18 Dezember 2010

Karakorum Winterexpeditionen 2010/11

Bisher wurde in Pakistan noch kein Achttausender im Winter bestiegen. Gleich fünf Expeditionen wollen dies ändern…

Bis dato wurden neun der 14 Achttausender im Winter bestiegen. In Nepal sind alle 8000er im Winter bestiegen, während in Pakistan alle fünf 8000er noch auf ihre Winter-Erstbesteigung warten.

Neben der extremen Höhe zeichnen sich die Berge zu dieser Jahreszeit mit arktischer Kälte, starken Stürmen, kurzen Tagen - einfach gesagt den schwierigsten Bedingungen aus. „Einen derartig hohen Berg bei diesen Verhältnissen zu besteigen ist eine der größten Herausforderungen für die führenden Extremsportler der Erde.“ meint der Österreicher Gerfried Göschl auf seiner Homepage.

In einem achtjährigen Marathon waren es die Polen, die durch ihre Wintererstbesteigungen das Klettern im Himalaya in eine neue Dimension führten. Diesen Winter wollen 18 Bergsteiger erstmals im Karakorum einen 8000er bezwingen. Die Palette der Aspiranten reicht von Winterroutiniers bis zu völligen 8000er Newcomern.

Gasherbrum II, 8034

Hier sind mit Simone Moro und Denis Urubko die vielleicht routiniertesten und erfolgreichsten Winterhöhenbergsteiger am Werk. Ab dem 21.12. wollen sie gemeinsam mit Cory Richards, der letztes Jahr mit Ines Papert im Winter am Kwangde Shar erfolgreich war (mehr), auf den G II steigen. Die Expedition soll den gesamten Winter bis März dauern. Simone Moro stand im Himalaya bereits zweimal auf einem 8000er. 2005 gelang ihm die Shisha Pangma (mehr) und 2009 stand er gemeinsam mit Denis Urubko auf dem Makalu (mehr). Dieses Team gehört neben Artur Hajzer sicher zu den erfahrensten Winterbergsteigern jenseits der 8000er Grenze.

Broad Peak, 8047 m

Vom Dezember bis März wird eine zehnköpfige polnische Expedition unter Leitung des Erfahrenen Alpinisten Artur Hajzer, der sich bereits im Winter 2008/09 an diesem Berg versuchte und dem 2008 die erste und einzige Winterbesteigung der Annapurna, 8091 m gelang, zum zwölfhöchsten 8000er aufbrechen, um ihn auf dem Normalweg zu besteigen. Der Broad Peak wurde bisher fünfmal erfolglos im Winter versucht, 2 x von Simone Moro, wobei einer polnisch-kanadischen Expedition im Winter 1987/88 nur 20 Hm bis zum höchsten Punkt fehlten.

Gasherbrum I (Hidden Peak) , 8,068 m

Gemeinsam mit dem Kanadier Louis Rousseau und dem Basken Alex Txikon will Gerfried Göschl (Expeditionsleiter) seinen ersten Winterachttausender auf einer völlig neuen Route bezwingen. Gerfried zählt mit sechs bestiegenen Achttausendern zu den weltbesten Höhenbergsteigern. Unter anderem bestieg er 2005 den Mount Everest (8.850 m), den höchsten Berg der Erde, als erster Österreicher ohne künstlichen Sauerstoff und ohne Trägerhilfe (Anm: 1. Österr. Besteigung ohne Sauerstoff erfolgte durch Peter Habeler). Nachdem er sich im Winter am Hidden Peak aufgewärmt hat, möchte Gerfried im Sommer 2011 auf den G2 (Neutour) und den K2 (Alpinstil).

Nanga Parbat, 8125 m

Am neunthöchsten Berg der Erde versuchen sich die Polen Tomasz Mackiewicz und Marek Klonowski und der Russe Sergey Nikolayevich (solo). Alle drei Bergsteiger haben keinerlei 8000er-Erfahrung, haben aber teilweise im Pamir und Tien Shan Gebirge, die ja als die Trainingsstätte der Ostländer gelten, bereits einige bemerkenswerte Begehungen gemacht. 2008 haben Tomasz Mackiewicz und Marek Klonowski auch als erste Polen den Mount Logan von Ost nach West überschritten.

Webtipps:

explorersweb.com

simonemoro.com

PZA Winter Expedition Broad Peak 8047m

Winterbergsteigen im Himalaya

gerfriedgoeschl.at

Denis Urubko im Sturm des Makalus © Simone Moro.jpg
Cory auf dem Gipfel des Kwangde Shar, 6093m © Ines Papert.jpg
Broad Peak mit Aufstiegsroute © PKA
Workshop Mentales Training für das Broad Peak Team @ PKA
Hidden Peak © Gerfried Göschl
Gerfried Göschl © Gerfried Göschl
Nanga Parbat 8125 m © www.nangaparbat.at
Simone Moro beim Aufstieg zum Gipfel Makalu (Winter 2008/09) © Simone Moro.jpg


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