Simon Gietl so persönlich wie selten: Über Angst, Ausgrenzung, Familie und das Leben am Limit Simon Gietl so persönlich wie selten: Über Angst, Ausgrenzung, Familie und das Leben am Limit
07 Oktober 2026

Papa, pass auf dich auf

Simon Gietl so persönlich wie selten: Über Angst, Ausgrenzung, Familie und das Leben am Limit

Simon Gietl zählt zu den renommiertesten Alpinisten seiner Generation. Bekannt ist der Südtiroler Bergführer für anspruchsvolle Erstbegehungen, große alpine Unternehmungen und außergewöhnliche Projekte am Berg.

In einem neuen ausführlichen Gespräch zeigt er nun eine deutlich persönlichere Seite. Gietl spricht offen über eine schwierige Schulzeit, das Gefühl, Außenseiter zu sein, die Suche nach Anerkennung und seinen vergleichsweise späten Weg zum Klettern. Ebenso thematisiert er Free Solo, Angst, Rückschläge, Scheitern und die Frage, wann Umkehren die stärkere Entscheidung ist.

Besonders persönlich wird das Gespräch, wenn Gietl darüber spricht, wie Familie und Vatersein seinen Blick auf Risiko und Verantwortung verändert haben.

Drei Aussagen aus dem Gespräch

„Wenn ich ganz ehrlich bin, war die schwierigste Zeit – und auch die Zeit, in der ich oft die Hoffnung verloren habe – die Schulzeit. Es hat mich dort erwischt, wo es am meisten weh tut. Bei einer Gruppenarbeit immer der Letzte zu sein, den sie aussuchen, ist wirklich nicht lustig.“

„Manchmal habe ich Angst vor meinem eigenen Mut. Ich bin später noch einmal zu einer Route zurückgekommen und habe mir manche Stellen angeschaut. Da habe ich mir wirklich gedacht: Was habe ich da gehabt, dass ich mich da hochgetraut habe?“

„Ich habe meinen Sohn in den Kindergarten gebracht und da hat er gesagt: ‚Papa, pass auf dich auf.‘ Das hat er nicht oft gesagt. Und genau an dem Tag hat er es gesagt, bevor ich zu der Wand hingefahren bin. Das ist schon tief – wie wenn er es gespürt hat.“

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