Ein Tag zum Träumen (c) Daniel Ladurner und Johannes LemayrEin Tag zum Träumen (c) Daniel Ladurner und Johannes Lemayr
31 Januar 2024

Ein Tag zum Träumen - 550 m,WI6, M7, Trad, 10-12 Seillängen

Daniel Ladurner und Johannes Lemayr gelingt eine der längsten und komplexesten Eisfälle im Langental

Jetzt einen Tag nach der kompletten Begehung dieser Route sitze ich vor dem Computer, um diese Route zu beschreiben. Zwei Knifflige Mixed Passagen an gutem Felsen, drei elegante Eissäulen, Absicherung gut mit mobilen Sicherungsmitteln und einigen Haken, die belassen wurden, und am Ausstieg auf der Hochfläche einen Sonnenbrand holen. Was will man mehr?

Jedoch hat mich kaum eine neue Linie so viel Nerven und kritisches Abwägen gekostet. Steht diese Linie als letzte Eisspur am Ende des Langentales doch den kompletten Tag in der Sonne, braucht es perfekte Verhältnisse, um die Kletterei möglich zu machen. Die außergewöhnlich guten Eisverhältnisse, aufgrund des ergiebigen Niederschlags im Herbstende, in diesem Winter machten diese Linie kletterbar. Aufgrund der Länge der Route und die Zeit, die man darin verbringt, sind die objektiven Gefahren einer kollabierenden Eisstruktur oberhalb beachtlich. Es braucht sehr kalte Tage und Nächte sowie idealerweise bewölktes Wetter, da die Sonne auch bei tiefen Temperaturen das Eis „konsumiert“. Es kostete uns mehrere Anläufe, die richtigen Verhältnisse zu finden.

Ein Tag zum Träumen (c) Daniel Ladurner und Johannes Lemayr
Ein Tag zum Träumen (c) Daniel Ladurner und Johannes Lemayr
Ein Tag zum Träumen (c) Daniel Ladurner und Johannes Lemayr
Ein Tag zum Träumen (c) Daniel Ladurner und Johannes Lemayr
Ein Tag zum Träumen (c) Daniel Ladurner und Johannes Lemayr
Ein Tag zum Träumen (c) Daniel Ladurner und Johannes Lemayr
Ein Tag zum Träumen (c) Daniel Ladurner und Johannes Lemayr
Ein Tag zum Träumen (c) Daniel Ladurner und Johannes Lemayr
Ein Tag zum Träumen (c) Daniel Ladurner und Johannes Lemayr

Für mich war es eine der beeindruckendsten Linien, die ich erstbegehen durfte, nicht nur wegen einer der schönsten und höchsten Eissäulen, die ich geklettert habe (in der Sonne wohlgemerkt) am Ausstieg als Krönung, sondern auch wegen der Komplexität zwischen Wetter, Temperatur, Absicherung, Geschwindigkeit ec.

Es stecken ca. 10 Schlaghaken in der Route, der Rest lässt sich mit einem Satz Totems (evtl. einige mittlere und große doppelt) gut absichern. Zum Auftakt in der 3. Seillänge gleich die SSL an gut strukturiertem Fels und einem (eher nicht so vertrauenswürdigen) Haken, aber einigen guten Friend-Placements zu einem freihängenden Zapfen der mit Vorsicht anzuklettern ist. Zweimal ist dieser von allein nach einigen Stunden in der Sonne allein abgebrochen. Danach ein Wasserfall tief in einer Verschneidung mit Ausstieg und Durchschlupf hinter einem Klemmblock. Nach einer schönen Eissäule kommt die zweite kombinierte Seillänge und danach eine weitere Mixedseillänge mit Ausstieg an einer Glasur, die meistens eine sehr schlechte Bindung zum Felsen hergibt.

Zu guter Letzt die wohl fotogenste und eindrucksvollste Seillänge über eine 35 m hohe frei stehende Säule. Danach einfaches Eis bis auf die fast ebene Hochfläche.

Daniel Ladurner und Johannes Lemayr Dezember2023 und Januar2024 nach längerem begutachten seit 2015

Toureninfo: Ein Tag zum Träumen

Text: Daniel Ladurner

Fotos: Daniel Ladurner und Johannes Lemayr



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