Alexander Huber in der Route Magellan (8a) am Urlkopf (c) Guido Unterwurzacher
02 November 2020

Sonnenkönig - Siete Vanas - Magellan

Drei neue und schwierige Huber-Touren in den Berchtesgadener-Bergen

Sonnenkönig

Im Frühjahr waren Thomas und ich – wie wir alle – gezwungen, auf die Beschränkungen zu reagieren und alternative Pläne zu entwickeln.

Und gerade die heimischen Berge wurden logischerweise zum idealen Ziel! Dabei gehört der Untersberg mit seiner Südwand  klettermäßig zu den Perlen im Berchtesgadener Land. Und… ich sehe diese Südwand von meinem Zuhause.

Der „Sonnenkönig“ gehört dabei zu den auffälligsten an der gesamten Südwand. Keine unbedingt neue Idee, denn schon vor mehr als 20 Jahren folgten Michael Grassl und Rudi Brandner dieser idealen Linie! Allerdings waren sie damals gezwungen, der zentralen, steilsten Teil links zu umgehen – trotzdem gibt Child of Sun immer noch einen soliden Neuner ab.

Thomas und ich traten mit der Idee an, den direkten Ausstieg und damit die perfekte gerade Linienführung umzusetzen. Ein durchaus anspruchsvolles, hartes Unternehmen. Steiles Klettern in phantastischem Fels an einer grandiosen Wand!

Nach den drei Tagen in der Wand bis zur Erstbegehung folgten noch einige Tage mehr. Der Sommer war klettermäßig nicht einfach. Erstens ist es in der Südwand gerne gleich mal unkletterbar und zweitens ist der Wasserstreifen in einem gewittrigen Sommer nur selten trocken.

Es sollte bis zum September dauern, bis dann endlich auch die Rotpunktbegehung im Sack war! 

Sonnenkönig 300m - Untersberg Südwand

Die ersten Seillängen gehören zu Child of sun, gefolgt von drei neuen Seillängen: 

6c+, 7c, 7c, 8b, 7b+, 6a

Alexander Huber in seiner Route Sonnenkönig (8b) (c) Heinz Zak
Thomas Huber bei der ersten freien Begehung der Route Sonnenkönig (8b) (c) Heinz Zak
Heinz Zak bei der Arbeit (c) Heinz Zak
Thomas Huber in der Route Siete Vanas (8b) (c) Heinz Zak
Alex Huber in der Route Siete Vanas (8b) (c) Heinz Zak
Alex Huber in der Route Siete Vanas (8b) (c) Heinz Zak
Topo Siete Vanas (8b) - Alpeltalkopf
Alexander Huber in der Route Magellan (8a) am Urlkopf (c) Guido Unterwurzacher
Guido Unterwurzacher in der Route Magellan (8a) am Urlkopf (c) Michael Meisl
Guido Unterwurzacher in der Route Magellan (8a) am Urlkopf (c) Michael Meisl
Topo Magellan (8a) am Urlkopf

Siete Venas

Schon vor acht Jahren starteten Thomas und ich ein Projekt an der Nordwand des Alpeltalkopfes. Eine steile Nordwand. Ideal für die heißen Sommertage und damit die perfekte Ergänzung zum „Sonnenkönig“ am Untersberg. Dann wenn die Tage für das Klettern überall zu hoch sind, hat diese Nordwand die Chance, wirklich trocken zu werden! Was vor acht Jahren begonnen wurde, sich zwischendurch zusammen mit Michael weiterentwickelte, sollte nun endlich finalisiert werden. Wann, wenn nicht jetzt!?!

Die Route startet mit einer massiv überhängenden Wand, gerne von viel Wasser überronnen und es braucht auch wirklich ein paar regenfreie Tage mit hohen Temperaturen bis es endlich trocken wird. Dann zwei Längen elegantes Steigen an senkrechter Wand und es folgt was wirklich Besonderes: das vier Meter ausladende Dach der fünften Seillänge.

Steil, luftig und extrem lässig zum Klettern! Mit einem dynamischen Sprung fliegt man ins Dach hinein, genauso wie bei „Action Directe“ – nur seitenverkehrt und mit deutlich besseren Griffen. Dafür hat man 150 Meter Luft unter den Sohlen!

Wie beim „Sonnenkönig“  mussten wir auch hier für eine Rotpunktbegehung bis zum September warten. „Siete Venas“ ist ein Musterbeispiel für echt kraftvolle, steile Kletterei, genauso wie „Siete Venas“ eine geile Mischung aus energiegeladener Musik ist. Für alle, die sich für powerful Rock komponiert aus Ska, Punk und Cumbia interssieren: check it out!  @sietevenasfromdelmonte. 

Siete Venas - Alpeltalkopf

6c+, 8b, 7a, 7b+, 8b, 7b+

Magellan

Weit zurück in 2005 hatten Michael Meisl und ich zusammen eine neue Route am Urlkopf eröffnet. Eine Erstbegehung, die mir persönlich das die Augen für  das Potential der Wände zwischen Lofer und Waidring. Viele Routen sollten kommen… Feuertaufe, Stoamanndl, Nirwana, Sansara und der Mauerläufer. Alles Routen, die zum Besten zählen, was das Kalkgestein international zu bieten hat.

Über die viele anderen Routen ist dabei irgendwie die Rotpunktbegehung der „Magellan“ hängen geblieben und es ist wohl auch hier der speziellen Situation geschuldet, dass die dieses Ziel auf den Tisch kam.

Wie so oft ging ich mit dem Tiroler Guido Unterwurzacher ans Seil. Es war super spannend nach so vielen Jahren wieder in eine Route einzusteigen, die nur noch schemenhaft abgespeichert war. Und es ist ein interessante Kletterei, weil sie an einer sehr natürlichen Schwachstelle der Wand angelegt ist. Der Großteil der Route lässt sich deswegen auch selbst absichern, was die Route mehr als einfach nur schwierig macht: die „Magellan“ ist vor allem sehr spannend :-)

Während wir am ersten Tag noch durch einen zu späten Start in der Augusthitze verglühten, waren wir dann beim zweiten erfolgreich.

Was lange reift, wird auch wirklich gut! :-) 

Magellan - Urlkopf

 „Magellan“, X- (8a), 6 SL, 200m

7a, 7c+, 8a, 7b+, 6a, 6b

Erste Begehung (2005): Alexander Huber und Michael Meisl

Erste Rotpunktbegehung (2020): Alexander Huber und Guido Unterwurzacher

@alexander_huberbuam     @guido.unterwurzacher @michaelmeisl @heinzak


Text: Alexander Huber



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