Foto: Shinta Ozawa
18 Juli 2016

Vier österreichische Top-6 Platzierungen in Villars

Beim Weltcup in Villars blieb Österreich diesmal zwar ein Podestplatz hauchdünn verwehrt, mit gleich fünf Top-10 sowie vier Top-6 Platzierungen bewältigten die KVÖ-AthletInnen den Kletter-Marathon (weniger als 60 Stunden zw. zwei Weltcups) jedoch mit Bravour!

Weniger als 60 Stunden hatten Österreichs Kletterasse Zeit, um sich nach dem Finale des Weltcups in Chamonix für die zweite Station des Vorstieg Weltcups 2016 im Schweizer Kurort Villars (15./16.07.) zu regenerieren. Erstmals in der Geschichte des Vorstieg Weltcups gingen zwei Bewerbe in derart kurzen Zeitabständen über die Bühne. Österreich blieb diesmal zwar ein Podestplatz hauchdünn verwehrt, mit gleich fünf Top-10 sowie vier Top-6 Platzierungen bewältigten die KVÖ-AthletInnen den „Stresstest“ jedoch mit Bravour und überzeugten mit mannschaftlicher Kompaktheit.

Nach nur zwei freien Tagen, die zum Transfer und für regenerative Maßnahmen durch Team-Physiotherapeut Markus Schauer genutzt wurden, hieß es Freitag Früh bereits wieder „Bühne frei“ für die zweite von insgesamt sieben Weltcup Stationen im Vorstieg, im auf 1.300 Meter Seehöhe gelegenen Kurort Villars im Schweizer Kanton Waadt. Die kurze Regenerationszeit in Kombination mit der Seehöhe von Villars und einem selektiven Routenbau verlangte den AthletInnen bereits in der Qualifikation einiges ab. Österreichs Damen kamen mit den Qualifikationsrouten sehr gut zurecht und so qualifizierten sich mit Magdalena Röck (Platz 9), Jessica Pilz & Christine Schranz (ex aequo Platz 10), Katharina Posch (Platz 15) und Hannah Schubert (Platz 18) fünf von sechs Österreicherinnen souverän für das Halbfinale. Lediglich Junioren-Europacupgesamtsiegerin Julia Fiser kam über Platz 41 nicht hinaus.

Weniger gut lief es in der Qualifikation jedoch für Österreichs Herren. Nur Jakob Schubert konnte die Erwartungen erfüllen und auf Platz 5 ins Halbfinale einziehen. Die restlichen Österreicher erwischten einen rabenschwarzen Tag und blieben allesamt außerhalb der Punkteränge, waren jedoch in prominenter Gesellschaft. So verpassten beispielsweise Romain Desgranges (FRA) und Francesco Vettorata (ITA), beide in Chamonix noch im Finale, überraschend das Halbfinale.

ÖsterreicherInnen drehen im Halbfinale auf
Im Halbfinale zündeten Österreichs Damen den Turbo und lieferten eine beeindruckende Mannschaftsleistung ab. Die 18-jährige Hannah Schubert, die zuletzt in Chamonix auf Platz 9 knapp ihren ersten Finaleinzug verpasste, startete von Platz 18 aus erneut eine Aufholjagd und beendete das Halbfinale nach einem entschlossenen Auftritt mit Platz 10 erneut in den Top-10. Noch besser machten es anschließend Christine Schranz (Platz 7), Magdalena Röck (Platz 6) und Jessica Pilz (Platz 5), die sich mit souveränen Leistungen je eines der acht begehrten Finaltickets sicherten. Einzig für Katharina Posch verlief das Halbfinale leider nicht nach Wunsch und so beendete die 21-jährige Imsterin den Bewerb auf Platz 21.

Nur Jakob Schubert und Sean McColl überstehen Favoritensterben im Halbfinale der Herren
Nachdem bereits in der Qualifikation mit Romain Desgranges und Francesco Vettorata für zwei Mitfavoriten vorzeitig Schluss war, kam es im Halbfinale zu einem weiteren Aderlass bei den Topfavoriten. So schieden mit Domen Skofic (SLO) und Stefano Ghisolfi (ITA) die zwei Erstplatzierten sowie mit Gauthier Supper (FRA) und Sebastian Halenke (GER) zwei weitere Finalisten von Chamonix vorzeitig aus. Von den Topfavoriten kamen lediglich die Routiniers Jakob Schubert und Sean McColl (CAN) mit den Tücken der Halbfinalroute zurecht und sicherten sich je ein Finalticket.

Jessica Pilz, Magdalena Röck und Christine Schranz legen im Finale nochmals zu
Bis in die Haarspitzen motiviert und mit einer extra Portion Selbstvertrauen aufgrund der starken Teamleistung ausgestattet, präsentierte sich Österreichs Damen-Trio im Finale. Mit einer Höhe von 26+ übernahm Christine Schranz die Zwischenführung von der Japanerin Yuka Kobayashi und verbesserte sich vom siebten auf den sechsten Endrang. Magdalena Röck setzte als dritte Finalistin mit einer Höhe von 41+ ein neues Ausrufezeichen, übernahm die Zwischenführung von Schranz und setzte die Latte für die verbliebenen Finalistinnen gleich um 15 Züge höher. Jessica Pilz, die sich in Chamonix noch mit dem ungewohnten 15. Platz begnügen musste, zeigte ebenso wie Röck eine starke Leistung und scheiterte erst am selben Zug wie Röck, an dem nach Pilz auch für Anak Verhoeven (BEL) und Jain Kim (KOR) Endstation war. Lediglich Tagessiegerin Janja Garnbret (SLO) war es vorbehalten diese Boulder Sequenz der Finalroute zu lösen und so sicherte sich die junge Slowenin den zweiten Weltcupsieg en Suite. Dahinter belegten Jessica Pilz und Magdalena Röck aufgrund des Countbacks die Plätze 4 und 5 hinter Verhoeven und Kim, die die selben Finalhöhen wie die Österreicherinnen erzielten.

Schubert ging im Finale der Fuß, Sean McColl sichert sich den Tagessieg
Eigentlich war alles angerichtet für den ersten Weltcupsieg von Jakob Schubert seit Oktober 2014. Das Selbstvertrauen nach Platz 3 in Chamonix gut wie lange
nicht, eine Finalroute die Schuberts Geschmack entsprach und der Großteil der Topfavoriten bereits vorzeitig ausgeschieden. Alles deutete auf ein Duell zwischen den Routiniers Schubert und McColl im Finale und um die Gesamtweltcupführung hin. Doch daraus wurde leider nichts. Nach einer kurzen Unkonzentriertheit ging Jakob Schubert bei einer Höhe von 19 unerwartet der linke Fuß und so musste sich der 25-jährige Ex-Weltmeister mit Platz 6 begnügen. Die Gunst der Stunde nutzte der kanadische Allrounder Sean McColl und übernahm mit einer Höhe von 28+ die Zwischenführung, an der auch der Halbfinalführende Japaner Korenaga scheiterte. McColl übernahm mit dem Tagessieg auch die Führung im Vorstieg Gesamtweltcup.

Speed-AthletInnen blieben ohne Top-10 Platzierung
Beim Speed-Weltcup in Villars qualifizierten sich mit Nina Lach und Alexandra Elmer zwei österreichische Speed-Damen für das Achtelfinale, scheiterten dort
jedoch jeweils im direkten Duell und beendeten den Weltcup auf den Plätzen 13 (Lach) und 14 (Elmer). Keine Chance auf den Achtelfinaleinzug hatten Stefanie
Pichler (Platz 22) und Lukas Knapp (Platz 22).

Ergebnislisten IFSC Lead & Speed Weltcup Villars (15./16.07.2016):

Weitere IFSC Weltcuptermine 2016 - Lead, Bouldern, Speed:

  • 22./23. Juli IFSC Lead World Cup Briancon (FRA)
  • 12./13. August IFSC Boulder World Cup München (GER)
  • 19./20. August IFSC Lead World Cup Imst (AUT)
  • 26./27. August IFSC Lead & Speed World Cup Arco (ITA)
  • 18./19. Oktober IFSC Speed World Cup Wujiang (CHN)
  • 22./23. Oktober IFSC Lead & Speed World Cup Xiamen (CHN)
  • 26./27. November IFSC Lead World Cup Kranj (SLO)
Foto: Shinta Ozawa


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