Die Barmstein Südseite und der betroffene Bauernhof
27 Januar 2008

Sperre der Barmstein - Südseite

Die Routen auf der Südseite des Kleinen Barmsteins sollen demontiert werden…

Seit 17 Jahren wird dort geklettert

Seit 17 Jahren gibt es das Klettergebiet „Invalideneck“ am Kleinen Barmstein, jetzt sollen die 20 Kletterrouten auf der Südseite des Berges rückgebaut werden. Dem Grundeigentümer von Oberbarmsteinlehn ist der Geduldsfaden gerissen, da die Probleme mit den parkenden Kletterern nicht zu lösen waren.

„Wir haben alles versucht. Aber es gibt einfach zu viele schwarze Schafe, denen Rücksichtnahme ein Fremdwort ist“, so kommentiert Berni Zauner von der DAV-Sektion Berchtesgaden den Sachverhalt. Zusammen mit dem Erschließer Richard Koller wurde immer wieder versucht eine Lösung für die Parkproblematik zu suchen – leider erfolglos.

Schwarze Schafe sind das Problem

Großes Sündenregister: So reicht das „Sündenregister“ von nächtlichen Kletteraktionen (mit Flutlicht und lauter Musik - der Strom kam aus einem mitgebrachten Aggregat..) bis zur Blockade von Hofzufahrten und das Abstellen der PKW’s im Feld des Oberbarmsteinlehn-Bauern. Die DAV-Sektion Berchtesgaden versuchte vieles und gab sich wirklich Mühe das Problem in den Griff zu bekommen, Hinweistafeln wurden aufgestellt, die brachten aber leider nur kurzfristige Entspannung.

Nun hat sich die DAV-Sektion Berchtesgaden zusammen mit dem Grundeigentümer auf den Rückbau geeinigt - die 20 Kletterrouten sollen demontiert werden. Auch sperrte die Gemeinde kurzerhand den Wanderweg der unter der Wand hindurch führt, weil sie Haftungsansprüche bei Unfällen befürchtet.

Auch Touren auf der Nordseite

Ob dadurch wirklich der gewünschte Effekt eintritt bleibt abzuwarten. Wird doch auch zu den Routen auf der Nordseite (und dort gibt es deutlich mehr Anstiege als im „Invalideneck“) in der Regel vom Oberbarmsteinlehn-Hof zugestiegen.

Auch die Wanderer können nicht komplett aus dem Gebiet verbannt werden. Gegen die unerwünschten Kletterer ist aber ein Schutzzaun angedacht - das Gebiet soll aufgeforstet werden (die Bäume brauchen im Anfangsstadium Ruhe...)

Klettern liegt im Trend - Chance für den Tourismus

In Raum Berchtesgaden will man das Klettern eindämmen, im Ötztal und in Arco baut man die Klettergärten generalstabsmäßig und massiv aus. Die einen sehen Klettern als Zukunftschance für den Tourismus, die anderen schränken die Möglichkeiten massiv ein und zwingen die Kletterer zur Abwanderung in andere Gebiete.

Schade, dass es nicht gelungen ist auch am Kleinen Barmstein eine Lösung zu finden bei der Kletterer und Bauern nebeneinander existieren können (Tourismusverband hätte z.B. eine Parkfläche pachten können). Man wird ja sehen, ob jetzt Ruhe einkehrt, oder die Kletterer jetzt halt alle zu den Touren auf der Nordseite – die ja auf Österreichischem Staatsgebiet liegen – gehen.

Webtipp:

Deutscher Alpenverein

Die Barmstein Südseite und der betroffene Bauernhof
Die Barmsteine, eines der wenigen Klettergebiete im Nahbereich von Salzburg
Klettern wird langsam zur Massensportart
Leichte Routen = viel Leute...
Die DAV Hinweistafel (Bild DAV-Berchtesgaden)


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