Aufstieg auf Lager 2 (Foto: Lukas & Thomas Pittl)
20 Oktober 2016

Ski-Expedition Cerro Marmolejo

Ein kurzer Bericht über das Skibergsteigen am südlichsten 6000er der Welt, den Marmolejo...

Bereits im August machten sich die beiden Tiroler „Hobby-Skibergsteiger“ Lukas und Thomas Pittl auf den Weg nach Chile, genauer nach Santiago. Santiago ist der perfekte Ausgangspunkt um die südlichen Zentrallande anzufahren. 

Das Abenteuer beginnt

Schon am dritten Tag, nach letzten organisatorischen Dingen, machten sich die Jungs auf den Weg Richtung Cajón del Maipo. An dessen Ende und einer langen holprigen Fahrt mit einem Suzuki Jimny werden die Beiden schon mal vom „lauen“ Wind Südamerikas willkommen geheißen. Nach einer ersten kurzen Nacht ging es gleich mit den Skiern Richtung Basislager auf ca. 3000 m um das erste Material dort zu deponieren. Die Abfahrt war super und machte gleich Lust auf mehr. Da das Wetter nichts Gutes brachte, mussten die zwei Hochmotivierten jedoch nach weiteren Akklimatisierungs-Skitouren die Sachen packen und das Tal verlassen. 

Drei Tage später sollte es dann doch wieder los gehen. Die meteorologische Unterstützung aus Tirol gab grünes Licht. Nach dem schon bekannten Zustieg konnten die Bergsteiger mit Freude feststellen, dass der liebe Anden-Fuchs die deponierten Vorräte verschmäht hat.

Das Abenteuer nimmt so seinen Lauf. Kalte Nächte, windige Tage und harter, windverblasener Schnee stehen nun auf der Tagesordnung. Der Aufstieg zum ersten Hochlager ist zugleich die Schlüsselstelle bei dem sonst technisch leichten Anstieg. Ist man aber erst am Joch angekommen, breitet sich ein wunderschönes Anden-Panorama vor einem aus. Auf 3800 m wurde dann auch gleich ein „kuscheliges“ erstes Lager errichtet.

Neuschnee und Wind

Am nächsten Tag werden die zwei Bergsteiger vom vielen Schnee, der über Nacht gefallen ist, überrascht. Ein ungutes Gefühl, wenn man gerade eine 45° Rinne aufgestiegen ist und 50 cm Neuschnee, inklusive andauerndem Wind, gefallen sind. Aber es sollen ja noch drei Tage vergehen, bis die Abfahrt geplant ist. Der Meteorologe von Zuhause (erreicht mit einem Iridium Sattelitentelefon zur Verfügung gestellt von intermatica.it) hatte wohl Recht, dass der Wind erst am Nachmittag erträglich werden wird. Die zu früh gestarteten Jungs am Berg, wurden beinahe verblasen und mussten nach ¾ des Weges Richtung Hochlager 2 abbrechen, denn solch einem Wind könnte nicht einmal ohne Skier gemeistert werden. 

Auf dem Weg zum Basislager (Foto: Lukas & Thomas Pittl)
Aufstieg auf Lager 2 (Foto: Lukas & Thomas Pittl)
Hochlager 1 (Foto: Lukas & Thomas Pittl)
Aufstieg auf Lager 2 (Foto: Lukas & Thomas Pittl)
Aufstieg auf Lager 2 (Foto: Lukas & Thomas Pittl)
Sonnenbad Lager 2 (Foto: Lukas & Thomas Pittl)
Sunset Lager 3 (Foto: Lukas & Thomas Pittl)
Am Gipfel (Foto: Lukas & Thomas Pittl)
Abfahrt mit zum Teil schwerem Gepäck (Foto: Lukas & Thomas Pittl)
Auf dem Weg zum Vulkan Nevados de Chillan (Foto: Lukas & Thomas Pittl)

Egal, Essen und Kraft waren genug vorhanden und das Akklimatisieren auf dem vorgeschoben Lager 2 auf ca 4500 m war sicher hilfreich für den Gipfelsturm. Nach ein wenig Grabungsarbeit war auch dieser Platz optimal. Der Wind legte sich und der Nachmittag wurde genutzt zum Sonnenbaden. Der Wind, wir in Europa würden Sturm sagen, meldete sich aber pünktlich zum Schlafen gehen retour.

... und dann endlich der Gipfel

Problemlos und schon zu Mittag des nächsten Tages standen die Beiden auf Lager 3 (5100 m) und mussten feststellen, dass der letzte Anstieg auf den Gipfel absolut schneefrei ist. Ohne Steinschi ist wohl nichts mit  einer Abfahrt von 6108 m. Schade, aber das leichte Gebäck am nächsten Tag entschädigte gleich, dass die Schier im Lager drei liegen bleiben mussten. In knapp 5 Stunden wurden die letzten 1000 Höhenmeter gemeistert und überglücklich standen die Zwei schon um 9 Uhr 30 am Chilenisch-Argentinischen Grenzberg, dem Marmolejo, 6108 m. Nach dem Kampf mit dem Wind am Gipfel wurden noch Fotos gemacht und ein-zwei Erringungssteine eingepackt. 

Top fit konnten die zwei Schifahrer alle Lager räumen und in knapp 4 Stunden von 5100 auf 2000 m abfahren. Die Abfahrt war oben sehr beschwerlich, wurde aber im unteren Teil mit einer traumhaften Pulverschnee-Abfahrt belohnt. 

Nach einem Tag Rast im Tal ging es für die Schifahrer ab in den Süden. Dort wurden noch 2 weitere Wochen lang Skitouren auf Vulkane gemacht. Ein tolles uund erfolgreiches Erlebnis für die zwei Neulinge im Höhenbergsteigen. Weitere hohe Berge, wenn möglich mit Skiern, sind geplant. Die von Atomic Ski zu Verfügung gestellten Schi (Backland 95) und Schischuhe (Backland Carbon Light) waren genau richtig für so eine Besteigung. Sie gaben die perfekte Balance zwischen leichtem Gewicht, Stabilität bei ruppigen Abfahrten und genügend Auftrieb bei pulvrigem Südamerika Pulver. Gegen die Kälte wurden noch Überschuhe aus Lodenmaterial und Kunstfaser verwendet.



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