On sight im „Weg durch den Fisch“ an der Marmolada. Schw. 7b+
21 Dezember 2005

Top Saison für Manfred Stuffer

Der Südtiroler Manfred Stuffer klettert "Ottovolante“ 360 Meter, 7a+ - free solo, ein langes Enchainement an der Tofana und eine 7c+ erneut free solo!

„Weg durch den Fisch" gelingt on sight

Nach einer zweijährigen Pause hat Manfred Stuffer, Bergführer der Gruppe Catores aus Gröden, wieder mit dem Training und dem harten Klettern angefangen. Die Ergebnisse sind dann schon im Juni zu sehen, als er den „Weg durch den Fisch“ an der Marmolada on sight klettert. Im August erfüllt er übrigens auch einem seiner Gäste den Traum des „Fisches“.

Enchainement an der Tofana

Einen weiteren Höhepunkt der sommerlichen Tätigkeit erreicht Stuffer am 2 Juli mit einem Enchainement der besonderen Art an der Tofana di Rozes, wo er gleich 3 klassische Routen am selben (Nachmit)tag klettert: die Costantini Apollonio, die Costantini Ghedina (2. Kante) und die Alverà (1.Kante). Insgesamt 2180 Klettermeter und 3 Mal Absteigen in 5.30 Stunden (von der Dibonahütte zurück zur Dibonahütte). Erreichte Schwierigkeit 6c+ und alles frei geklettert und ohne Seil (free solo).

Das wirklich besondere: Stuffer kannte die Routen nicht wirklich, da er sie nur vor drei Jahren kletterte und also keinerlei Sequenzen einstudiert hatte. Die größte Schwierigkeit stellt das 1. Dach der Costantini Apollonio dar, Stuffer:“Im ersten Dach sind die Griffe abschüssig und die Tritte abgespeckt. Deshalb wusste ich nicht ob ich die Haken ziehen sollte oder frei klettern…ich entschied mich kurzerhand für die freie Alternative, allerdings mit einem „kleinen Sicherheitstrick; ich legte nämlich den Arm durch die langen, alten Schlingen die am Haken vom Dach runterhangen und kletterte so die Stelle…wäre ich gerutscht, dann wäre ich wahrscheinlich wohl am Ellbogen hängen geblieben…die beiden Österreicher, die ich dann kurz vor dem zweiten Dach überholte, begrüßten mich etwas verwundert…“

Kurzerhand „Ciapa e Tira 7c+“ free solo

Nach den drei Routen an der Tofana, welche schon selbst einen Rekord darstellen, fährt Stuffer noch am selben Tag zum Klettergarten Pian Schiavaneis, wo er kurzerhand „Ciapa e Tira 7c+“ free solo klettert – und dies ist kein Boulder sondern eine über 20 Meter lange Route. Zum Glück wurde es dann bald Nacht, wer weiß was ihm sonst noch eingefallen wäre…

Manfred wiederholt schwierigste Route in Pian Schiavaneis

Aber wer jetzt glaubt, Manfred’s Leistungen seien nur auf eine ordentliche Portion Tollkühnheit zurückzuführen, der täuscht sich. Ende Juli wiederholt er nämlich „Linea Mortale 8b+/8c“, die schwierigste Route in Pian Schiavaneis. Außerdem gelingt ihm am 5. September noch die schnellste Rotpunktwiederholung der „Via Italia 61“ am Piz Ciavazes. Schwierigkeit 8a in alpinem Gelände und mit „alpinen“ Haken.

Im Monat August hat Manfred als Bergführer Hochsaison und zum Klettern (für sich) nicht wirklich viel Zeit. Ein Grund mehr um schnell unterwegs zu sein. Am 12. August, nach der Arbeit (2 Routen am Piz Ciavazes mit Gast), gelingt ihm, ziemlich spontan, die wohl spektakulärste Aktion des Sommers, welche wiederum weltweit Ihresgleichen sucht.

Auf dem Brunecker Turm (Grödnerjoch – Sella) klettert er „Ottovolante“ (11 Seillängen; 6a bis 7a+) on sight. Die Besonderheit: Er macht es, wie denn sonst, free solo (ohne Seil) in 1.20 Stunden. Lediglich an einem Haken hat er sich mit einer langen Bandschlinge gesichert welche er, „den guten Griff in der Hand, wieder mitgenommen“ hat. Die Einzigartigkeit des Unterfangens ist vor allem, dass Stuffer eben die Tour überhaupt nicht kannte und natürlich nicht vorher einstudierte – free solo on sight, für Manfred „die höchste Form des Kletterns“.

Das nächste Highlight kommt dann am 1. Oktober: Diesmal aber mit Seil und Hake.

An der Tofana di Rozes klettert Stuffer die beiden Routen „Good bye 99“ und „Da Pozzo vecchio Pazzo“ am selben Tag on sight. Insgesamt sind es über 20 Seillängen mit Schwierigkeit bis 7c und gemischter Absicherung mit Haken und Friends.

Im Oktober folgen dann etliche, bedeutende Wiederholungen:

13. Oktober:

„Fatta e rifatta“ an der Gusela – 7c, 7 SL. – on sight

15. Oktober:

„Dulcis in fundo“ am Piz Ciavazes – 7a+, 9 SL.,

1. Wiederholung, on sight

26 Oktober:

„Via della Giraffa“ am Sass Ciampac – 7c+, 8 SL.,

2. Wiederholung und 1. Rotpunktbegehung dieser Route, die 2002 nur mit Normalhaken erstbegangen wurde.

27. Oktober:

„Compagni di merenda“ an der Tofana di Rozes – 7b,

10 SL., on sight

29. Oktober:

“Via Luciano da Pozzo” an der Cima Scotoni

7c+, 10 SL., on sight, vermutlich 2.Wiederholung; eine eher brüchige Route, teils mit Bohrhaken gesichert, teils natürliche Sicherungen.

November:

Etliche on sight Begehungen im Klettergarten bis 8a.

Am 28. Oktober kommt noch der letzte Streich von Manfred:

Am 1. Sellaturm klettert er „Rossi VII-„ (Schoberführe – 6 SL.) und die „Via Bertoldi 6b“ (6 SL.) in insgesamt einer Stunde, … natürlich free solo. Die Bertoldi kannte er nicht, war also on sight!

Sponsor:

Manfred Stuffer wird von MAMMUT und BOREAL unterstützt.

On sight im „Weg durch den Fisch“ an der Marmolada. Schw. 7b+
On sight im „Weg durch den Fisch“
On sight im „Weg durch den Fisch“
Rotpunkt am 2. Versuch in der „Via Italia 61“ am Piz Ciavazes. Schw. 8a
Erste Rotpunktbegehung von „Via della Giraffa“ am Sass Ciampac. Schw. 7c+
On sight in „Compagni di merenda“ an der Tofana di Rozes. Schw. 7b
2. Wiederholung, on sight, von “Via Luciano da Pozzo” – Cima Scotoni. Schw. 7c+
Der Pfeiler der Tofana di Rozes mit den drei Touren die Stuffer am selben Tag kletterte. (von li.: a: Costantini Ghedina; b:	Costantini Apollonio; c: Alverà)
Stuffer in „C’è chi dice no“ im Klettergarten Pian Schiavaneis. Schw. 8a+.
Mammut
Erste Wiederholung, on sight, der Route „Dulcis in fundo“ am Piz Ciavazes. Schw. 7a+


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