Intern. Lawinensymposium 2015

Datum: 10 Oktober 2015
Ort:
Graz

Arbeiterkammersaal Graz, Hans-Resel Gasse 8-14, 8020 Graz

Das Erkennen und Einschätzen von Lawinengefahren ist für WintersportlerInnen eine der größten Herausforderungen. Bis Mitte März waren in der Wintersaison 2014/2015 allein in Österreich bereits 24 Lawinenopfer zu beklagen!

Warum gab es im vergangenen Winter so viele Lawinenunfälle? Ist es so schwierig, Lawinengefahren zu beurteilen? Wird der Einschätzung der Lawinengefahr zu wenig Aufmerksamkeit zuteil? Oder wollen wir die Zeichen nicht richtig deuten, weil der nächste Tiefschneehang noch unverspurt ist und die Gruppe schon drängt? Die einfachste Lösung wäre, wir schieben die Schuld auf diesen außergewöhnlich „bescheidenen“ Winter, mit wenig Schnee und schlechtem Schneedeckenaufbau. Diese Lösung wäre für uns WintersportlerInnen sehr einfach, jedoch mit Sicherheit ein falsches Resümee.

Der Lawinenlagebericht gibt uns für unser Tun im winterlichen Gebirge unverzichtbare und wertvolle Informationen. Leider kommt es oft zu einer Fehlinterpretation des Lawinenlageberichts. Bei Lawinenwarnstufe 1 (gering) etwa heißt es nicht, dass eine Lawinengefahr ausgeschlossen ist. Nein! Es heißt u. a., dass eine Lawinenauslösung im Allgemeinen nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extrem steilen Gelände möglich ist.

Genauso wichtig, wie den Inhalt des Lageberichts zu verstehen, ist es auch zu wissen, dass dessen Aussage ein sehr großes Gebiet abzudecken hat. Daher bleibt die Einzelhangbeurteilung bei uns selbst. Der Lawinenlagebericht weist nur auf besondere Gefahrenstellen hin. Die persönlichen Wahrnehmungen im winterlichen Gebirge und deren Interpretationen sollten daher einen wesentlichen Teil der Gefahrenbeurteilung darstellen.

Lawinensymposium 2015

Das Bewusstsein der SkitourengeherInnen und FreeriderInnen im Umgang mit der Lawinengefahr zu verbessern ist eine wesentliche Aufgabe der Naturfreunde Österreich. Am 10. Oktober 2015 werden daher die Naturfreunde in Zusammenarbeit mit der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Graz ein internationales Lawinensymposium veranstalten.

Ziel dieses Symposiums ist es, der breiten Öffentlichkeit eine Plattform zu bieten, wo sie sich über die neuesten Erkenntnisse in puncto Schnee, Lawinen und Faktor Mensch informieren kann.
Internationale Experten werden über die aktuellen Ergebnisse der Lawinenforschung sprechen und einen Einblick geben, wie Lawinenlageberichte entstehen und wo deren Grenzen liegen; sie werden Unfälle analysieren und darüber Aufschluss geben, welche Rolle der Mensch im Risikomanagement spielt.

Vortragende sind unter anderem:

Dr. Bernd Zenke, Forstwissenschaftler (Schwerpunkt Schnee und Lawinen im Bergwald), von 1986 bis 2014 beim Bayerischen Lawinenwarndienst, von 1994 bis 2014 Leiter der Lawinenwarnzentrale, 1993 maßgeblich an der Schaffung der europäischen Lawinengefahrenskala beteiligt, seit 2015 im Ruhestand

DI Patrick Nairz, Studium Wildbach- und Lawinenverbauung in Wien und Vancouver, staatlich geprüfter Skitoureninstruktor und Bergretter; seit 1999 stellvertretender Leiter des Lawinenwarndienstes Tirol, von 2009 bis 2013 Leiter der Arbeitsgruppe der europäischen Lawinenwarndienste

Dr. Thomas Stucki, Studium der Erdwissenschaften an der ETH Zürich, Hauptvertiefung: Glaziologie, Nebenvertiefung: Klimatologie, Hydrologie, Raum- und Umweltplanung; am WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF Schweiz Teamleiter und Lawinenprognostiker im Lawinenwarndienst

Dr. Arno Studeregger, Lawinenprognostiker der ZAMG Steiermark, Bundesreferent der Naturfreunde Österreich für Skitouren

Moderation: Mag. Andreas Jäger von Servus TV

Neben Buffet/Verpflegung im Veranstaltungsgebäude wird es als Ergänzung zu den Vorträgen im Foyer des Veranstaltungssaales einen Ausstellerbereich geben.  

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