Skitouren Dolomiten-Forc-dl-Cristallo (c) Axel Jentzsch-Rabl
20 Januar 2023

Die schönsten Skitourenziele in Italien – für jedes Level

Sobald der erste Schnee fällt, verwandelt sich Italien in ein regelrechtes Paradies für Skitouren. Hier sind die schönsten von ihnen für jedes Level.

Das Skitourengehen erlebt einen regelrechten Boom. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der Menschen, die gelegentlich oder regelmäßig Skitouren gehen, verdoppelt. In Deutschland sowie in Österreich gibt es jeweils mehr als 500.000 Skitourengeher – Tendenz steigend. Damit keine Langeweile aufkommt, suchen sie nach immer neuen Touren in ihrer Umgebung und darüber hinaus. Italien wird dafür ebenfalls zunehmend zu einer beliebten Anlaufstelle. Das liegt an der räumlichen Nähe zu Österreich und Deutschland, aber auch an der großen Auswahl, die dort für Skitourengeher geboten sind. Denn vom Anfänger bis zum Profi findet in den italienischen Bergen sowie Skigebieten jeder eine passende Route. Die schönsten Skitourenziele in Italien sind zum Beispiel folgende:

Skitourenziele in Italien für Anfänger

Wer sich an seine erste Skitour heranwagt, sollte zumindest ausreichende Kenntnisse rund um die richtige Technik sowie die Lawinenkunde mitbringen. Besser ist es, mit erfahrenen Skitourengehern aufzubrechen oder eine geführte Skitour zu buchen, um sicher die ersten Erfahrungen zu sammeln. Eine beliebte Alternative sind außerdem Aufstiegsrouten in den offiziellen Skigebieten mit anschließender Abfahrt auf der Piste. Einerseits ist dadurch die Lawinengefahr deutlich geringer. Andererseits sind so auch Skitouren möglich, wenn das Skifahren im Tiefschnee noch nicht so gut klappt. Aber auch in der Natur bietet Italien einige schöne Skitouren auf Anfängerniveau.

  • Speikboden: Diese leichte Skitour in Südtirol zählt knapp 1.200 Höhenmeter und dauert schätzungsweise vier Stunden. Der höchste Punkt befindet sich auf 2.517 Metern. Startpunkt ist der Parkplatz an der Sportbar Weißenbach. Anschließend führt der Weg über die Mitterberger Almen und das Mühlwalder Jöchel auf den Speikboden. Eine weitere beliebte Route auf den Speikboden führt über den Daimerweg im Skigebiet. Hier kann also sicher abseits der Piste aufgestiegen und anschließend auf der Piste abgefahren werden. Zudem bietet sich die Möglichkeit zur Einkehr auf der Sonnklarhütte.

  • Monte Cogne: In Trentino gibt es die Möglichkeit, auch als Anfänger in der freien Natur unterwegs zu sein. Der Monte Cogne bietet dafür eine wunderschöne Panoramastrecke entlang des Val di Fiemme bis auf den Gipfel. Hier wartet eine weitläufige Aussicht, trotz eher leichtem Aufstieg in Kehren durch den Wald sowie über flacheres Kammgelände. Eine Einkehrmöglichkeit ist die Almwirtschaft „Malga Sass“. Die Anforderungen an Technik und Kondition sind bei dieser Skitour moderat, dafür punktet sie mit Landschaft und Erlebnis.

  • Lago delle Stellune: Auch lange Skitouren sind als Anfänger in Italien möglich. Ein beliebtes Highlight stellt hierbei der Stellune-See dar. Er befindet sich im Val Cadino und stellt vor allem im Winter einen faszinierenden Anblick dar. Die Skiroute führt hier durch die dichten Wälder, wo sich mit etwas Glück das eine oder andere Wildtier entdecken lässt. Insgesamt werden bei der Skitour, die auch gut mit Schneeschuhen begehbar ist, fast sieben Kilometer zurückgelegt. Die Abfahrt findet auf dem Aufstiegsweg statt.

Abwechslungsreiche Skitouren für Fortgeschrittene

Wer bereits einige Erfahrungen sammeln konnte und sich ohne erfahrenen Führer an die Skitour heranwagt, für den gibt es in Italien eine große Auswahl an Skitouren mit mittlerem Schwierigkeitsgrad. Auch hier ist die Vielfalt groß – von Aufstiegsrouten in Skigebieten über Panoramatouren bis hin zu eher kurzen Skitouren im Hinterland.

  • Fodara Vedla: Die Dolomiten sind zu jeder Jahreszeit eine beliebte Anlaufstelle für Bergsportler. Skitourengeher finden auf der Fodara Vedla eine schöne Aufstiegsroute mit 626 Höhenmetern. Eine perfekte Halbtagestour also, die mit einer Einkehr in die Senes-Alm kombiniert werden kann. Die anschließende Abfahrt stellt vor der Kulisse von San Vigilio das i-Tüpfelchen dar.

  • Ellespitz: Wer eine klassische Skitour sucht, ist auf der Ellespitz mit 2.661 Metern Höhe an der richtigen Adresse. Sie befindet sich in den Stubaier Alpen und gehört zu den bekanntesten sowie beliebtesten Skitouren von Italien. Der Aufstieg findet hier über eine Fortstraße statt und präsentiert sich ohne größere Schwierigkeiten. Trotzdem wartet oben eine beeindruckende Aussicht und die Abfahrt findet auf sanften Hängen statt, die oft durch perfekten Pulverschnee punkten.

  • Piccolo Colbricon: Fast zehn Kilometer zählt diese Skitour, die als beliebteste Route in der Lagoraikette gilt. Das liegt vor allem an dem dort gebotenen Ausblick auf die Pale di San Martino. Zudem kann der Lawinenhang im Westen großräumig umgangen wird. Die Alternativroute führt dann über offene und mindestens ebenso schöne Hänge, bis sie wieder den ursprünglichen Weg kreuzt.

Skitouren Dolomiten-Tofana-di-Mezzo (c) Axel Jentzsch-Rabl
Skitouren Dolomiten-Tofana-di-Mezzo (c) Axel Jentzsch-Rabl
Skitouren Dolomiten-Forc-dl-Cristallo (c) Axel Jentzsch-Rabl
Skitouren Dolomiten-Forc-dl-Cristallo (c) Axel Jentzsch-Rabl
Skitouren Dolomiten-Forc-dl-Cristallo (c) Axel Jentzsch-Rabl
Skitouren Dolomiten-Forc-dl-Cristallo (c) Axel Jentzsch-Rabl

Skirouten für Erfahrene mit Abenteuerlust

Nur, wer ausreichende Erfahrung mitbringt, die richtige Ausrüstung besitzt und die Skitour gut vorbereitet hat, sollte sich auf anspruchsvollere Skirouten wagen. Auch dafür gilt Italien als hervorragende Anlaufstelle, denn an hohen Gipfeln mangelt es nicht.

  • Monte Stiga: Die Skitour auf den Monte Stiga gilt als eine der schwierigsten von ganz Italien. Er befindet sich in San Vigilio und damit mitten in den Dolomiten. Zwar werden bei dieser Skitour nur rund 800 Höhenmeter zurückgelegt, doch dafür müssen Steilflanken sowie leichte Kletterstellen überwunden werden. Selbst erfahrene Profis sollten diese Skitour nur bei absolut sicheren Verhältnissen gehen. Für die Abfahrt sind technisch gute sowie sichere Fähigkeiten als Skifahrer im Tiefschnee notwendig. Einkehrmöglichkeiten bieten sich in den Hütten Fanes sowie Lavarella.

  • Jakob Spitze: Die Skitour in Südtirol auf die Jakob Spitze zählt über 15 Kilometer sowie 1.750 Höhenmeter. Mit ihren 2.742 Metern Höhe gehört die Jakob Spitze zu den höchsten Gipfeln der Sarntaler Alpen. Dadurch erfordert sie viel Kondition sowie eine ausreichende Technik. Zwar beginnt die Skiroute vergleichsweise einfach, doch immer wieder herrscht Abrutsch- beziehungsweise Absturzgefahr, sodass absolute Trittsicherheit auf den Tourenski gefragt ist. Es folgt eine steile Abfahrt über den Nordwesthang, wo der weitere und ebenfalls steile Aufstieg auf die Hörtlaner Spitze beginnt. Bei ausreichender Schneelage kann die anschließende Abfahrt über den Seebach erfolgen und wird somit zur optimalen Belohnung für alle Anstrengungen.

  • Cristallo Scharte: Eine weitere anspruchsvolle Skitour in den Dolomiten führt auf die Cristallo Scharte. Das liegt an der oft hohen Lawinengefahr und der Schlüsselstelle. Dabei müssen zu Fuß ein sperrender Felsriegel sowie anschließend eine etwa 40 Grad steile Rinne überwunden werden. Das ist nur bei optimalen Verhältnissen ohne Vereisung oder mit Steigeisen möglich. Belohnt werden die Skitourengeher dafür mit rund 700 Höhenmetern über perfektes Gelände für das „Backcountry skiing“ in einem schneereichen Kar. Zudem geht man unten bei dieser Skitour durch einen faszinierenden Canyon, welchen einigen vermutlich aus dem Film "Das finstere Tal" kennen. Ihre Beliebtheit resultiert somit vor allem aus ihrer landschaftlichen Schönheit inmitten der hohen Gipfel der Dolomiten. Infos zur Tour hier: Skitour Cristallo Scharte

Besonderheiten bei Skitouren in Italien

Es gibt somit viele gute Gründe, um für die nächste Skitour nach Italien zu reisen. Doch hierbei müssen einige Besonderheiten beachtet werden. Einerseits gelten die gängigen Grundregeln wie bei jeder anderen Bergtour auch, sprich Vorbereitung und eine gute Selbsteinschätzung sind das A und O. Bei Skitouren steht außerdem die Lawinengefahr im Fokus, sprich die Lawinenwarnstufe muss berücksichtigt und das Risiko für die jeweilige Tour realistisch eingeschätzt werden. Zudem darf natürlich niemals die Lawinenausrüstung im Gepäck fehlen. Gegebenenfalls ist ein Lawinenrucksack eine Überlegung wert. Andererseits gilt in Italien eine Versicherungspflicht für Wintersportler. In Italien gibt es seit 1.1.22 aber auch gesetzliche Vorschriften:

  • LVS-Gerät, Schaufel und Sonde sind auf Ski- und Pistentouren, Schneeschuh- oder Winterwanderungen in Gebieten mit Lawinengefahr zwingend mitzuführen
  • In Skigebieten ist ein Nachweis über eine Haftpflichtversicherung mitzuführen
  • Für Ski-, Snowboard- oder Rodelfahrer bis 18 Jahre gilt eine Helmpflicht
  • Alkoholisierte Wintersportler*innen werden ab 0,5 Promille bestraft, ab 0,8 Promille strafrechtlich verfolgt
  • Der Aufstieg auf der Piste ist sowohl für Skitourengeher als auch (Schneeschuh-)Wanderer grundsätzlich verboten. Ausnahmen:  Der Betreiber der Skianlage genehmigt es, es gibt eine extra Aufstiegsspur für Skitourengeher, oder es liegt ein Notfall vor.

Wer eine Skitour in offiziellen Skigebieten machen und somit auf der Piste abfahren möchte, muss also auf Nachfrage eine gültige Haftpflichtversicherung nachweisen können. Diese empfiehlt sich ebenso bei Skitouren im freien Gelände, denn Unfälle mit anderen Bergsteigern lassen sich niemals ausschließen. Während in Österreich der private Haftpflichtschutz in der Haushaltsversicherung inbegriffen ist, muss dieser in Deutschland sowie vielen anderen Ländern eigenständig abgeschlossen werden. Zudem ist es immer notwendig, die Versicherungssumme sowie den Versicherungsumfang zu überprüfen, damit entsprechende Schäden im Rahmen von Skitouren ausreichend abgedeckt sind – auch im Ausland. Dann steht der Skitour in Italien mit herrlichen Ausblicken und perfektem Pulverschnee nichts mehr im Weg. Viel Spaß!



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