Im Winter 2020 haben wir die Erstauflage dieser Bindung bereits getestet. Nun haben wir uns die überarbeitete Version nochmals genauer angesehen.
Allgemeines
Die Fritschi Xenic Plus positioniert sich nach wie vor im „Tour-Light"-Segment: Mit nur 670g pro Paar inklusive Stopper ist sie sehr leicht, geht aber in den Bereichen Sicherheit und Abfahrtperformance keine Kompromisse ein. Auf den ersten Blick fällt einem als Neuerung die zweite Steighilfe auf, deren Fehlen manche beim alten Modell als Manko empfanden. Die Bindung ist in zwei Versionen erhältlich, der Xenic Plus 12 (Z-Wert 6-12) und der Xenic Plus 10 (Z-Wert 4-10).
Aufstieg & Handling
Wie immer verwöhnt Fritschi uns mit einem intuitiven Handling und besticht mit guter Verarbeitung. Während sich manch andere Leichtbau-Bindungen beim Einstieg etwas "fummelig" anfühlen, punktet die Xenic mit einem sehr leichten Einstieg, den wir im Test von 2020 bereits mit „Pins, die beinahe magnetisch wirken“ beschrieben haben. Die festen Anschläge für die Schuhspitze führen den Pin direkt ins Insert.
Mit einem vertrauenserweckenden „Klack“ rasten die Pins ein und es kann losgehen!
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Gewicht: Im Aufstieg freut man sich über jedes Gramm weniger, besonders bei langen Touren oder Tragepassagen (290g/Einheit ohne Skistopper; 335g/Einheit mit Skistopper).
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Sicherheit: bei steilen Spitzkehren auf hartem Schnee keine Abstriche und gute Kraftübertragung auf die Kante, kein ungewolltes Auslösen.
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Bedienung: Der Wechsel zwischen Aufstiegsmodus und Abfahrt sowie die Bedienung der Steighilfe (zwei Gehstufen bei 7° und 11°) klappen mit dem Stockteller problemlos. Man benötigt wenig Kraft, um den Hinterbacken zu verdrehen, und das Einrasten in den jeweiligen Modus fühlt sich „satt“ an.
Abfahrtsperformance: Stabilität & Sicherheit
Das größte Plus bietet die Xenic Plus bei harten Bedingungen und auf der Piste. Oft neigen Pin-Bindungen bei hohen Kräften zu Vibrationen oder Fehlauslösungen. Die Xenic Plus minimiert diese Risiken auf unterschiedlichste Arten.
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Keine ungewollten Auslösungen: Selbst bei schnellem Carven auf harten Pisten bleibt die Bindung absolut zuverlässig. Dank der Längenausgleich-Feder (10mm), die den Flex des Skis bei Schlägen oder Durchbiegung kompensiert, bleibt der Anpressdruck konstant. Wichtig ist zu erwähnen, dass der Hinterbacken bei der Montage ohne Gap, sprich ohne Lücke, mit dem Schuh abschließt.
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Anspruchsvolles Gelände: Bei steilen und exponierten Abfahrten stellt sich nach dem ausgiebigen Pistentest ein absolutes Sicherheitsgefühl ein. Ein Verriegeln, wie viele es nach wie vor praktizieren, ist obsolet, da die sich horizontal verschiebenden Pin-Hebel eine ungewollte Auslösung verhindern.
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Kraftübertragung: Außerdem sorgt die breite Abstützung der Ferse für eine direkte Kraftübertragung, die man einer Bindung dieser Gewichtsklasse kaum zutrauen würde. Die Herstellerempfehlung für Touring- und Freetouringski bis 105 Millimeter Mittelbreite macht also durchaus Sinn. Die Auslösewerte (Z-Werte) lassen sich für die Seitwärts- und Frontalauslösung separat und stufenlos einstellen.
Der einzige Kritikpunkt, der aufkommen könnte, wäre, dass die Bindung bei extremer Kälte etwas zu knarzen beginnt. Dies hängt vermutlich mit den Materialpaarungen von Kunststoff und Metall zusammen. Funktional schränkt dies die Bindung nicht ein, kann aber als störend empfunden werden.
Fazit
Die Fritschi Xenic Plus ist die ideale Wahl für Tourengeher, die eine leichte, zuverlässige und sichere Bindung suchen, und die bei der Abfahrt wie auf Schienen fahren wollen. Wer über gelegentliches Knarren bei Eiseskälte hinwegsehen kann, bekommt ein typisches Schweizer High-End-Produkt, das durch Einfachheit und Präzision besticht.
Tester: Hannes Haberl IVBV Berg- und Skiführer/bergsteigen.com

Test: Fritschi Xenic Plus 12


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