23 März 2011

Piolet d’or 2011

Die Nominierungen der sechs bedeutendsten Alpintouren des Jahres 2010 stehen fest.

Zum 19. Mal findet von 13. – 16. März die sogenannte Alpin Oskar Verleihung in Chamonix und Courmayeur statt. Gekürt wird in diesem nicht unumstrittenen Bewerb die herausragendste Alpin-Begehung des letzten Jahres.

Die internationale Jury hat unter der Leitung von Greg Child aus 53 Alpinen Projekten auf 5 Kontinenten, durchgeführt von 138 AlpinistInnen nun die sechs vermeintlich bedeutendsten ausgewählt.

„Die Jury hat einstimmig nach den Kriterien: Begehungsstil, Abgeschiedenheit des Berges, Anspruch der Tour und Teamgeist die Nominierungen festgelegt. Die sechs ausgewählten Projekte stehen für den echten Alpinismus und die Jurymitglieder wären stolz darauf, diese Touren selber durchgeführt zu haben.

Alle Bergsteiger der nominierten Projekte werden ihre Routen in Chamonix und Courmayeur vorstellen und haben die Chance, den goldenen Eispickel (Piolet d`0r) für die bedeutendste Besteigung des Jahres 2010 zu gewinnen.

Nominierungen für Piolet d’or 2011

1. Dracula, eine Neutour in der Südostwand des Face of Mount Foraker (5304m, Alaska von Colin Haley (USA) und Bjorn-Eivind Artun (Norway) in 71 Stunden ohne Biwak, um das Limit für Non-Stop-Alpinklettern auszuloten.

2. Neutour in der Südostwand des Mount Logan (5959m), Kanada von Yasushi Okada und Katsutaka Yokoyama (Japan) mit 4 Biwaks.

3. Erstbegehung der Westwand (1600m) des Vasuki Parbat (6792m), India von Malcom Bass und Paul Figg (UK), die 2. Besteigung des Berges überhaupt. Sie verbrachten 10 Tage in der Wand.

4. Erstbegehung des Lunag 1 Südostgipfels (6830m) Rolwaling Himal, Nepal von Max Belleville, Mathieu Détrie, Mathieu Meynadier und Sébastien Ratel (France) mit 3 Biwaks.

5. Erstbegehung der Ostwand (2400m) des Mount Edgar (6618m), Minya Konka Range, Provinz Sichuan durch Bruce Normand (UK) und Kyle Dempster (USA). Die zweite Besteigung dieses Berges mit 3 Tagen Zustieg und 5 Tagen in der Wand.

6. 9 Bigwall Neutouren an der Süd- und Westküste Grönlands von Sean Villanueva, Nicolas and Olivier Favressse (alle aus Belgien) und Ben Ditto (USA). Die schwerste davon war Devil’s Brew in 10 Tagen. Fast alle Touren wurden aus dem schwimmenden Basecamp, gesteuert von Shepton (75), gestartet.

Erster Sieger Doug Scott

Nach Walter Bonatti und Reinhold Messner geht der Piolet d’Or 2011 für das alpinistische Lebenswerk diesmal an den Engländer Doug Scott. Er bestieg 1975 den Everst erstamals durch die Westwand und ist einer der echten Pioniere des „Alpinen Stils“, den er auf gut 45 Expeditionen zu den höchsten Bergen der Welt propagierte. Darunter 1977 der Orgre (Baintha Brakk), 7285 m oder der Kantsch,8585 m, wo er jeweils durch den Begehungsstil eine neue Ära des Bergsteigens eröffnete. Seine 1981 am Shivling gemeinsam mit Rick White, Georges Bettembourg und Greg Child eröffnete Route ist heute noch ein Symbol für Höchstschwierigkeit, Schönheit und echten Alpinstil.



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