Marlies Czerny: Alle 4.000er der Alpen

Datum: 17 Oktober 2018
Ort:
Alpenvereinshaus Sektion Austria

Rotenturmstraße 14

Wien

Alle 4.000er der Alpen: Dem Monte-Rosa-Massiv geht ein Licht auf - ein Vortrag von Marlies Czerny

Die gelegentlichen Sicherungspunkte sind alle so gut wie schneefrei. Einzig einen Abseilring überieht eine Eisglasur. Das Gelände ist anspruchsvoll, aber völlig okay für den Winter. Im Rucksack gefriert uns zwar der Speck im Brot und in der Thermo-isloerten Flasche bildet sich ein Eisklumpen, aber die Körpertemperatur fällt nicht unter einen unerträglichen Wert. Gewaltig - so macht Winterbergsteigen Spaß! Un erst dieses Gefühl jetzt! Die Sonne wandert in unser Gesicht. Während andere von Silvester völlig blau sind, leuchtet ringsum wieder alles in intensivem Orange.

Vortragsreihe "Die 4000er der Alpen" - Erlebnisse zwischen Piz Bernina und Barre des Ecrins

Eine junge Frau hebt ihren wohl ernährten Hintern vom Bürosessel und steht zehn Jahre später (und zehn Kilo leichter) auf allen 4000ern der Alpen – als erste Österreicherin. Geplant war das nicht, geglückt ist es trotzdem – und die Journalistin wird selbst zur guten Story. Auf ihrem steilen Weg lernt sie nicht nur die Alpen ausgesprochen gut kennen, sondern auch jenen Seilpartner, mit dem sie die Schlüsselstellen im Tal bewältigen möchte. Marlies Czerny und Andreas Lattner kündigen ihre sicheren Jobs, schlagen ein Leben abseits des Normalwegs ein und holen die Berge mit Text und Bild in ihr Büro.

Auf den 82 Viertausendern zwischen Piz Bernina und Barre des Ecrins erleben sie die Alpen aus packenden Perspektiven. Am 1. Jänner klettert die vertraute Seilschaft mutterseelenalleine auf das Matterhorn, sie fliegt mit dem Gleitschirm von der Vincentpyramide und verbringt ausgesetzte Biwaknächte auf den schwierigsten Graten am Mont Blanc.

Es sind die Sonnenaufgänge mit ihren intensiven Farben, die wild zerklüfteten Gletscher fernab von urigen Bergdörfern und die großartigen Touren in wilder Landschaft, die ihnen den Atem rauben. Wieder bei Luft, erzählen sie von Gletscherrückgängen, Gewittern und ihren Begegnungen mit Hüttenwirtinnen, aber auch mit Bergsteigern, die nie wieder ins Tal zurückkehrten.

Die besonderen Momente stecken in dieser Live-Reportage: jene des Glücks, der Angst, der Freude, der Partnerschaft, der Veränderung, des Muts und der ansteckenden Begeisterung. Dabei geht es nicht um Tempo und Schwierigkeitsgrade, sondern um die Erkenntnis, wie wenig man zum Gipfel des Glücks benötigt. Und dass man es selbst in der Hand hat, sich ein Ziel zu setzen und seinen Weg zu gehen.



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