Roland Hemetzberger in Qui 9a+ an der Geisterschmiedwand; Foto: Fabian Hagenauer
18 Juni 2020

Roland Hemetzberger gelingt Qui 9a+ an der Geisterschmiedwand

Roland Hemetzberger gelingt die 3. Begehung der 24 Jahre alten Route „Qui“ 9a+ von Stefan Fürst.

Der in Oberaudorf, an der Grenze zu Tirol, aufgewachsene Bayer Roland Hemetzberger konnte dieser besonderen Tour eine Begehung abringen. Keinem geringeren als Stefan Fürst, dem mehrfachen Kletter-Staatsmeister, gelang 1996 die Erstbegehung dieser Route an der Geisterschmiedwand in Kufstein nach rund 50 Projektagen.

2008 versuchte sich dann Adam Ondra an der Route, ihm brachen einige Tritte weg. Adam projektierte die Route sporadisch verteilt über 10 Jahre und irgendwann bestand für Adam kein Zweifel mehr, dass diese Tour zu den schwersten Routen der Welt zählt. 2019 gelang Adam schließlich die erste Wiederholung und er schätzte "Qui" auf hart 9a+.

Roland Hemetzberger über die Schwierigkeit dieser Route:

„Qui startet zusammen mit dem Klassiker „Wagnis Orange 8c“, welcher häufig sehr Nässe anfällig ist und zudem gilt „Wagnis Orange“ sie als eine der ersten 8c Routen der Welt. „Wagnis Orange“ zweigt nach 20 Meter rechts in leichteres Gelände ab, ab dort geht es bei „Qui“ richtig zur Sache. Ein schwieriger, weiter Zug rundet den unteren Teil von „Qui“ ab und checkt circa 8c/8c+ ein. Unmittelbar darauf geht es dann in die Schlüsselstelle, dabei ist ein circa Fb 8a Boulder zu knacken.

Adams Lösung ist für meine Körpergröße schlichtweg nicht machbar gewesen, deswegen feilte ich einige Tage an einer neuen Lösung, die ich auch durchziehen konnte. Der Schlüssel war ein brachialer Schulterzug mit ordentlicher Vorbelastung. Doch bevor ich auf Erfolgskurs war, musste ich sicherlich an die 15-20 Tage investieren. Dabei musste ich mental und physisch an meine Grenzen gehen bzw. diese am Ende sogar überschreiten.

Rückblickend war es eine herrliche Zeit an der Geisterschmiedwand, dort habe ich meine ersten 6c-Route geklettert, viele coole Tage mit einer lässigen eingeschworenen Szene verbracht. Teilweise war es an der Wand lauter als in der Südkurve beim FC Bayern (zumindest vor Corona) während meiner Versuche.

Roland Hemetzberger in Qui 9a+ an der Geisterschmiedwand; Foto: Fabian Hagenauer
Roland Hemetzberger in Gamit (8c+) am Schleierwasserfall.
in der Route Kantenphysik (8c+/9a; in Achleiten); Foto: Claudia Ziegler
In der Route "Delta" (8c+/9a; in Achleiten); Foto: Stefan Kühn
Die Felswand an der siebten Kirchlispitze im Rätikon mit der Route WOGÜ (7 SL, 8c)
Roland Hemetzberger; Foto Paolo Saratori
Roland Hemetzberger in Qui 9a+ an der Geisterschmiedwand; Foto: Fabian Hagenauer

Über Roland Hemetzberger:

Roland gilt als einer der Erschließer im Tiroler Unterland, besonders in Achleiten hat er eine ordentliche Bilanz vorzuweisen, so hat er Achleiten quasi zu einem der top Kletter Gebiete in Europas macht. Auf das Konto von Roland gehen z.B.: Outro 9a+, Lichtblick 8c+, Goldenpearl 8c, Painline Verlängerung 8c+, Delta 8c+, Kantenphysik 8c+, Tunnelblick 8c+, The Void 9a, Falling Pieces direkt 8c+, Mantra 8c+.

Eine der schwersten Mehrseillängerouten Europas - die Route WoGü im Rätikon - ist Roland bereits 2017 geklettert. Aktuell schwärmt er von einer neuen Herausforderung im Wilden Kaiser. Dort hat er zusammen mit seinem Seilpartner 2019 eine gewaltige Erstbegehung hinterlassen, welche noch auf eine rotpunkt Begehung wartet.

Man darf also gespannt sein, was Roland dieses Jahr noch alles unter seine Finger bekommt.

Webtipp: Roland Hemetzberger

Video über Adam Ondra – Qui 9a+/Adams Nightmare



Kommentare

Neuer Kommentar
Zum Verfassen von Kommentaren bitte anmelden oder registrieren.
Nach oben