Die Routen Maria Rosa, 7b, Kids with Guns und Apichavai, 8a+ (c) xpedition.be
26 April 2012

Jungle Jamming Xpedition

Im März 2012 gelang Nicolas Favresse, Sean Villanueva, Stephane Hanssens und Jean-Louis Wertz Maria Rosa (7b, 500m) und Apichavai (8a+, 500m) am Amuri Tepui in Venezuela.

Als Nico und seine Freunde das erste Mal unter der überhängenden Wand des Amuri Tepui standen, waren sie ziemlich frustriert: zu überhängend und kaum natürliche Linien.

Maria Rosa 7b 500m

Die rechte Seite der Wand sah ziemlich unmöglich aus, in der Mitte werkte gerade ein von ihnen unabhängiges Team mit Mason Earle (US), George Ullrich (UK), Siebe Vanhee (BE) und Sam Farnsworth (UK). Ihre Linie sah nicht besser aus. So entschlossen sich Nico und sein Team im linken Wandteil einen Versuch zu wagen. Sie kletterten in zwei Teams und kamen gut voran, bis sie von einem großen Dach in rd. 400 m Wandhöhe gestoppt wurden. Durch das Dach zog sich ein perfekter Riss, doch am Ende wartete eine superharte Boulderstelle, die sie nicht frei klettern konnten. Die beiden Teams teilten sich auf, eines folgte der geraden Linie durch das Dach und das andere Team umging das Dach auf einer Freiklettervariante. Nach vier Tagen in der Wand war es geschafft. Das Ergebnis: Maria Rosa, 7b, 500 m, keine Bolts, keine Haken und Abseilstellen, dafür zwei Ausstiegsvarianten.

Apichavai 8a+ 500m 5 Bolts

Danach machten Nico & Co ein paar Rastage und trafen auch das andere Team, das in 12 Tagen durch die Zentrale Wand die Tour ”Kids with Guns”, 5.13a, A3, E6 6c erstbegangen haben. Sei luden vor ihrer Abreise Nico und sein Team ein, diese Linie frei zu versuchen, doch diese entschieden sich für eine neue Linie weiter rechts davon. Dort trafen sie auf konstante Schwierigkeiten, komplizierte Absicherung und Pflanzenbewuchs.

Bei seinem Versuch die zweite Seillänge zu Punkten, machte Sean Villanueva einen 40 m Sturz, bei dem er 5 Sicherungen aus der Wand riss – drei davon schienen abgesehen von etwas Dreck wirklich perfekt zu sein. Zum Glück fehlten Sean noch weitere 20 Meter bis zum Boden und die Wand war hier extrem steil. Doch der Sicherungsmann, Jean Luis zog sich beim Abfangen des Sturzes schwere Seilverbrennungen an den Händen zu und es war nicht klar, ob das Team nicht abreisen musste, da die Infektionsgefahr der Wunde zu groß schien.

Sein Zustand besserte sich und das Team war wieder in der Wand. Die Seillängen 4,6 und 7 waren am härtesten, mit Schwierigkeiten bis 8a+. Es kam zu rund 20 weiteren teils langen Stürzen. Ein letztes Mal startete das Team in die Route und nach 4 Tagen erreichte es wieder den Gipfel des Amuri. Sie schlugen insgesamt drei Bolts im Vorstieg und zwei um Abseilstellen zu verbessern. Insgesamt waren sie 10 Tage in der Wand. Die 15 Seillängen Tour hat anhaltende Schwierigkeiten, 8 Längen sind schwerer als 7b. Der Name “Apihvai“, steht für einen Krieger, den menschenfressende Riesenvögel besiegten.

Nico und sein Team wollen sich bei allen bedanken, die dieses Abenteuer möglich machten: The Belgian Alpine Club, Patagonia, Julbo, Five Ten, Black Diamond, Seeonee, Sterling ropes, Beal, Belclimb.be, Petzl, Careplus , Katadyn, Nordisk, Boreal, Crux, AVS aviation.

Auch bei Oliver von Trekken tepuy, für die perfekte Logistikunterstützung, dem Pilot Marcos Garcia und die netten Menschen aus Yunek, die ihnen im Jungel beim Materialschleppen geholfen haben.

Nico Favresse

Webtipps:

Greenland Vertical Sailing 2010

Favresse und Pustelnik wiederholen Orbayu

The Belgarian – Baffin

www.xpedition.be

www.nicolasfavresse.com

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Hier soll man klettern können?? (c) xpedition.be


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