreien. Ein paar Wochen drauf starteten auch zwei Kollegen Räumungsarbeiten in einem Projekt etwas weiter links. Auf die etwas größeren Blöcke wurden allerdings die Anrainer der darunter liegenden Häuser aufmerksam und verständigten dann sofort die Carabinieri. Nach einigem Hin und Her bekam ich die Telefonnummer des Besitzers, der nur italienisch konnte und beredete mit ihm die Situation. Was nach mehreren Gesprächen mit dem sehr freundlichen Herrn schlussendlich herauskam, ist, dass das Klettern nur “geduldet” wird. Sprich bei weiteren Räumungsarbeiten müssen die Carabinieri und der Besitzer unbedingt verständigt werden, um ein Kletterverbot zu vermeiden.

Erst Anfang Dezember fanden wir wieder Zeit um hier runterzufahren und unser Projekt endlich zu klettern. Doch es sollte nicht gleich beim ersten Mal klappen; es hatte am Tag zuvor geregnet und die Risse waren innen drin zu nass… Eine Woche später, am 6ten Dezember, fuhren wir dann wieder runter, mit den Radln rauf, seilten uns ab und kletterten los. Die Kletterei machte uns richtig Spaß und wir konnten dann alle Längen letztendlich auch Rotpunkt klettern. “Koan letzn Meta hot di Tour!” war unser Resümee.

Wir hoffen mit dem Veröffentlichen der Tour, dass die Wiederholer auch so viel Spaß an der Tour haben werden wie wir und BITTEN um respektvolles Handeln, damit wir weiterhin diese in Tirol so seltenen Risse klettern dürfen!

Info mit Fotos und Topo: Anrainerproblem



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