Die Retter bei der Arbeit
10 März 2005

In der Lawine überlebt...

Es gibt Möglichkeiten die Überlebensdauer des Opfers unter der Lawine zu erhöhen - Lawinenunfall in Tignes.

Sicherheit am Berg ist ein schwieriges und oft heikles Thema. Selbst ein perfekter Rettungseinsatz dauert oft zu lange. Aber es gibt Möglichkeiten die Überlebensdauer des Opfers unter der Lawine zu erhöhen. Generell bedarf es jedoch auch weiterhin einer immensen Aufklärungsarbeit.

Lawinenunfall: Tignes, Frankreich

Am 29. Januar 2005 um 12.55 Uhr war Martin Gulsrud (24) aus Norwegen auf einer Skitour in der Nähe von TUFS in Tignes, Frankreich unterwegs, als er von einer Lawine mitgerissen wurde. Er wurde ca. 2,5 Meter tief verschüttet und es dauerte 20 Minuten, bevor er geborgen werden konnte.

Als erfahrene Tourengeher befolgten Gulsrud und seine Gruppe standardmäßige Regeln zur Lawinensicherheit. Jeder einzelne Skifahrer der Gruppe fuhr den Hang einzeln ab, im weiteren führte die Gruppe Schaufeln, Sonden und LVS-Geräte mit sich. Gulsrud trug außerdem eine AvaLung. Diese Tatsache hat ihm möglicherweise das Leben gerettet.

Das Opfer befand sich in einem ausgezeichneten Zustand

Anhand der ersten Zeugenberichte und Fotos vom Ort des Lawinenabgangs wird deutlich, dass sich Gulsrud in einem ausgezeichneten Zustand befand, als er vom Rettungsteam in Tignes geborgen wurde.

Er war unverletzt, bei Bewusstsein und in einer sitzenden Position, einen Arm über dem Kopf haltend. Ersten Berichten der Rettungsmannschaft zufolge war es ein sehr glücklicher Zufall, dass die Lawine in der Nähe der Bergrettungsstation abgegangen war.

Außerdem wird auf die Geschwindigkeit, mit der die Bergrettung von Tignes reagierte, und den Einsatz grosser Metallschaufeln hingewiesen, ohne die ein schneller Zugang zum Opfer nicht möglich gewesen wäre. All diese Faktoren spielten eine wichtige Rolle beim Überleben von Gulsrud.

80% der Lawinentoten sterben an Erstickung

Lawinenstatistiken zufolge sterben 80 % der Lawinentoten an Erstickung resp. Vergiftung (CO2) (Falk and Brugger, Nature Vol. 368, 1994). Die Überlebenschance nimmt im Laufe der Zeit exponentiell ab. Nach 35 Minuten beträgt die Überlebenschance noch etwa 35 %. Die Tatsache, dass Gulsrud die Lawine überlebte, in der er 20 Minuten lang 2,5 Meter tief verschüttet lag, ist ein Zeugnis für den Nutzen von AvaLung.

Download als PDF:Interview mit Martin Gulsrud

Kurzinfo zur AvaLung:

Die AvaLung kann Leben retten. Mit der AvaLung atmet ein Lawinenverschütteter den im Schnee enthaltenen Sauerstoff ein. Die CO2-haltige Ausatemluft wird über ein Ventilsystem hinter den Rücken abgeführt. So kann es möglich sein, bei einer Verschüttung bis zu einer Stunde oder noch länger zu atmen. AvaLung kann so dafür sorgen, dass die (Überlebens-)Zeit, die bis zur Bergung nötig ist, verlängert wird – besonders wichtig bei den gefürchteten Verschüttungen mehrerer Personen. Die AvaLung hat mittlerweile bei Ernstfällen mehrfach bewiesen, dass sie auch in der Praxis funktioniert.

Weitere Einzelheiten und Bilder finden Sie unter:

www.avalung.com

Die Retter bei der Arbeit
In 2,5m wurde Martin Gulsrud gefunden.
Der Rettungshubschrauber wurde angefordert - alle Fotos Martin Gulsrud
Mit der AvaLung atmet ein Lawinenverschütteter den im Schnee enthaltenen Sauerstoff ein.
Der Hang in dem sich die Lawine löste.


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