Im unteren Teil der Rinne links im Hintergrund der Hängegletscher des Theo-Rimml Ged. Weges...
04 Mai 2003

Erste Frau durch die Pallavicinirinne mit Ski

Iva Filova fährt Österreichs berühmteste Eisroute (55° steil und 600 m hoch) - die Pallavicinirinne am Großglockner - mit Ski ab.

Die Pallavicinirinne stellt eines der beliebtesten Eisziele im Glocknergebiet dar. Sie wurde von Markgraf Alfred Pallavicini und Gefährten am 18. 8.1876 erstbestiegen. Der Graf, oder besser seine Führer schlugen damals 2500 Stufen ins Eis um die 600 Meter hohe Rinne zu bezwingen.

Seit jeher Modeeisziel für Bergsteiger und seit neuestem auch von Extremskifahrern, 55° Steilheit müssen überwunden werden, weshalb die meisten Steilwandfahrer diese Herausforderung schon im zeitigen Frühsommer - also bei Firn in der Rinne - auf sich nehmen.

Lange Befahrungsgeschichte der Rinne

Im Jahr 1961 gelang den Steirern Gerhard Winter und Herbert Zacharias die erste Abfahrt mit Firngleitern. Mit richtigen Ski war zum ersten Mal Michael Zojer am 11. Juli 1971 in der Pallavicinirinne erfolgreich - eine Wiederholung seiner Abfahrt für das Fernsehen lehnte er dankend ab.

In den letzten Jahren sah man immer wieder mutige Steilwandfreaks, die sich mit Ski die Rinne hinunter gewagt haben - ob auch eine Frau darunter war, hat sich bis jetzt nicht feststellen lassen.

Iva Filova fährt die Pallavicinirinne ab - vielleicht als erste Frau !!!

Sie hat am 4. Mai 03 mit ihrem Slowakischem Team die Pallavicinirinne erfolgreich mit den Skiern befahren. Es waren fünf Skialpinisten aus der Slowakei (vier Männer und eine Frau), Iva Filova (Skifahrerin), Martin Jurik, Miro Zavodsky, Bohus Stofan und Rasto Krizan mit dabei.

Sie haben seit Freitag den 2. Mai im Glockner Biwak auf besseres Wetter und akzeptable Schneebedingungen gewartet. Glücklicherweise hat es am Freitag und Samstag geschneit und der starke Wind hat den Neuschnee auf das Eis der Pallavicinirinne geklebt. So war es möglich auch die Blankeispassagen mit Skiern zu machen.

Am Sonntag den 4. Mai starteten sie um 7:00

Am Sonntag den 4. Mai um 7:00 hat das Team dann die Biwakschachtel verlassen. Zwei Stunden später erreichten sie das Ende der Eisrinne und starteten mit ihrer Abfahrt. Im oberen Teil der Abfahrt war der Schnee wegen der Sonneneinstrahlung sehr unstabil. Je tiefer die Slowaken abfuhren umso besser wurde aber der Schnee. Um 11:00 erreichten sie dann alle wieder die Biwakschachtel.

Nicht der erste Befahrungsversuch des Slowakischen Teams

Das war nicht der erste Befahrungsversuch der Palllavicinirinne durch das Slowakische Team. Rasto Krizan und Bohus Stefan versuchten es schon vor fünf Jahren. Damals ließen die Blankeispassagen jedoch keine Skibefahrung zu. Bohus machte dann vor kurzen noch einen Versuch die Pala im Winter zu befahren. Er ist jedoch im Dezember auf die gleichen schlechten Bedingungen gestoßen.

Im unteren Teil der Rinne links im Hintergrund der Hängegletscher des Theo-Rimml Ged. Weges...
Hier Iva Filova beim Aufstieg durch die Rinne
Zügig erreicht das Slowakische Team die Engstelle...
Vorbereitungen für die Abfahrt - der Start...
Kurz nach dem Beginn der Abfahrt im oberen Teil der Pallavicinirinne
Perfekte Steilwand-Skitechnik ...
Und noch einmal ein Bild vom oberen Teil der Rinne...
Iva Filova in der Pallavicinirinne !!
Die letzten Meter im unteren Teil...
Iva Filova (Mitte hinten) mit den anderen vom Slowakischen Team, Martin Jurik, Miro Zavodsky, Bohus Stofan und Rasto Krizan vor der Biwakschachtel
Die Abfahrtsroute des Teams - mit der Querung zur Biwakschachtel...
55° steil und 600 m hoch, Österreichs berühmteste Eisroute - die Pallavicinirinne am Großglockner


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