Nach der geglückten Rotpunktbegehung. Foto: Thomas Holler
08 September 2016

Rotpunktbegehung an der Schwarzen Wand

Xaver Mayr gelingt zusammen mit Thomas Holler die erste Rotpunkbegehung an der Nordwestwand der Schwarzen Wand.

Gegen Ende der sechziger Jahre wurde die „Nordwestwand“ als erste Route an der Wand nach Vorarbeiten erstbegangen. Die Erstbegeher verwendeten jede Menge Normalhaken und Stichtbohrhaken und kletterten viele Längen technisch, denn die Wand ist steil und ein durchgehendes Risssystem ist nicht zu finden. Von den Erstbegehern wurde die Route mit VI und A2 bewertet.

Über die Jahre bekam die Route kaum Wiederholungen und geriet immer mehr in Vergessenheit. Allerdings hörte man die ein oder andere Geschichte über die Wand, über schlechtes Hakenmaterial, alte Holzkeile und dass die Route noch nicht frei geklettert wurde - es gab zwar immer wieder Versuche, doch die Meisten ließen es bald wieder sein.

Im Sommer 2015 wollte Xaver Mayr es dann wissen und schaute sich die Sache einmal etwas genauer an. Obwohl die Wand sehr steil ist und abweisend wirkt, war er von der Kletterei und der Linie sofort begeistert - allerdings waren die Haken nicht mehr die besten und daher die Kletterei an den alten Haken abenteuerlich.

An vielen Ständen fanden sie ein verrostetes Hakendurcheinander vor, so, dass sie dort nicht einmal ihren Rucksack aufhängen wollten. Die alten Haken konnte man teils mit der Hand rausziehen und viele Stichtbohrhaken waren mit einem Hammerschlag aus der Wand gezogen. Nach Absprache bekam Xaver Mayr dass OK, die Route zu sanieren und so verbrachte er mit wechselnden Partnern einige Tage in der Wand bis die Route wieder in einem gut kletterbaren Zustand war.

In der Nordwestwand. Foto: Thomas Holler
Nach der geglückten Rotpunktbegehung. Foto: Thomas Holler
In der Nordwestwand. Foto: Thomas Holler
In der Nordwestwand. Foto: Thomas Holler
In der Nordwestwand. Foto: Thomas Holler

Für Xaver Mayr und seine Partner war es wichtig, die Route nicht kaputt zu sanieren und ihren Charakter beizubehalten - so wurden etwa Bohrhaken an allen Ständen gesetzt, denn dort steckten schon alte Stichtbohrhaken. In den einzelnen Seillängen bohrten sie neue Haken, allerdings nur dort, wo auch die Erstbegeher Bohrhaken gesetzt hatten. Es kamen auch einige neue Normalhaken dazu und viel altes Material wurde entfernt.

In diesem Sommer sollte dann der Versuch einer Rotpunktbegehung gestartet werden, doch es ergab sich lange keine gute Gelegenheit dazu - zu kalt und zu nass… . Ende August war es dann endlich so weit, nach längerem Schönwetter startete Xaver Mayr zusammen mit Thomas Holler, der auch bei der Sanierung mit dabei war, einen Versuch. Natürlich war die ein oder andere Grifffolge nach so langer Zeit, in der sie nicht mehr an der Wand waren, wieder vergessen. Trotzdem lief es gut und sie konnten alle Längen im ersten Versuch klettern. Sogar der „Säbelriss“ im oberen Wandteil war komplett trocken und sifte an keiner Stelle und sie konnten vom letzten Stand weg über den Grat zum Gipfel klettern. 

Tourenbericht: Xaver Mayr

Toureninfo: Schwarze Wand - Nordwestwand

  • Berg:                         Mittlere Höllentalspitze
  • Schwierigkeit:            6 A2; RP 8
  • Länge:                      300 m
  • Erstbegehung:           J. Lehne, P. Haag, G. Schnaidt, R. Rosenzopf, 1967 
  • 1. RP.:                      Xari Mayr & Thomas Holler, 2016.


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