Die Route Shiva's Line. (Foto: Archiv Gietl/Messini)
27 Oktober 2017

Gietl und Messini erfolgreich am Shivling (6543 m)

Am "Matterhorn des Himalayas" gelingt den beiden Bergführern Simon Gietl und Vittorio Messini die Erstbegehung von "Shiva's Ice"...

Der Shivling (6543 m), auch „Matterhorn des Himalayas“ genannt, zählt mit Sicherheit zu den schönsten Berggestalten unseres Planeten. Seit seiner Erstbesteigung im Jahre 1974 wurden zahlreiche, sehr anspruchsvolle Routen an diesem pyramidenförmigen Berg eröffnet, darunter auch der "Kammerlander-Hainz Pfeiler" und die "Shiva's Line" von Huber und Wolf, die mit dem Piolet d'Or im Jahr 2000 ausgezeichnet wurde. Letztere war das anfängliche Ziel vom Südtiroler Bergführer Simon Gietl und vom Osttiroler Bergführer Vittorio Messini, die Ende September ihre Reise in den indischen Garwhal Himalaya, zur Quelle des heiligen Flusses Ganges starteten.

Knapp vor ihrer Ankunft gab es in der Region sehr starke Schneefälle, die einerseits den Zustieg erschwerten und die Grate mit einer weißen, unnahbaren Pracht umhüllten, andererseits kletterbare Eis- und Schneelinien ins Leben riefen. So konnten Simon und Vittorio eine sich neu gebildete Eis- und Schneelinie links der "Shiva's Line" ausfindig machen. Nachdem das Material über eine 50° steile Rinne zum Einstieg gebracht wurde, fixierten die beiden den unteren steilen Teil der Neutour um beim Gipfelversuch rasch nach oben zu gelangen. Am 9. Oktober fing das richtige Abenteuer an - die erste Nacht wurde auf 5500 m verbracht und am darauffolgenden Morgen über die bereits fixierten Seile aufgestiegen. Nur wenige Seillängen trennten sie vom "Kammerlander-Hainz Pfeiler", wo sie dann auf 6000 m ihre zweite Biwaknacht verbrachten. Doch zu tiefe Temperaturen zwangen Simon und Vittorio ihren Plan, die steile Headwall der "Shiva's Line" zu klettern, aufzugeben. Stattdessen versuchten sie am nächsten Tag über die Japanerroute zum Gipfeleisfeld zu gelangen. Obwohl sie anfänglich viel tiefer als die Japanerroute in die Headwall starteten, trafen sie auf ähnliche Schwierigkeiten wie an den Tagen davor - zudem war eine beißende Kälte der ständige Begleiter. Als das Gipfeleisfeld erreicht wurde, kamen auch die ersten wärmenden Sonnenstrahlen. Um die Mittagszeit des 11. Oktobers, nach ein paar unschwierigen letzten Seillängen, erreichten Simon um Vittorio den Gipfel des Shivlings. Lange dauerte ihr Gipfelaufenthalt nicht, denn es wurde über die gleiche Tour rasch wieder abgeseilt. Eine Nacht verbrachten die beiden nochmals auf 6000 m, um schlussendlich mit dem ganzen Material ins Basecamp abzusteigen.

Die zum Großteil erstbegangene Route trägt den Namen „Shiva's Ice“, wurde in 3 Tagen erstbegangen und weist Schwierigkeiten bis M6 und WI5, auf ca. 1000 Höhenmeter Kletterei, auf. Abgesehen von der Höhe darf die Tour mit einer „Colton McIntyre“ an der Gd. Jorasses verglichen werden und ist somit sicherlich eine der homogensten Touren am Shivling!

Facts:

  • Shivling, 654 3m (Gharwhal Himalaya)
  • Route: „Shiva’s Ice“
  • Länge: 1500 m
  • Schwierigkeit: WI5, M6
  • 3 volle Tage Kletterzeit
  • im Basecamp zwischen 30.9.2017 und 16.10.2017

Webtipp:Simon Gietl

Übersicht über die Linien am Shivling. (Foto: Archiv Gietl/Messini)
Die Route Shiva's Line. (Foto: Archiv Gietl/Messini)
In Gangotri, am heiligen Fluss Ganges. (Foto: Archiv Gietl/Messini)
Die Träger am Pilgerweg zur Quelle des Ganges. (Foto: Archiv Gietl/Messini)
Der Shivling. (Foto: Archiv Gietl/Messini)
Im Angesicht der Bhagirathis. (Foto: Archiv Gietl/Messini)
Im Basecamp Tapovan. (Foto: Archiv Gietl/Messini)
Rehe beim Salzlecken. (Foto: Archiv Gietl/Messini)
Camp 1. (Foto: Archiv Gietl/Messini)
Meru Peaks mit Sharks Finn stehen auch noch nebenan! (Foto: Archiv Gietl/Messini)
Der Schatten des Shivlings am Abend im Camp. (Foto: Archiv Gietl/Messini)
Der Eisfall inks des Kammerlander-Hainz Pfeilers. (Foto: Archiv Gietl/Messini)
Camp 2. (Foto: Archiv Gietl/Messini)
Am Beginn des Eisfalles. (Foto: Archiv Gietl/Messini)
Die oberen Eisfelder. (Foto: Archiv Gietl/Messini)
Die Headwall scheint zum greifen nahe. (Foto: Archiv Gietl/Messini)
Camp 3. (Foto: Archiv Gietl/Messini)
Die Headwall des Shivlings, gerade hinauf die Shiva's Line, rechts die Rampe der Japanerroute.
Mixedgelände in der Headwallrampe. (Foto: Archiv Gietl/Messini)
Mixedgelände in der Headwallrampe. (Foto: Archiv Gietl/Messini)
Am Gipfel. (Foto: Archiv Gietl/Messini)
Die Sponsoren.


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