Test Arva Reactor Tour 25 Ultralight LawinenrucksackTest Arva Reactor Tour 25 Ultralight Lawinenrucksack
02 Dezember 2021

Test Arva Reactor Tour 25 Ultralight Lawinenrucksack

Ein Lawinenairbag mit 25 Litern und nur 1696 Gramm - wir haben uns den neuen, sehr leichten Reactor Tour 25 Ultralight von Arva genauer angeschaut ....

Leichtere Ausrüstung und deshalb schneller und fitter auf dem angepeilten Skitourengipfel, diese Binsenweisheit ist in allen Bergsportdisziplinen mittlerweile oberstes Gebot. Gerade bei Lawinenrucksäcken war es aber wegen der umfangreichen Technik (Airbag, Auslöseeinheit mit Griff und Kartusche) bis dato schwer, vernünftige Lawinenrucksäcke unter der 2 KG-Marke zu finden. Der französische Hersteller Arva zeigt mit seinem neuen Reactor UL 25 recht eindrucksvoll, wie das geht.

Wir kennen das Arva Reactor 25 UL Modell, den Vorgänger der aktuellen Version, recht gut und haben es auf unzähligen Skitouren wirklich schätzen gelernt! Extrem gut gefallen hat uns vor allem die Kombination aus leichtem Rucksack und doch noch akzeptablen 25 Liter Packvolumen. Siehe dazu unseren ausführlichen Reactor Ultralight 25 Test. Ob nun der neue, deutlich leichtere, Arva Reactor UL 25 ähnlich gute Produkteigenschaften hat?

Kommen wir also gleich zum wesentlichen, dem Gewicht inkl. Carbonkartusche (also ready to tour). Der neue Reactor Tour 25 Ultralight bringt bei uns inkl. Carbonkartusche 1696 Gramm auf die Waage. Man kann den Reactor Tour 25 UL noch etwas „lighter“ machen, indem man den Schaumteil im Rücken (78 Gramm) rausnimmt, dann kommen wir bei unserem Rucksack auf 1618 Gramm. Unter 1700 Gramm – wir lassen den Schaumteil im Rücken drin – das ist schon eine Ansage für einen 25 Liter Airbag-Rucksack mit Doppelkammer-Airbag.

Was ist noch anders bzw. warum wiegt das neue Modell um fast 450 Gramm weniger als das alten? Auf den ersten Blick sieht man sofort, die neuen „Netzschulterträger“, aber auch der Rückenteil und der Beckengurt sind anders – eben dünner und leichter - ausgeführt. Trotzdem ist es gelungen, sowohl an den Schulterträger (für eine 0,5 Liter Softtrinkflasche) und am Beckengurt (für Brille, Handschuhe oder Felle) noch sinnvolle kleine Taschen zu integrieren. Auch das zweite Fach für Schlüssel, Handy etc. an der Front ist beim neuen Modell deutlich größer ausgefallen – eine gute Verbesserung!

Test Arva Reactor Tour 25 Ultralight Lawinenrucksack
Das kleine Fach - quasi die Deckeltasche - ist beim neuen Reactor Tour 25 Ultralight deutlich größer als beim alten.
Der Rückenteil des Reactor Tour 25 Ultralight  - den Schaumstoff (78 Gramm) kann man bei Bedarf entfernen.
Der eingeklappte Auslösegriff des Reactor Tour 25 Ultralight, am anderen Schulterträger ist Platz für eine 0,5 Liter Softflasche.
Der Beckengurt mit den beiden Taschen - 1 x Netz und 1 x mit Zipp.
Der Reactor Tour 25 Ultralight liegt wirklich gut am Rücken an.
Der Netz-Schulterträger des Arva Reactor Tour 25 Ultralight.
Die diagonale Skibefestigung am Reactor Tour 25 Ultralight
Bei uns brachte der Reactor Tour 25 Ultralight (inkl. Schaum-Rückenteil) 1696 Gramm auf die Waage.
Der Reactor Tour 25 Ultralight hat gute kleine Details, z.B. das kleine Fach für die Schlaufe der oberen Skibefestigung ...
Wir lieben sehr leichte Ausrüstung, wenn diese noch zur Sicherheit beiträgt, kann man das fast nicht mehr toppen.
Der geöffnete Airbag des Reactor Tour 25 Ultralight sieht so aus.

Ähnlich wie beim Vorgängermodell ist beim Reactor Tour 25 Ultralight das große Hauptfach gleichzeitig der Stauraum für Schaufel und Sonde. Bei diesem Fach kann man fast keinen Unterschied zum Vorgänger feststellen. Mit etwas Organisation bekommt man die nötige Tagestourenausrüstung inkl. Leichtsteigeisen in den Rucksack. Den Skihelm hängt man am besten außen an die Daisy-Chain Schlaufen. Auch das Volumen dürfte mit 25 Liter gut passen und nicht zu knapp bemessen sein (wir hatten schon 30 Liter Airbagrucksäcke auf dem Test-Tisch, in die deutlich weniger Ausrüstung hinein ging).

Wir hatten, um das Tragegefühl etwas genauer zu testen, den Reactor Tour 25 Ultralight bei ein paar Hikingtouren und bei einigen Pistentouren mit dabei. Der Rucksack liegt, ähnlich wie ein Trailrunningrucksack, eher tropfenförmig am Rücken an und trägt sich mit den angenehm ausgeführten Netz-Schulterträgern sehr gut. Der Auslösegriff dürfte gleich geblieben sein, man kann diesen bei Bedarf zusammenklappen, so schützt man das System vor einer ungewollten Auslösung.

Die Skier kann man entweder diagonal oder links und rechts am Rucksack befestigen. Wir bevorzugen die Diagonal-Befestigung, dabei muss man aber zeitweise kontrollieren, ob der Airbagreissverschluss auch korrekt geschlossen ist. Unten steckt man die Skier in die etwas größer ausgeführte Pickelschlaufe und oben gibt es in einem eigenen kleinen Fach mit Zipp die zweite Befestigungsschlaufe für die Diagonal-Skibefestigung. Diverse Befestigungsgurte für Snowboard, 2 Pickel etc. liegen dem Rucksack bei.

Mit dem neuen Reactor Tour 25 Ultralight fällt die Entscheidung für das Plus an Sicherheit noch leichter, wir hatten den Pack schon mehrmals auf Pistentouren dabei, obwohl wir da eigentlich andere, kleinere Rucksäcke nehmen. Auch bei langen Durchquerungstouren, bei denen man am Tag unzählige Höhenmeter sammelt, muss man mit dem 1696 Gramm schweren Rucksack jetzt nicht mehr lange überlegen, die Entscheidung für den Lawinenairbag fällt bei Minus 450 Gramm wieder ein Stück leichter.

Fazit bergsteigen.com: Arva hat mit dem Reactor Tour 25 UL einen tollen, sehr leichten und dank Doppelairbag (2 Ballons mit je 75 Liter) sehr sicheren Lawinenrucksack entwickelt. Fast, light und safe ist der neue Trend, dem sich auch sportlich orientierte Tourengeher nicht mehr entziehen können - der Arva Reactor Tour 25 UL ist genau das richtige Tool dafür.

Arva Reactor Tour 25 UL

Gewicht: 1600 g (nach gewogen 1618 g) ohne Rücken-Schaumplatte, inkl. Carbon-Kartusche

Volumen: 25 Liter (27 cm x 51 cm x 17 cm)

Airbag: Arva Reactor System ( 2 x 75 Liter)

Reactor Tour 25 UL: 599 Euro

Carbon Kartusche: 140 Euro


Webtipp: Arva




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