Krobath Metzger - Kaltwasser-Gamsmutter/Divja Koza
Toureninfo
Topos
Standort / Karte
Tourenbeschreibung
Vorab: Die beiden Herren Krobath und Metzger müssen in den Augusttagen des Jahres 1933 einen wahren „Lauf“ gehabt haben! Hans Metzger startete zunächst mit seinem Bruder die Erstbegehungsserie am 13.08. mit der Nordkante auf den Pinnacolo del Vallone (500m,4), einen Tag später am 14.08. durch die Ostwand des Wischberg (600m,5), dann am 16.08. die hier beschriebene „Krobath-Metzger“ auf die Kaltwasser-Gamsmutter und schließlich noch die fantastische Nordkante auf die Korspitze (600m,5).
Generell hat die Kaltwasser-Gamsmutter guten Felsen und lange Touren von namhaften Kletterern. Emilio Comici hat mit der Nordostkante (Comici-Fabjan, 1929) und der sagenumwobenen Direkten Nordwand (Vano Nero, ebenfalls mit Giordano Bruno Fabjan, 1928) ein alpines Vermächtnis hinterlassen. Und auch die lokale Alpinlegende Roberto Mazzilis hat mit „A Gino Buscaini“ (700m, 7) und „Cavalcata delle Valchirie“ (700m, 8+) zwei „Bretter“ in der Wand verewigt.
Nun aber zurück zur Krobath-Metzger-Route: Die Tour schlängelt sich sehr geschickt unter Ausnutzung der natürlichen Gegebenheiten (Rampen, Risse, Kamine,…) durch die gewaltige Wand. Der Dolomitfels ist gut und wird nach oben hin besser, es ist kein sonst so oft erwähnter „Julischer Bruchhaufen“. Aufgrund der vielen Kamine ist eine trockene Periode abzuwarten, damit man ein maximales Klettervergnügen hat. Speziell die Kamine zu Beginn und der sagenumwobene Ausstiegskamin machen dann Spaß.
Die Route wird regelmäßig geklettert, die Standplätze bestehen meist aus 2 Haken und lassen sich gut ergänzen. Es gibt relativ wenige Zwischensicherungen in Form von Haken (siehe Topo). Die schwierigen Längen kann man mit mobilen Sicherungen ganz gut ergänzen, in leichteren Längen ist das nicht immer möglich, weshalb man öfters mal alpine Runouts hat. Die Orientierung ist relativ simpel und mit dem Topo gut machbar. Gerade die Querungen sind oft auch sehr ausgesetzt und die schwereren Längen beeindrucken mit Steilheit, haben aber immer guten Felsen.
Und nun noch einige Anmerkungen zum legendären Ausstiegskamin, der in fast allen Tourenberichten erwähnt wird: Als ich vor über 25 Jahren als Anfänger in der Kletterhalle den alten Haudegen bei ihren Abenteuerberichten aus den Julischen zuhörte, blieb mir die Geschichte vom „Scheisskamin“ in der letzten Länge in der Erinnerung eingebrannt. Viele Seilschaften klettern die Umgehungsvariante (6/A0), die am Beginn des Kamins links herumführt, vor allem wenn er nass ist. Im trockenen Zustand lässt er sich wirklich gut klettern, es stecken ein paar gut geschlagene Haken, es gibt 2 Klemmblöcke für Zwischensicherungen und man kann auch mobiles Zeugs unterbringen. Idealerweise klettert man ca. 2 bis 3 Meter tief im Kamin, da sind dann auch die Haken zu finden. Der Kamin ist in Wirklichkeit ein einzigartiger „Raum“, da man auch viel weiter hineinklettern kann und in eine Art „Parallelwelt“ gelangt (so stell ich mir das Innenleben einer Pyramide vor…) Ich habe dort aber keine leichtere Variante gefunden.
Alles in allem ein tolles Alpinabenteuer mit überschaubaren Schwierigkeiten für heiße Sommertage in großartiger Umgebung!
Allgemeines: Es gibt mehrere Möglichkeiten für Zu-und Abstiege bzw. für die Übernachtung. Idealerweise hat man ein E-Bike für den Zustieg, damit sich schnellere Zu- und Abstiegszeiten realisieren lassen.
Alternativ kann man am schönen Rifugio Pellarini übernachten (https://www.facebook.com/Rifugio-Luigi-Pellarini-663585717053138/?fref=ts, Zustiegszeit zur Hütte zu Fuss 2,5-3 Stunden). Die Hütte ist ein idealer Ausgangspunkt für zahlreiche andere schöne Klettertouren, wie etwa:
Siehe Topo!
Ferdinand Krobath und Hans Metzger, 16.08.1933
2 x 60 m
10
Kletterausrüstung, Satz Friends bis Größe 3, eventuell Größe 4 für den Riss in der 11. Seillänge; Satz Keile, ausreichend langes Schlingenmaterial, Hammer zum Nachschlagen und eventuell Haken (Drehmoment- und Messerhaken)
alpin; spärlich Haken als Zwischensicherungen an den schwierigsten Stellen, Standplätze mit meist 2 Haken; R4
R4: Schwer abzusichern, mit schlechten oder unzuverlässigen und weit entfernten Zwischensicherungen, die nur einen kurzen Sturz halten würden. Lange zwingende Kletterpassagen. Potentielle Sturzlänge beträgt bis zu 15 m mit der Möglichkeit, dass Zwischensicherungen herausbrechen. Sturz hat wahrscheinlich Verletzungen zur Folge.
a.) Mit dem E-Bike über das Kaltwassertal: Die beste Variante in Kombination aus Zustieg und Abstieg. Parken in Riofreddo (833m). Mit dem Bike die Forststraße entlang ins Kaltwassertal. Im hinteren Tal steilt die Forststraße stark auf. Auf der Höhe 1375m (es ist nicht die beschilderte Abzweigung darunter auf 1325m, die man aber auch nehmen könnte) parkt man das Rad und wandert den Weg (Steinmann) nach Süden für etwa 750 Meter. An der Wegkreuzung nimmt man den Weg 618 nach Südwesten, der zur Carnizza-Scharte (1767m) führt. Von dort etwa 100 Höhenmeter über den versicherten Steig (A) in den Wischbergkessel (Carnizza di Camporosso) absteigen. Sobald man auf Höhe der Cime Vergini angelangt, quert man nach links auf Wegspuren unter den Wänden entlang in Richtung Kaltwasser-Gamsmutter. Ziel ist der Wandfuß ganz rechts des Berges (markant ist der dunkle Kamin in der Mitte des Berges, wo die Comici-Route „Vano Nero“ ansetzt), wo auch die Schneeschlucht ansetzt (Moränenhügel). Zeit von Riofreddo bis Einstieg ca. 2,5 bis 3h).
Der Vorteil dieses Zustiegs ist, dass man nach der Tour nur 2,5 Stunden bis zum Auto benötigt.
b.) Mit dem E-Bike oder zu Fuß aus der Seisera:
Von der Parkmöglichkeit parallel zur Straße bzw. am Parkplatz (ca. 860m, Brücke über die Straße bzw. Einfahrt zur Agritur Prati Oitzinger) geht/fährt man über die Forststraße mit der Wegnummer 616 zum Lifthäuschen der Seilbahn des Rifugio Pellarini (mit dem E-Bike ca. 30min). Nun über den teils versicherten Steig (noch immer Weg Nr. 616) steil in ca. 45 Minuten zum Rifugio Pellarini (1499m, Übernachtungsmöglichkeit!). Kurz nach der Hütte zweigt der Weg Nr.618 nach links zur Carnizza-Scharte (Sella Carnizza) ab, der der Übergang ins Kaltwassertal ist. Bevor der Steig steil wird, quert man nach rechts ins offene Gelände aus und steigt weglos zum Wandfuss über Felshalden und schlussendlich über eine Schuttmoräne auf. Von der Hütte ca. 45 Minuten.
1800 m
Abhängig vom Zustieg untersichedliche Möglichkeiten:
a) Bei Zustiegs-Variante a): Auf dem Götterband nach Osten ca. 15 Minuten ausqueren, bis das Band endet. Dann 45 Minuten Abseilen über die Abseilpiste (siehe Topo, 2 Normalhaken plus Bohrhaken mit Seil und Rapid-Glied beim ersten Stand, dann immer 2 BH). Nun seilt man 5 mal ab und gelangt so ins Kaltwassertal. Abseilen mittels Doppelseil jeweils zwischen 50 und 55 Meter. Die Stände sind mit roten Punkten markiert! Zu Fuß etwa 1 Stunde weiter ohne Gegenanstieg zum Rad absteigen (Vom Wandfuss im Kaltwassertal steigt man den markierten Weg Anita Goitan (A.G.627, rote Punkte, grauslicher Schutt zu Beginn ab. Unter der Carnizza-Scharte erreicht man die Wegkreuzung mit Weg 618, den man schon im Aufstieg genommen hat). Anschließend mit dem Rad 25 Minuten aus dem Tal zum Parkplatz fahren.
b) Bei Zustiegs-Variante b): Grundsätzlich gibt es bei dieser Zustiegsvariante 2 Möglichkeiten abzusteigen:
b1.) Abstieg über das Kaltwassertal: Gängige Variante. Vom Götterband (Steinmänner) 15 Minuten nach Osten (links), bis das ausgeprägte Götterband endet. Hier befindet man sich nun in der Ostwand des Berges und blickt ins Kaltwassertal. Rechts in der Wand befindet sich direkt neben dem Band der erste Abseilstand (2 Normalhaken plus Bohrhaken mit Seil und Rapid-Glied). Nun seilt man 5 mal ab (siehe Topo) und gelangt so ins Kaltwassertal. Abseilen mittels Doppelseil jeweils zwischen 50 und 55 Meter. Die Stände sind mit roten Punkten markiert!
Vom Wandfuss im Kaltwassertal steigt man den markierten Weg Anita Goitan (A.G.627, rote Punkte, grauslicher Schutt zu Beginn) ab. Er führt der Wand entlang nach links, dann wieder über den 618 Weg etwa 100 HM hinauf zur Carnizza- Scharte (Sella Carnizza, 1767m) und zurück zum Rifugio Pellarini. Im Bereich der Scharte gibt es Stahlseilversicherungen. Dauer: Vom Ausstieg der Tour bis zur Hütte ca. 2,5 Stunden.
b2.) Abstieg über die Nordost-Schlucht (Gola NE) des Wischberg: Diese Variante ist eine weiteres kleines Abenteuer, teils sehr ausgesetzt und erfordert absolute Trittsicherheit. Außerdem erst spät im Jahr machbar, da oft noch Schnee liegt. Vom Götterband quert man nach Westen (rechts) und quert dabei die Innominata (dt. Kleinspitz, Stahlseilversicherung bzw. Bohrhaken) bzw. den Gamsmutterturm (Torre delle Madri dei Camosci). So gelangt man in die Schlucht. Diese ist teilweise mit kurzen Klettersteigpassagen versichert. Gleich bei der Einmündung vom Götterband in die Schlucht beginnt (Blickrichtung Hütte) rechts ein Versicherter Abschnitt. Der Weg durch die NO-Schlucht verlangt Aufmerksamkeit und Konzentration - Absturzgefahr! Markierungen und Seilversicherungen sind ständigem Schneedruck ausgesetzt und können beschädigt sein. Nach schneereichen Wintern kann lange Schnee liegen- Steigeisen und Pickel mitnehmen! Abstiegszeit bis zur Hütte ca. 3-3,5 Stunden.
18.07.2026
Hannes Haberl
Ausgangspunkt / Anfahrt
Von Tarvis auf der Bundesstraße SS 54 nach Süden bis nach Riofreddo. Hier parken.
PP bei Brücke - 860 m
Riefreddo - 830 m



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