24 Oktober 2014

Bergunfälle - Statistik Sommer 2014

Die Zahl der Verunfallten im alpinen Raum in der Sommersaison 2014 ist gegenüber dem Vergleichszeitraum (1.5. bis 20.10.) leicht zurückgegangen.

Die Zahl der Verunfallten im alpinen Raum in der Sommersaison 2014 ist gegenüber dem Vergleichszeitraum (1.5. bis 20.10.) leicht zurückgegangen.

Vom Österreichischem Kuratorium für alpine Sicherheit wurden am Donnerstag die Unfallzahlen für den Sommer 2014 veröffentlicht. Festzustellen war ein Anstieg bei den Klettersteigunfällen und eine nur geringfügig rückläufige Gesamtzahl der Verunfallten. Die Wanderer stellen wie immer die größte Gruppe dar, dort waren mit 66 auch die meisten Todesfälle zu beklagen.

Klettersteige im Plus - Klettern im Minus

Sehr stark gestiegen sind die Unfälle auf Klettersteigen (Plus 26 Prozent) und stark zurückgegangen sind die Unfälle in MSL-Touren (-15 Prozent). Interessant dabei ist die Schwierigkeitsverteilung (Verunfallte/Klettersteigschwierigkeit), die meisten Personen verunfallen im mittleren Schwierigkeitsbereich (37 Prozent in C-Klettersteigen) und etwas darüber (35 Prozent in D-Klettersteigen). In den oft kritisierten Klettersteigen mit hoher Schwierigkeit (E-Klettersteige) sind nur 6 Prozent der Verunfallten zu finden.

Interessant ist auch, das es mehr Unfälle bei den Kletterern (222 Verunfallte) als an den Klettersteigen (188 Verunfallte) gibt. Bei den tödllichen Unfällen ist diese Differenz noch größer, Klettern 13, Klettersteiggehen 3. Die tödlichen Unfälle bei den Kletterern sind mit -26 Prozent stark rückläufig, ob das evtl. auch mit dem nassen Sommerwetter zusammen hängt, kann nur spekuliert werden.

Klettersteig: Unfälle nach Schwierigkeitsgrad des Klettersteiges (1.1.-20.10.2014) und tödlich Verunfallte Österreich 1.5. – 20.10.
Unfallursachen für tödliche Unfälle beim Bergwandern 2014:
Die Bergung erfolgt sehr oft aus der Luft.
Alpinunfälle nach Unfallort im Sommer 2014 (1.5.- 20.10.)
Verunfallte und tödlich Verunfallte im alpinen Raum 1.5.2012 - 20.10.
Unfälle nach Teildisziplinen

Bei den tödlichen Unfällen beim Bergwandern wird Abstürzen (Stolpern, Ausrutschen) mit 44 Prozent, dicht gefolgt aber von Herz-Kreislauf-Versagen (41 Prozent) als Unfallsursache angegeben. Die Nationalität der tödlich abgestürzten Bergwanderer teilt sich in 47 Prozent Inländer, 44 Prozent Deutsche und 9 Prozent Sonstige auf. Bei den Bundesländern führt wie immer Tirol (großer Alpenanteil, Tourismusland) vor Salzburg und Oberösterreich. Die wenigsten tödlichen Unfälle gab es in Vorarlberg (5 Personen), die meisten in Tirol (52 Personen), Österreich gesamt 139 tödlich Verunfallte, das bedeutet einen Rückgang von 7 Prozent.

Zusammenfassung:

  • Die Zahl der Verunfallten im alpinen Raum in der Sommersaison 2014 ist gegenüber dem Vergleichszeitraum (1.5. bis 20.10.) leicht zurückgegangen.
  • Die Zahl der tödlich verunfallten Personen ist österreichweit auch heuer wieder gesunken und liegt deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt.
  • Den stärksten Rückgang an tödlich Verunfallten gab es in der Steiermark (-40 Prozent) und Vorarlberg (-38 Prozent). Am meisten Zuwachs gab es in Salzburg, wobei die Zahl der tödlich Verunglückten immer noch unter dem langjährigen Durchschnitt liegt.
  • Der Klettersteigboom spiegelt sich auch dieses Jahr in den Unfallzahlen wider: +26 Prozent an verunfallten Personen.
  • Bei der Aufteilung nach Bergsportdisziplinen ist natürlich das Bergwandern die größte Gruppe, da hier mit Abstand am meisten Aktive unterwegs sind.
  • Trotz verregneten Sommers, fast gleich viele Verunfallte: Grund dürften die schwierigen Bedingungen (nasse, rutschige Wege) gewesen sein.
  • Bei den tödlich verunglückten Bergwanderern, war der Großteil Inländer (47 Prozent). Zusammen mit der zweiten großen Gruppe, deutsche Staatsbürger (44 Prozent), kommen über 90 Prozent der Toten beim Bergwandern aus diesen beiden Ländern.
  • Bei rund ein Drittel der tödlichen Bergwanderunfälle wurde eine Suchaktion ausgelöst.

Webtipps:

Kuratorium für alpine Sicherheit

Bergrettung

Alpinpolizei
 



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